Heute, am 25. September 2026, richtet sich der Blick in Washington auf ein Treffen mit ordentlich Sprengstoff: Chinas Präsident Xi Jinping besucht US-Präsident Donald Trump. Der Zeitpunkt ist heikel. Der derzeitige „Waffenstillstand“ im Handelsstreit sollte ursprünglich im November auslaufen, während in den USA wegweisende Zwischenwahlen näher rücken und Trump dadurch erheblich unter innenpolitischem Druck steht.

Im Zentrum steht die Zukunft des Wirtschaftsverhältnisses zwischen China und den USA – den beiden mächtigsten Wirtschaftsmächten der Welt. Es geht um Zölle, Rohstoffe und Technologie, aber auch um die ganz praktische Frage, ob dieser Handelskonflikt noch einmal hochgeht. Oder ob sich die beiden Seiten zumindest vorerst zusammenraufen.

Ein Aufschub mit Ablaufdatum

Zum Beginn eines dreitägigen Staatsbesuchs Xis in Washington kündigte US-Finanzminister Scott Bessent an, die bislang bis November ausgesetzten zusätzlichen US-Zölle auf chinesische Waren um zwei Monate zu verlängern. Die Aussetzung gilt nun bis zum 10. Januar statt bis zum 10. November.

Bessent zufolge wurde damit das sogenannte Busan-Abkommen verlängert. Trump und Xi hatten im Oktober in Busan vereinbart, hohe zusätzliche Zölle vorübergehend auszusetzen. Der neuen Verlängerung gingen laut Bessent mehrere Gespräche mit Chinas Vizepremier He Lifeng voraus. Die chinesische Regierung äußerte sich zunächst nicht zu dem angekündigten Aufschub.

Ohne diese Verlängerung hätte China seine Exportkontrollen für seltene Erden ausgeweitet. Die Kontrollen betreffen seit ihrer Einführung im April 2025 auch Unternehmen in Europa. Für ausländische Firmen ist die Ausfuhr derzeit nur mit einer Genehmigung des chinesischen Handelsministeriums möglich. Handelskammern beschreiben das Verfahren als aufwendig und undurchsichtig: Gefordert würden detaillierte Angaben zur geplanten Verwendung der Rohstoffe, Lizenzen würden teilweise ohne Begründung nicht erteilt.

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Zölle, Chips und seltene Erden

Der Handelskonflikt war im April 2025 eskaliert. Die USA und China belegten sich gegenseitig mit Zusatzzöllen von mehr als 100 Prozent. Washington erhöhte seine Zölle auf chinesische Waren schrittweise auf bis zu 145 Prozent, Peking reagierte mit Gegenzöllen von bis zu 125 Prozent und Exportkontrollen für strategisch wichtige Rohstoffe.

Im Mai vereinbarten beide Seiten in Genf zunächst eine 90-tägige Zollpause. Bei weiteren Treffen wurde sie verlängert. Nun kommt ein weiterer Aufschub hinzu – allerdings mit einem neuen Datum, an dem der Streit wieder auf dem Tisch liegen kann.

Neben den Zöllen geht es um Exportbeschränkungen für Schlüsseltechnologien und Rohstoffe. China kritisiert die US-Kontrollen für Halbleiter und Chips, die zur Entwicklung künstlicher Intelligenz eingesetzt werden. Die USA werfen China wiederum vor, seltene Erden gezielt zurückzuhalten. Washington kritisierte bereits vor dem Besuch, China halte seine Zusage zu einer verlässlichen Lieferung dieser Rohstoffe nicht ein.

China begründet die Exportkontrollen offiziell damit, eine militärische Nutzung seltener Erden verhindern zu wollen. Für Unternehmen klingt das trotzdem nach einer ziemlich zähen Angelegenheit: Formulare, Nachweise, Warten – und manchmal eine Absage ohne Begründung.

Das Gespräch im „Forum“

Welche Erwartungen haben China und die USA an das Treffen? Und kann eine erneute Eskalation des Handelsstreits verhindert werden? Mit diesen Fragen beschäftigt sich die Sendung „Forum“ von SWR Kultur, die für den 25. September 2026 im Programm angekündigt ist.

Zu Gast sind Sonja Alvarez, US-Korrespondentin der „Wirtschaftswoche“ in Washington, Prof. Dr. Julian Hinz, Volkswirt und Direktor der Forschungsgruppe Handelspolitik an der Universität Bielefeld, sowie Felix Lee, Redakteur für Geoökonomie bei der „Süddeutschen Zeitung“.

Der Beitrag wurde am 18. September 2026 veröffentlicht und aktualisiert. Von der TU Dresden aus wirkt der Termin zunächst weit weg, fast wie eine Nachricht aus einer anderen Umlaufbahn. Dabei können Entscheidungen über Zölle, Chips und seltene Erden Lieferketten, Forschung und Unternehmen in Europa ziemlich direkt erreichen. Der 10. Januar steht jedenfalls schon im Kalender – und bis dahin bleibt einiges offen.