Zwischen Musik, Bratwurstduft und dichtem Gedränge konnten sich Besucherinnen und Besucher des Oktoberfests gegen Influenza, Covid-19 oder gleich gegen beide Krankheiten impfen lassen. Die Stadt München meldet 937 Impfungen. Ihre Nachfrage bezeichnete sie als „überwältigend“.

Auch am TUM München ist das Thema am 6.10.2026 präsent. Die Impfaktion war Teil der Initiative „München impft“, die von der Stadt München, dem LMU Klinikum und dem TUM Klinikum getragen wird. Wer sich impfen lassen wollte, musste einen Impfpass und eine Krankenkassenkarte dabeihaben.

Impfung zwischen Festzelt und Menschenmenge

Geimpft wurde montags bis freitags von 10:00 bis 14:00 Uhr, am Samstag und Sonntag von 09:00 bis 14:00 Uhr. Ein ungewöhnlicher Ort für eine medizinische Aktion, klar – aber einer, an dem viele Menschen ohnehin zusammenkommen. Und wo viele Menschen dicht an dicht stehen, können sich Erkältungsviren leichter verbreiten.

Mit dem Beginn der Erkältungssaison im Herbst nimmt auch die Impfsaison zu. Gesundheitsreferentin Beatrix Zurek (SPD) erklärte, die Aktion habe dazu beigetragen, die Impfquote zu erhöhen. Deutschland liege im europäischen Vergleich bei den Impfquoten weit hinten, auch bei besonders gefährdeten Gruppen.

Der Infektiologe Christoph Spinner verwies darauf, dass nicht einmal jeder Dritte, dem eine Influenza-Impfung empfohlen wird, tatsächlich geimpft ist. Für diese Personen besteht dadurch ein erhöhtes Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf. Zwischen Wiesnbier, gebrannten Mandeln und Fahrgeschäften kann so ein kleiner Stich plötzlich ziemlich vernünftig wirken.

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Was die Impfzahlen zeigen sollen

Wie Impfungen in Deutschland angenommen werden, lässt sich nicht nur bei einzelnen Aktionen beobachten. Das Robert Koch-Institut (RKI) stellt mit VacMap Ergebnisse der KV-Impfsurveillance öffentlich bereit. Das Dashboard richtet sich insbesondere an Akteure der Impfprävention und soll Daten einfach, komfortabel und anschaulich zugänglich machen.

VacMap zeigt die Inanspruchnahme von Routineimpfungen, die von der Ständigen Impfkommission (STIKO) empfohlen werden – räumlich umfassend für Deutschland und über verschiedene Zeiträume hinweg. Damit können Fachleute die Umsetzung der Impfempfehlungen evaluieren und Impflücken in einzelnen Regionen, Altersgruppen sowie Indikationsgruppen identifizieren.

Die Ergebnisse sollen eine gezielte Planung von Maßnahmen zur Steigerung der Impfquoten ermöglichen. Zum Angebot gehören das VacMap-Dashboard zum Impfgeschehen in Deutschland und ein Erklärfilm zur Funktionsweise und Nutzung des Dashboards.

Als Zitierweise nennt das RKI: Robert Koch-Institut (2025), „VacMap – Dashboard zum Impfgeschehen in Deutschland“, https://www.rki.de/vacmap. Die Münchner Impfaktion liefert dazu eine sehr konkrete Szene: 937 Menschen, ein Impfpass, eine Krankenkassenkarte – und ein kurzer Termin mitten im größten Trubel.