Kessel vernetzt sich mit Start-ups und TUM-Forschung für digitale Innovationen
Am 27.09.2026 baut der Entwässerungsspezialist Kessel seinen Austausch mit Start-ups, Wissenschaft und Technologieexperten aus. Dafür startet das Unternehmen eine Partnerschaft mit Familien-Unternehmer-TUM, einer Initiative von UnternehmerTUM am Standort TUM München.
Das Zentrum für Gründung und Innovation arbeitet mit der Technischen Universität München (TUM) zusammen. Familien-Unternehmer-TUM unterstützt mittelständische und familiengeführte Unternehmen dabei, ihre Innovations- und Zukunftsfähigkeit zu stärken – und bringt sie dafür mit Akteuren aus Technologie, Forschung und Gründung zusammen.
Mehr als 200 Unternehmen im Netzwerk
Laut Mitteilung gehören dem Netzwerk derzeit mehr als 200 Mittelstands- und Familienunternehmen an. Für Kessel geht es dabei nicht bloß um Kontakte auf dem Papier: Die Partnerschaft soll den Zugang zu Start-ups und Technologieprojekten ermöglichen und die gemeinsame Umsetzung konkreter Innovationsvorhaben erleichtern.
„Innovation entsteht nicht ausschließlich innerhalb des eigenen Unternehmens“, erklärt Kessel-Vorstandsvorsitzender Stefan Grenzebach. Kessel wolle frühzeitig erkennen, welche Technologien relevant werden könnten und welchen konkreten Nutzen sie für Kunden, Produkte und Prozesse bieten. Im Mittelpunkt stehen dabei Anwendungen künstlicher Intelligenz, vernetzte Sensorik und digitale Lösungen. Klingt nach Zukunftsmusik, soll aber möglichst schnell im Alltag landen.
Warum Familienunternehmen auf Start-ups setzen
Eine WHU-Praxisstudie aus dem Jahr 2019 nimmt genau dieses Spannungsfeld unter die Lupe. „Startups und Familienunternehmen – Ein Leitfaden für Unternehmerfamilien und Startup-Gründer“ von Larissa Leitner, Max P. Leitterstorf und Nadine Kammerlander untersucht, warum und wie solche Kooperationen strategisch gestaltet werden können.
Familienunternehmen suchen demnach vor allem Innovationskraft und digitale Kompetenzen. Start-ups wiederum profitieren insbesondere von Kapital, Branchenwissen und Netzwerken. Verbunden werden beide Seiten durch große Entwicklungen wie Digitalisierung, E-Commerce, Automatisierung und neue Mobilitätskonzepte.
Für die Studie wurden qualitative Interviews mit Next-Generation-Gründern geführt und quantitative Erhebungen im DACH-Raum ausgewertet. Analysiert werden zentrale Motive der Zusammenarbeit ebenso wie die komplementären Stärken beider Organisationstypen. Auf dem Papier passt das oft gut zusammen. In der Praxis knirscht es trotzdem manchmal.
Kooperation, Beteiligung oder Übernahme
Als typische Herausforderungen nennt die Studie kulturelle Unterschiede, verschiedene Entscheidungsgeschwindigkeiten und divergierende Wertvorstellungen. Dazu stellt sie praxisnahe Lösungsansätze vor. Im Mittelpunkt stehen drei Formen der Zusammenarbeit: Kooperation, Beteiligung und Übernahme.
Untersucht wird außerdem, wie Unternehmerfamilien strategisch vorgehen können. Beim Inside-Out-Ansatz entstehen Start-ups aus dem eigenen Unternehmensumfeld. Beim Outside-In-Ansatz arbeiten Unternehmerfamilien mit externen Start-ups zusammen. Gründer aus Unternehmerfamilien können dabei als Brückenbauer zwischen etablierten Unternehmensstrukturen und unternehmerischer Erneuerung wirken.
Die Studie soll Familienunternehmen und Start-ups als Entscheidungsgrundlage dienen, um Kooperationen langfristig, reflektiert und wirksam zu gestalten. Für Kessel beginnt dieser Weg nun mit dem Netzwerk von Familien-Unternehmer-TUM – zwischen Forschung, Gründung und der nüchternen Frage, was eine neue Technologie am Ende für Kunden, Produkte und Prozesse bringt.
