Die Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) ist gemeinsam mit den Universitäten Frankfurt und Darmstadt im Rahmen der Exzellenzinitiative ausgezeichnet worden. Der Erfolg der „Rhein-Main-Universitäten“ ist mit einer Förderung für den Exzellenzverbund verbunden – und soll die internationale Sichtbarkeit der JGU ebenso wie die des Standorts Mainz stärken.

Für Mainz ist das ein starkes Zeichen. Von der größeren internationalen Ausstrahlung könnten schließlich nicht nur Studierende der Mainzer Universität profitieren, sondern auch die Stadt und die gesamte Region. Der Artikel von Andrea Zaschka erschien am 2. Oktober 2026 um 18:00 Uhr als Kommentar.

Ein gemeinsamer Antrag mit großen Zielen

Die Rhein-Main-Universitäten haben im Rahmen der Exzellenzstrategie von Bund und Ländern einen gemeinsamen Antrag in der Förderlinie „Exzellenzuniversitäten“ eingereicht. Sein Titel: „RMU-EXCITE – Excellent. Collaborative. Transformative.“ Die RMU-Allianz soll damit zu einem international führenden Zentrum für Spitzenforschung ausgebaut werden.

Der Verbund will wissenschaftliche und gesellschaftliche Herausforderungen mit wegweisenden Antworten bearbeiten. Dahinter steht auch ein bestimmtes Verständnis von Forschung: Die RMU bekennen sich zu einer Kultur, die Wissenschaft und Gesellschaft stärker verbindet. Dialog, Teilhabe und die gemeinsame Gestaltung von Wissen sollen dabei Bestandteil wissenschaftlicher Exzellenz sein – also nicht bloß hübsche Begleitmusik.

Ermöglicht wurde die Antragstellung durch den Erfolg der drei Universitäten in der Förderlinie „Exzellenzcluster“. Im Mai dieses Jahres wurden fünf Clusterinitiativen der RMU für eine Förderung ab 2026 bewilligt.

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Was hinter der Exzellenzstrategie steckt

Mit der Exzellenzstrategie sollen der Wissenschaftsstandort Deutschland nachhaltig gestärkt und seine internationale Wettbewerbsfähigkeit verbessert werden. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) und der Wissenschaftsrat führen das Programm in zwei Förderlinien durch.

  • In der Förderlinie „Exzellenzcluster“ werden international wettbewerbsfähige Forschungsfelder an Universitäten oder Universitätsverbünden projektbezogen gefördert.
  • Die Förderlinie „Exzellenzuniversitäten“ dient der dauerhaften Stärkung einzelner Universitäten oder Universitätsverbünde und dem Ausbau ihrer internationalen Spitzenstellung in der Forschung.

Für eine Bewerbung als Exzellenzuniversität gelten klare Voraussetzungen: Einzeluniversitäten müssen mindestens zwei Exzellenzcluster vorweisen, Universitätsverbünde mindestens drei. Ein Erfolg im Exzellenzwettbewerb bringt finanzielle Unterstützung von Bund und Ländern sowie nationale und internationale Sichtbarkeit. International wird das Programm als Förderprogramm für wissenschaftliche Spitzenleistungen wahrgenommen.

Exzellenzcluster können fachübergreifende Forschungsfelder langfristig bearbeiten, Forschung und Infrastruktur mit außeruniversitären Partnern weiterentwickeln und die Attraktivität einer Universität als Forschungs- und Studienort erhöhen. Das klingt auf dem Papier trocken, wirkt sich im Hochschulalltag aber auf Räume, Projekte, Kooperationen und die Frage aus, wer künftig nach Rhein-Main kommt.

Mehr als ein Wettbewerb um Geld

Die RMU wollen ihre Attraktivität als Allianz durch gemeinsame und ergänzende Angebote in Forschung und Lehre stärken. Wissenschaftlerinnen und Beschäftigte sollen besser gefördert werden. Außerdem sollen Synergien bei Infrastruktur und Wissenstransfer genutzt werden.

So soll sich die Region als international sichtbares Wissenschaftszentrum profilieren. Ein erfolgreicher gemeinsamer Antrag im Wettbewerb „Exzellenzuniversitäten“ würde den Verbund insbesondere international stärken. Für Mainz könnte das bedeuten, dass die Universität in einem größeren Verbund deutlicher wahrgenommen wird – und dass internationale Kontakte nicht am Campuszaun enden.

Die Projektleitungen des Antrags sind unter exstra@rhein-main-universitaeten.de erreichbar. Ansprechpartnerinnen sind Annabel Bokern von der Stabsstelle Exzellenzstrategie der Goethe-Universität, Dr. Amelie Scheu vom Projekt Exzellenzstrategie der Johannes Gutenberg-Universität und Dr. Matthias Adam aus dem Dezernat Struktur und Strategie der TU Darmstadt.

Der Blick richtet sich damit nicht nur auf einzelne Förderbescheide, sondern auf die Verbindung dreier Hochschulen. Heute, am 3. Oktober 2026, wird der Antrag vom Standort TUM München aus betrachtet vor allem als Frage sichtbar, wie viel internationale Strahlkraft eine Region entwickeln kann, wenn sie ihre Kräfte bündelt.