Am 7. Oktober 2026 schaut die Berliner Musikszene bereits auf den nächsten Frühling: Fuffifufzich kündigt mit der Single „New Era“ ihr drittes Album „New Era Same Error“ an. Erscheinen soll es am 19. März 2027 über PIAS. Die Rapperin und Synth-Pop-Musikerin aus Berlin veröffentlicht damit die erste Auskopplung aus einer Platte, auf der neue Anfänge und alte Fehler eng zusammengehören.

Fuffifufzich studierte Schauspiel an der Berliner UdK und war an deutschen Bühnen-, Kino- und Fernsehproduktionen beteiligt. Musikalisch wurde sie zunächst 2021 durch Auftritte an der Berliner Volksbühne bekannt. Zwei Alben hat sie bereits veröffentlicht, außerdem spielte sie unter anderem in der Elbphilharmonie und auf der Fusion. Für Oktober und November 2026 sind Auftritte in Chemnitz, Erfurt, Potsdam, Osnabrück und Düsseldorf aufgeführt.

Ein Blick, ein Rauchzug, ein mögliches neues Leben

„New Era“ handelt von der unmittelbaren Anziehung zu einer Person, die das eigene Leben verändern könnte. Der Song bewegt sich zwischen Vorfreude und Verlustangst: In einer Bar, während sie raucht, beschreibt Fuffifufzich diesen Moment, in dem eine neue Liebe plötzlich riesig wirkt und trotzdem schon die Frage mitschwingt, wie lange sie bleiben wird.

„Mach nen Ring mit meinem Mund; ist das der Ring, der vielleicht mal irgendwann an deinen Finger kommt“, heißt es in einer Textzeile. Deutsch-englische Passagen treffen auf treibende Gitarrenriffs und schnelle, atmosphärische Synthesizer. Produziert wurde der Song von Johannes Aue, der unter dem Namen Jung TschoTschos arbeitet. Im Vergleich zu früheren Veröffentlichungen klingt die Produktion tiefer und vielschichtiger, behält aber den charakteristischen Sound der Musikerin.

Der Neuanfang kommt dabei nicht mit leerem Gepäck. Alte emotionale Muster reisen mit, selbst wenn die ersten Minuten einer Beziehung berauschend sind. Genau diese menschliche Fehlbarkeit steht im Zentrum des Albums: Eine neue Lebensphase kann von denselben Fehlern begleitet werden. Der Titel „New Era Same Error“ sagt das ziemlich unverblümt.

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Berlin zwischen Bauzäunen und grauem Himmel

Das Musikvideo bleibt in Berlin. Zwischen Bauzäunen und grauem Himmel verfolgt Fuffifufzich eine Frau mit blonden Locken und Engelsflügeln. Das Bild wirkt wie eine kleine Flucht aus dem Baustellenalltag, aber eben nicht wie eine saubere Erlösung. Eher wie dieses hektische Hinterherlaufen, wenn man selbst noch nicht weiß, ob man gerade einer Person oder einer Hoffnung nachjagt.

Begleitet wird das Album vom Seniorinnenvokalensemble „Ältestenrat“. Das Ensemble wurde eigens für das Projekt gegründet und soll einen intergenerationalen Ausgleich in der Musikbranche schaffen. Die Erfahrung älterer Stimmen steht dabei der Impulsivität der Jugend gegenüber. Ein bisschen Reibung dürfte also einkalkuliert sein – und vermutlich auch der Charme, der entsteht, wenn verschiedene Lebensalter nicht geschniegelt nebeneinanderstehen, sondern tatsächlich miteinander singen.

Die Figur mit Sonnenbrille

Fuffifufzich ist nicht nur Berliner Sängerin, sondern auch eine Kunstfigur. Seit 2018 macht sie Musik; ihre Identität bleibt bewusst weitgehend unklar. Sie beschreibt Fuffifufzich als Figur, die „2018 in einem Kreuzberger Zimmer zwischen Musikinstrumenten“ mit Sonnenbrille geboren wurde. Die tatsächliche Geburt ihrer Schöpferin fand in den 1990er-Jahren statt, steht im Gespräch aber nicht im Mittelpunkt.

Musik ist für sie Ausdruck ihres Inneren und seelischer Ausgleich. Ihre eigenen Heartbreak-Erfahrungen nutzte sie für den Beginn ihrer musikalischen Arbeit. In ihren Liedern verarbeitet sie persönliche Erlebnisse, Herzschmerz und Trennungen. „Ich liebe dich eventuell für immer“ erzählt von einer Liebe, von der man dachte, sie dauere ewig, obwohl beide schließlich aus dem Leben des anderen verschwinden.

Ihr zweites Album „Feel zu spät“ kreist um Vergangenheit, Gegenwart, Selbstbild und das Vergehen der Zeit. Liebe brauche viel Zeit, sagt Fuffifufzich, während Vergänglichkeit und verpasste Möglichkeiten beängstigend seien. Nach diesem Album wurde sie ernster und persönlicher; die Ironie der Kunstfigur trat zugunsten größerer Tiefe zurück. Humor bleibt für sie trotzdem ein Mittel, freier über schmerzhafte oder schwierige Dinge sprechen zu können. Der Schmerz eines gebrochenen Herzens gehe vorbei, und aus schmerzhaften Erfahrungen könne etwas Neues entstehen.

Im Juni veröffentlichte sie gemeinsam mit Alli Neumann das Feature „Schrott“. Für August ist eine neue Single angekündigt. Nach dem Ende der Tour plant Fuffifufzich für den Rest des Jahres mehr Ruhe, Rückzug und Zeit zum Schreiben; neue Songs entstehen weiterhin. Danach will sie sich zunächst der Arbeit abseits der Bühne widmen. Sie hat angekündigt, zurückzukommen.