980.100 Euro für Bonns Endenicher Park: Neue Sportflächen, Rampen und Aufenthaltsorte geplant
Der Endenicher Park in Bonn soll in den kommenden Jahren deutlich mehr können als heute: Skateboard fahren, Körbe werfen, bolzen, trainieren, boulen – und zwischendurch einfach sitzen. Dafür erhält die Stadt 980.100 Euro aus dem Bundesprogramm „Sanierung kommunaler Sportstätten“.
Staatssekretär Olaf Joachim überreichte den symbolischen Förderscheck am Montag, 19. Oktober 2026, im Alten Rathaus an Oberbürgermeister Guido Déus. Die Stadtverwaltung will 2027 mit der Umsetzung beginnen. Für Bonn ist das Projekt auch an der Uni Bonn ein Thema, denn der Park liegt mitten in einem dicht genutzten Stadtteil, in dem Sport- und Freiräume nicht gerade im Überfluss vorhanden sind.
Skatepark, Basketball und neue Wege
Die bestehenden Sport- und Bewegungsflächen sollen in zwei Bereichen saniert beziehungsweise erneuert werden. Vorgesehen sind die Sanierung des Skateparks, ein neues Basketball- und Streetballfeld sowie eine neue Calisthenics-Anlage. Auch der Kleinspielfeldbereich, die Boulebahnen und der Bolzplatz werden erneuert.
Zusätzlich sind erweiterte Flächen für Fußball und Breitensport geplant. Ein 3×3-Basketballfeld mit Sitztribüne soll dazukommen, ebenso ein Pumptrack für Kinder und ein Outdoor-Fitnessbereich für Jugendliche und Erwachsene. Der Bolzplatz wird umfassend aufgewertet – also nicht bloß ein bisschen Farbe und fertig.
Neue Aufenthaltsflächen und Verbindungswege sollen das Gelände besser zusammenführen. Barrierefreie Wege und Rampen sowie rollstuhlgerechte Zugänge zu den Sportflächen gehören ebenfalls zur Planung. Für angenehmere Pausen sind neue Sitzmöglichkeiten, zwölf Baumpflanzungen und eine neue Beleuchtung vorgesehen.
Ideen aus dem Stadtteil
Die Umgestaltung wurde in einem Beteiligungsprozess geplant. Bürgerinnen und Bürger aus dem Stadtteil konnten Ideen und Anregungen einbringen; sie sollen in die konkreten Maßnahmen einfließen. Der Park soll damit zu einem modernen Ort für Bewegung, Begegnung und Teilhabe ausgebaut werden.
Der Endenicher Stadtverordnete und SPD-Fraktionsvorsitzende Max Biniek sieht in der Förderung Verbesserungen bei den Bewegungsangeboten, der Aufenthaltsqualität und den Freizeitmöglichkeiten im Quartier. Der für Bonn zuständige SPD-Bundestagsabgeordnete Sebastian Hartmann verweist auf die geplanten Angebote für Kinder, Jugendliche und den Breitensport.
Die Gesamtkosten des Projekts betragen 2,2 Millionen Euro. Die Bundesförderung deckt rund 45 Prozent der Kosten; auf diesen Anteil ist sie begrenzt. Der Rest muss anderweitig finanziert werden – eine Zahl, die bei Bauprojekten bekanntlich gern größer wird, als man zunächst denkt.
Ein Programm gegen den Sanierungsstau
Das Bundesprogramm unterstützt Kommunen beim Abbau des Sanierungsstaus bei kommunalen Sportstätten. Für das Sondervermögen Infrastruktur und Klimaneutralität, kurz SVIK, stellte der Bundestag in den Wirtschaftsplänen 2025 und 2026 insgesamt 916 Millionen Euro für das Programm „Sanierung kommunaler Sportstätten“ (SKS) bereit.
SKS löst das bisherige Bundesprogramm „Sanierung kommunaler Einrichtungen in den Bereichen Sport, Jugend und Kultur“ (SJK) ab und ist ausschließlich auf Sportstätten ausgerichtet. Die geförderten Projekte sollen für den gesellschaftlichen Zusammenhalt und die soziale Integration in den Kommunen von besonderer Bedeutung sein.
In der ersten Förderrunde SKS I standen 333 Millionen Euro zur Verfügung. Das Interessenbekundungsverfahren lief vom 16. Oktober 2025 bis zum 15. Januar 2026. Beim Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) gingen über 3.600 Projektskizzen mit beantragten Bundesmitteln von insgesamt rund 7,5 Milliarden Euro ein.
Der Haushaltsausschuss des Bundestags wählte am 22. April 2026 insgesamt 314 Projekte zur Förderung aus. In der ersten Förderrunde wurden damit rund 3.600 Projektskizzen berücksichtigt; zu den ausgewählten Vorhaben gehört nun auch die Umgestaltung des Endenicher Parks.
Weitere Förderrunden stehen an
Für die zweite Förderrunde SKS II ist ein weiterer Projektaufruf mit 333 Millionen Euro Programmmitteln voraussichtlich am 26. Oktober 2026 vorgesehen. Weitere Informationen zu SKS II und den geltenden Förderbedingungen sollen rechtzeitig auf der Website des Bundesministeriums für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen veröffentlicht werden.
Zusätzlich stellte der Bundestag 250 Millionen Euro speziell für die Sanierung kommunaler Schwimmbäder bereit. Das Interessenbekundungsverfahren für die Förderrunde „SKS-Schwimmbäder“ endete am 19. Juni 2026. Beim BBSR gingen rund 939 Projektskizzen mit beantragten Bundesmitteln von insgesamt rund 3,2 Milliarden Euro ein.
Der Haushaltsausschuss wählte daraus am 23. September 2026 insgesamt 195 Projekte zur Förderung aus. Im Endenicher Park geht es derweil um trockenere Sportflächen, neue Rampen, Körbe, Rollen und Sitzplätze – und um einen Ort, an dem man nach dem Training nicht sofort wieder verschwinden muss.
