Emma Aicher ist beim Saisonstart im alpinen Ski-Weltcup in Sölden direkt aufs Podest gerast. Die 22-Jährige belegte den dritten Platz und meldete damit früh Ansprüche an: Aicher gilt als Anwärterin auf den Gesamtweltcup.

Für Mikaela Shiffrin nahm das Rennen dagegen eine überraschende Wendung. Die US-Amerikanerin fiel vom ersten auf den siebten Rang zurück. Der Bericht wurde am 24. Oktober 2026 zuletzt aktualisiert.

Aicher macht Druck – und bleibt bis zum Schluss dran

Wie viel in dieser Saison möglich war, zeigte sich später beim letzten Rennen in Hafjell. Vor dem abschließenden Riesenslalom lag Shiffrin 85 Punkte vor Aicher. Für den Gesamtweltcup-Sieg hätte Aicher gewinnen müssen, während Shiffrin außerhalb der Top 15 hätte bleiben müssen.

Shiffrin fuhr im ersten Durchgang mit der Startnummer sieben fehlerhaft und lag zunächst nur auf Rang 17. Aicher erwischte dagegen einen starken Lauf. Viele ihrer Schwünge fuhr sie mit hohem Tempo, das Ergebnis war der dritte Zwischenrang.

Im zweiten Durchgang musste Shiffrin mindestens zwei Plätze gutmachen. Sie wurde kontrollierter, leistete sich deutlich weniger Fehler und übernahm zunächst sogar die Führung. Mit einer Platzierung unter den besten 15 war der Gesamtweltcup für sie gesichert.

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Aicher verfolgte Shiffrins Ergebnis im Startbereich auf einem Bildschirm. Kurz nach der ersten Zwischenzeit unterlief ihr dann ein großer Fehler. Sie verlor viel Zeit und fiel auf Rang zwölf zurück – einen Platz hinter Shiffrin.

Silber, Siege und zehn Podestplätze

Den Riesenslalom in Hafjell gewann Valerie Grenier aus Kanada vor Mina Fürst Holtmann aus Norwegen und Julia Scheib aus Österreich. Shiffrin holte den Gesamtweltcup mit 87 Punkten Vorsprung auf Aicher.

„Sehr, sehr zufrieden“ sei sie mit ihrer Saison, erklärte Aicher. Bis zum Ende habe sie mithalten können. Ihr Winter war ein deutlicher Leistungssprung: In allen vier Disziplinen etablierte sie sich in der Weltspitze.

Bei den Olympischen Spielen gewann Aicher Silber in der Abfahrt und in der Team-Kombination. Im Weltcup feierte sie drei Siege in Abfahrt und Super-G. Zehnmal stand sie insgesamt auf einem Weltcup-Podest, viermal davon im Slalom.

Auch die Disziplinenwertungen erzählen diese Geschichte. In der Abfahrt wurde Aicher Gesamtzweite, nachdem sie 2025 noch Rang neun belegt hatte. Im Super-G kam sie auf Platz drei; 2025 war sie dort 15.

Shiffrin zeigte sich nach dem Rennen erleichtert. Wegen Aichers Leistung sei sie sehr nervös gewesen. Der Auftakt in Sölden hatte bereits angedeutet, dass diese Saison kein gemütlicher Spaziergang werden würde – eher eine Fahrt mit ordentlich Zug auf der Kante.