Prozess um mutmaßlichen Femizid nach Babyfund vor koptischem Kloster in Waldsolms
Vor dem koptisch-orthodoxen Kloster St. Antonius in Waldsolms ist das drei Monate alte Baby eines Ehepaars gefunden worden. Während der Säugling entdeckt wurde, beschäftigt der Fall nun auch das Gericht: Gegen den Ehemann läuft ein Prozess.
Der Angeklagte erschien mit einer schwarzen Kapuze über dem Kopf im Gerichtssaal. Ihm wird vorgeworfen, seine Ehefrau erwürgt oder erstickt zu haben. Die Leiche der Frau soll anschließend zerteilt worden sein. Auf einem Teilstück der A45 bei Olpe wurden die Hände der Toten gefunden.
Ein Fall mit vielen offenen Fragen
Mehr lässt sich aus den vorliegenden Angaben nicht sicher ableiten. Fest steht nur: Der Fundort des Babys, das Verfahren gegen den Ehemann und die auf der Autobahn entdeckten Körperteile gehören zu einem Fall, der weit über Waldsolms hinaus Aufmerksamkeit erregt. Der Artikel zu dem Geschehen wurde zuletzt am 13. Oktober 2026 aktualisiert.
Für Studierende und Beschäftigte an der Universität Bonn liegt der Fall damit auch in einem größeren gesellschaftlichen Zusammenhang. Häusliche Gewalt bleibt oft lange unsichtbar, bis Nachbarn, Angehörige oder Einsatzkräfte eingreifen müssen. Bei mutmaßlichen Tötungsdelikten in Partnerschaften kommen außerdem juristische, kriminalistische und psychologische Fragen zusammen – und manchmal sitzt man beim Lesen erst einmal still da.
Fachbuch ordnet Gewalt und Femizide ein
Eine fachliche Einordnung bietet die Broschüre „Häusliche Gewalt und Femizide in Deutschland“ mit dem Untertitel „Strukturen, Ursachen und Gegenmaßnahmen“. Verfasst wurde sie von Annette Marquardt, Carola Oelfke und Nahlah Saimeh. Das Buch erschien 2025 beim Verlag W. Kohlhammer in Stuttgart, trägt die ISBN 978-3-17-046223-6 und umfasst 239 Seiten. Die Broschüre kostet 32 Euro.
Die Besprechung wurde am 12. Januar 2026 veröffentlicht. Behandelt werden häusliche Gewalt und Femizide aus juristischer, kriminologischer, psychologischer und psychiatrischer Perspektive. Die Autorinnen gehen außerdem auf mögliche gesellschaftliche Ursachen, Risikofaktoren, statistische Daten, Schutzmaßnahmen und Diskussionsansätze zu Femiziden ein.
Gedacht ist das Werk für Fachkräfte aus Justiz, Polizei und Sozialarbeit ebenso wie für politisch und gesellschaftlich Interessierte. Der breite thematische Ansatz ermöglicht unterschiedliche Einblicke. Nach Angaben der Besprechung fehlt stellenweise allerdings eine stärkere Fokussierung. Für Leserinnen und Leser mit praxisorientiertem Interesse seien einzelne Themen nicht immer klar genug strukturiert; zudem fehlten teilweise stärker verdichtete Handlungsperspektiven.
Die Veröffentlichung wird dennoch als Beitrag zur Auseinandersetzung mit häuslicher Gewalt und Femiziden eingeordnet. Annette Marquardt veröffentlichte außerdem einen Beitrag über Femizid, der sich auf Inhalte des Buches bezieht: „Versuchter Femizid auf offener Straße vor Augenzeugen“, erschienen in DK 1–2/26 auf den Seiten 14–18. Als Schlagwörter sind „Kriminalistik“ und „Ermittlungen“ angegeben.
Quelle: General-Anzeiger
Einordnung: Bund Deutscher Kriminalbeamter
