Am Samstagabend gegen 19 Uhr soll ein 41-Jähriger in Bremen drei Mädchen im Alter von etwa 8 bis 13 Jahren in der Straßenbahnlinie 10 Richtung Gröpelingen rassistisch beleidigt haben. Zudem soll er sich homophom geäußert haben. Die Polizei sucht nun die Kinder beziehungsweise ihre Eltern als mögliche Zeuginnen.

Ein 25-jähriger Fahrgast stellte sich schützend zwischen den Mann und die Mädchen und forderte ihn auf, die Beschimpfungen zu beenden. Der 41-Jährige setzte die Beleidigungen jedoch fort – nun richteten sie sich auch gegen den Helfer.

Angriff mit einer Glasflasche

An der Endhaltestelle beziehungsweise am Depot in Bremen-Gröpelingen stiegen die drei Mädchen in einen Bus um. Als der 25-Jährige sah, dass der 41-Jährige den Kindern offenbar folgen wollte, griff er erneut ein und zog ihn aus dem Bus.

Daraufhin schlug der 41-Jährige dem 25-Jährigen unter anderem mit einer Glasflasche auf den Kopf. Der Helfer wurde verletzt, wehrte sich und brachte den Angreifer zu Boden. Dort hielt er ihn bis zum Eintreffen der Polizei fest.

Die Polizei Bremen lobte das couragierte Einschreiten und die Zivilcourage des 25-Jährigen. Für die Ermittlungen werden die drei Mädchen beziehungsweise deren Eltern gesucht. Die Kinder sind zwischen acht und 13 Jahre alt, haben eine dunkle Hautfarbe und lange geflochtene Haare. Eines der Mädchen trug eine blaue Brille.

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Hinweise nimmt der Kriminaldauerdienst Bremen unter 0421 362-3888 entgegen. Die Eltern werden gebeten, sich bei der Polizei zu melden.

Was rassistische Ausgrenzung psychisch bedeutet

Der Vorfall berührt auch eine Frage, die über die Straßenbahn hinausgeht: Was machen rassistische Beleidigungen und Bedrohungen mit den Betroffenen? Daten des Rassismusmonitors zeigen für die 1. Welle 2022 und die 5. Welle 2024 die durchschnittlichen, gruppenspezifischen PHQ-4-Werte nach Geschlecht.

Die durchschnittliche psychische Belastung lag über den gesamten Beobachtungszeitraum niedrig. Bei der Mehrheit der Befragten traten keine oder nur milde Symptome auf. Rassistisch markierte Personen wiesen jedoch zu beiden Messzeitpunkten eine höhere psychische Belastung auf als nicht rassistisch markierte Personen; dieser Unterschied blieb zwischen 2022 und 2024 stabil.

Innerhalb der rassistisch markierten Gruppen gab es bei der durchschnittlichen psychischen Belastung keine signifikanten Unterschiede. Frauen zeigten in allen Gruppen tendenziell höhere Belastungswerte als Männer. Statistisch signifikant war dieser Geschlechterunterschied allerdings nur bei nicht rassistisch markierten Personen.

Das allgemeine Belastungsniveau veränderte sich im Zeitverlauf kaum. In einigen rassistisch markierten Gruppen war ein leichter Anstieg zu beobachten, während die Werte bei Schwarzen Frauen etwas zurückgingen. Wegen der geringen Fallzahl bei Schwarzen Frauen lassen sich daraus keine belastbaren oder allgemeingültigen Schlussfolgerungen ziehen.

Der Artikel basiert auf Informationen von buten un binnen, RTL und dem Rassismusmonitor. Die Redaktion der Uni Bremen berichtet am 11.10.2026.