EU-Parlament stärkt Erstattungsrechte bei ausgefallenen Reisen
Das Europäische Parlament hat heute, am 20. Oktober 2026, in Straßburg für neue Regeln zur Stärkung der Rechte von Reisenden gestimmt. Für Passagiere könnte sich damit vor allem bei ausgefallenen Flügen etwas ändern: Ihr Geld soll auch dann zurückkommen, wenn sie über einen Drittanbieter gebucht haben.
Das gilt ebenso für die Vermittlungsgebühren. Drittanbieter müssten sie künftig ebenfalls erstatten, wenn eine Reise ausfällt. Bisher war die Rückerstattung in solchen Fällen für Reisende oft unnötig mühsam – mehrere Stellen, unterschiedliche Formulare, und irgendwo dazwischen hängt die Buchungsbestätigung.
Ein Formular für Flug, Bus, Bahn und Fähre
Auf der Website der EU-Kommission soll künftig ein einheitliches Beschwerdeformular bereitstehen. Darüber können Reisende Erstattungen oder Entschädigungen für Flüge, Busse, Bahnen oder Fähren beantragen. Ein Weg für alle Verkehrsdienstleister also, statt jedes Mal neu herauszufinden, wer eigentlich zuständig ist.
Mit den Änderungen übernimmt die EU mehrere Urteile des Europäischen Gerichtshofs in geltendes EU-Recht. Der Anspruch auf Erstattung und Entschädigung bleibt dabei unverändert. Auch die sogenannte Drei-Stunden-Regel bleibt bestehen.
Eine weitere Neuerung betrifft Menschen mit Behinderungen: Ihre Begleitpersonen sollen künftig kostenlos im Flugzeug mitfliegen dürfen. Für Bus und Bahn gilt diese Regel bereits. EU-weit soll außerdem einheitlich festgelegt werden, welche Hunde als Assistenzhunde anerkannt werden.
Noch fehlt die Zustimmung der Mitgliedstaaten
Ganz durch ist die Sache noch nicht. Der Rat der 27 EU-Mitgliedstaaten muss den Änderungen formal zustimmen. Rat und Parlament hatten sich bereits im Sommer auf die Regeln geeinigt; nun steht noch dieser letzte formale Schritt an.
Parallel sprach sich das Parlament in einem unverbindlichen Beschluss mit großer Mehrheit für den Ausbau des europäischen Hochgeschwindigkeitszugnetzes aus. Europas Hauptstädte sollen dadurch besser miteinander verbunden werden. Für Reisende wäre das die größere, langsamere Baustelle: weniger Umsteigen, mehr direkte Verbindungen – und hoffentlich nicht nur auf den Plänen.
Die Nachricht wurde am 20. Oktober 2026 im Deutschlandfunk ausgestrahlt. Schauplatz der Abstimmung war Straßburg; hier an der Uni Europa bleibt vorerst vor allem die praktische Frage: Wer sein Ticket über eine Plattform kauft, soll bei einem Ausfall künftig nicht zwischen Airline und Vermittler verloren gehen.
