Europäische Akademie für Hochschulführung startet mit Krems als wissenschaftlichem Knotenpunkt
In Europa entsteht eine neue Akademie für Hochschulführung – und die Universität für Weiterbildung Krems ist mittendrin. Gemeinsam mit der European University Association (EUA) und weiteren Partnern beteiligt sie sich an der „European University Leadership Academy“, die Führungskräfte bei den aktuellen Herausforderungen des Hochschulalltags unterstützen soll.
Der Projektstart ist für Ende 2026 vorgesehen. Gefördert wird das Vorhaben von der Europäischen Union im Rahmen des Programms Erasmus+. Für die Universität für Weiterbildung Krems ist das Projekt am Department für Hochschulforschung angesiedelt. Der Schauplatz: Uni Europa – mit Krems als einem der beteiligten wissenschaftlichen Knotenpunkte.
Vier Bausteine für die Pilotphase
Die Pilotphase ist auf 24 Monate angelegt und umfasst vier Angebote. Geplant sind Leadership-Module zu aktuellen Herausforderungen im Hochschulbereich sowie sogenannte Foresight Labs, die sich mit Resilienz und Nachhaltigkeit beschäftigen. Dazu kommt ein europäisches Mentoringprogramm, das Frauen auf ihrem Weg in akademische Führungspositionen unterstützen soll.
Der vierte Baustein sind internationale Netzwerke für den Austausch zwischen Universitäten. Also nicht nur Vorträge und Unterlagen, sondern Kontakte, Gespräche und Einblicke über Ländergrenzen hinweg – dort, wo Hochschulen oft mit ähnlichen Problemen kämpfen, aber nicht immer voneinander wissen.
Zusätzlich soll eine frei zugängliche Wissensplattform entstehen. Sie bündelt wissenschaftliche Erkenntnisse und hochschulpolitische Informationen und macht sie öffentlich verfügbar. Gerade im Hochschulalltag, in dem zwischen Sitzungen, Reformpapieren und dem nächsten dringenden E-Mail-Postfach schnell die Luft dünn wird, könnte so ein gemeinsamer Wissensspeicher hilfreich sein.
Wissenschaft trifft Führungspraxis
Departmentleiter Attila Pausits betont die Bedeutung der Verbindung von wissenschaftlichen Erkenntnissen, praktischer Erfahrung und neuen Lösungsansätzen in der Hochschulführung. Die Akademie soll also nicht im Elfenbeinturm bleiben. Gefragt sind Modelle, die sich in Universitäten tatsächlich anwenden lassen – und nicht bloß gut auf Papier aussehen.
Das Ziel reicht über die zweijährige Pilotphase hinaus: Entstehen soll ein dauerhaftes und europaweit übertragbares Modell zur Entwicklung von Führungskräften. Beteiligt sind neben der Universität für Weiterbildung Krems und der EUA auch das deutsche CHE Centrum für Hochschulentwicklung sowie die European Association for the Applied Sciences in Higher Education (EURASHE).
Bis zum geplanten Start Ende 2026 bleibt noch Vorbereitungsarbeit. Dann soll sich zeigen, wie Leadership-Module, Foresight Labs, Mentoring, internationale Netzwerke und die Wissensplattform zusammenspielen – und ob daraus tatsächlich eine gemeinsame europäische Lernwerkstatt für Hochschulleitungen wächst.
