Auf dem Campus Westend der Goethe-Universität Frankfurt haben der AStA und der Verein Offenes Haus der Kulturen mit einem symbolischen Spatenstich und Baggerbiss für ein neues Studierendenhaus protestiert. Rund 50 Menschen waren dabei. Gebaut wurde an diesem Tag allerdings nicht: Die Aktion war ausdrücklich kein offizieller Baubeginn, sondern ein Zeichen gegen die seit Jahren anhaltende Verzögerung.

Das geplante Gebäude soll der Studierendenschaft selbstverwaltete Räume für politische und kulturelle Aktivitäten bieten. Laut AStA-Vorstandsmitglied Lukas Grotthaus warten die Studierenden seit rund 25 Jahren auf den versprochenen Neubau. Beim jüngsten Treffen mit dem Universitätspräsidium sei die Fertigstellung nun erst für 2032 angekündigt worden. Ein Datum, das bei vielen wohl eher Ernüchterung als Vorfreude auslöst.

Ein Neubau, der immer weiter verschoben wird

Das ursprüngliche Studierendenhaus steht auf dem Campus Bockenheim. Bis 1953 wurde es mit einer Spende der Amerikanischen Hochschulkommission errichtet. Nach dem Ende der NS-Zeit sollte es einen Ort für demokratischen und kulturellen Austausch schaffen. Als die Universität Anfang der 2000er-Jahre auf den Campus Westend umzog, sollte auch das Studierendenhaus mitziehen.

Dazu kam es bislang nicht. Als Gründe wurden unter anderem Klagen von Anwohnern wegen befürchteter Lärmbelastung, Uneinigkeiten zwischen Universitätspräsidium und AStA sowie die Auswirkungen der Corona-Pandemie genannt. Danach stiegen die Baukosten, während das Hochschulbauprogramm Heureka gekürzt beziehungsweise zeitlich gestreckt wurde. Der Neubau, so Tim Schuster vom Offenen Haus der Kulturen, sei seit zwölf Jahren fertig geplant.

Der frühere AStA-Vorstand Daniel Katzenmaier sieht vor allem fehlenden politischen Willen. Zunächst seien Anwohnerklagen, dann Corona-bedingte Kostensteigerungen und schließlich die Kürzung des Heureka-Programms als Begründungen für die Verzögerungen genannt worden. Bei ausreichendem politischen Willen wäre das Studierendenhaus bereits gebaut, erklärte Katzenmaier. Das Präsidium und die Studierenden müssten sich stärker engagieren.

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Das alte Haus bleibt vorerst wichtig

Im Gebäude auf dem Campus Bockenheim soll künftig das soziokulturelle Zentrum Offenes Haus der Kulturen einziehen. Der Verein setzt sich seit 17 Jahren gemeinsam mit dem AStA für den Erhalt des alten Studierendenhauses ein. Ursprünglich war dessen Abriss vorgesehen. Inzwischen wurde vereinbart, dass der Verein das Gebäude künftig übernehmen darf.

Ein „Letter of Intent“ zwischen dem Land Hessen, der Stadt Frankfurt und dem Verein hält diese Perspektive fest. Außerdem ist darin vorgesehen, dass der AStA und Hochschulgruppen das alte Haus nutzen dürfen, bis der Neubau fertiggestellt ist. Für die studentische Selbstverwaltung bleibt der Bau in Bockenheim damit vorerst mehr als bloß eine Erinnerung aus der Vor-Westend-Zeit.

Universität verweist auf neue Hürden

Das Universitätspräsidium erklärte, der Protesttermin sei nicht mit ihm abgestimmt gewesen. Die Universität habe den Bau eines Studierendenhauses auf dem Campus Westend beantragt. Bauherr soll das Land Hessen sein, vertreten durch den Landesbetrieb Bau und Immobilien Hessen, kurz LBIH.

Wegen neuer Bauvorschriften müsse allerdings ein neuer Bauantrag gestellt werden. Zusätzlich bestehe weiterhin eine Finanzierungslücke, weil sich das Projekt durch die Verzögerungen verteuert habe. Auch beim Hochschulbauprogramm Heureka verschiebt sich der Zeithorizont: Die vorgesehenen 1,4 Milliarden Euro sollen nicht wie geplant von 2027 bis 2031 ausreichen, sondern bis 2036. Die Konferenz Hessischer Universitätspräsidien bezeichnete das als faktische Halbierung der verfügbaren Mittel.

Mehr lässt sich aus der zusätzlich genannten Quelle zum Bauprogramm Heureka nicht verlässlich ableiten: Der bereitgestellte Text ist nicht lesbar beziehungsweise offenbar binär oder fehlerhaft kodiert. Auf dem Campus Westend bleibt damit vorerst vor allem eines sichtbar – der Protest gegen ein Haus, dessen Planung längst fertig sein soll, dessen Bau aber weiter auf sich warten lässt.