LiDAR macht 158 Massenbewegungen am Feldberg sichtbar
An der Uni Freiburg legt Lea Hagenbach in ihrer ersten PhD-Publikation eine Karte von Massenbewegungen in der Feldbergregion des Schwarzwalds vor. Dafür verband sie geomorphologische Kartierungen im Gelände mit der Auswertung von LiDAR-Daten – also Laserscan-Aufnahmen, die die Landschaft sehr detailliert abbilden.
Die Untersuchung erfasst 158 Massenbewegungen. Zusammen betreffen sie 36,2 Quadratkilometer, also sechs Prozent jener Fläche, die während des Letzten Glazialen Maximums vergletschert war. Im Gelände und auf den Daten wurden charakteristische Merkmale identifiziert, klassifiziert, abgegrenzt und analysiert. Klingt trocken, ist es aber nicht: Wo Hänge verrutscht sind, erzählt der Boden oft noch lange davon.
Ein genauer Blick unter die Baumkronen
Eine wichtige Grundlage bildet ein Geländemodell mit einer Bodenauflösung von 0,4 × 0,4 Metern. Es wurde aus Laserscan-Daten einer Befliegung im Frühjahr 2015 abgeleitet. Interpoliert wurden dabei Laserstrahlen, die vom Boden reflektiert wurden – nicht von Blättern, Ästen oder Stämmen.
So zeigt das Modell die Geländeoberfläche ohne Vegetationsschicht. Selbst im bewachsenen Schwarzwald können dadurch Strukturen sichtbar werden, die sonst leicht unter dem Grün verschwinden: ehemalige Wege, Entwässerungsgräben, Köhlerplätze und Grundmauern. Mit einem ebenfalls aus Laserscandaten erstellten Baumkronenhöhenmodell lassen sich außerdem die Höhen einzelner Bäume bestimmen. Werden mehrere Zeitpunkte miteinander verglichen, wird daraus ein Werkzeug zur Untersuchung der Walddynamik.
Zwei Regionen fallen auf
Die Massenbewegungen verteilen sich nicht gleichmäßig über die Feldbergregion. Zwei Schwerpunktregionen stechen hervor. Dort treten die Bewegungen häufiger auf, sind größer und weisen auch größere vertikale Ausdehnungen auf.
Die Ergebnisse ergänzen die verfügbaren Informationen zu postglazialen Massenbewegungen im südlichen Schwarzwald. Zugleich helfen sie, die Landschaftsentwicklung nach dem Rückzug des Eises besser zu verstehen. Ein Hang kann dabei still aussehen und trotzdem eine ziemlich lange Geschichte im Untergrund mit sich herumtragen.
Gerade das Zusammenspiel aus genauer Geländearbeit und hochaufgelösten Laserdaten macht die Karte aussagekräftig: Zwischen Wald, alten Spuren menschlicher Nutzung und den Formen einer nachglazial geprägten Landschaft werden Veränderungen sichtbar, die man beim Spaziergang am Feldberg leicht übersieht.
