Neues Sprecherteam für das SRF-Format «Wort zum Sonntag»
Ab Samstag, 7. November 2026, bekommt das «Wort zum Sonntag» auf SRF 1 ein neues Sprecherteam. Fünf Theologinnen und Theologen wechseln sich künftig mit kurzen christlichen Kommentaren zu aktuellen Themen und gesellschaftlichen Debatten ab. Knapp vier Minuten dauert ein Beitrag – genug Zeit für einen Gedanken, manchmal wohl auch für einen kleinen Stich ins Wespennest.
Zu sehen ist die Sendung samstagabends um 20 Uhr auf SRF 1, außerdem wird sie online ausgestrahlt beziehungsweise ist dort abrufbar. Die neue Besetzung wurde gemeinsam mit den Beauftragten für Radio und Fernsehen der drei Landeskirchen ausgewählt und geschult. In der Regel wird das Team alle zwei Jahre erneuert.
Fünf Stimmen, unterschiedliche Wege
Zum Team gehört Jonas Amherd, Jahrgang 1989. Der römisch-katholische Theologe arbeitet als Pfarreiseelsorger im Glaubensraum Brig-Glis-Naters-Mund, ist Kantonspräses der Jubla Wallis und Seelsorger am Kollegium Spiritus Sanctus Brig. Studiert hat er Theologie in Freiburg und an der Dominican School of Philosophy and Theology in Berkeley.
Isabella Senghor, Jahrgang 1992, ist ebenfalls römisch-katholische Theologin. Sie ist ausgebildete Journalistin und arbeitet in leitender Funktion beziehungsweise als leitende Seelsorgerin in der Bistumsregion Deutschfreiburg.
Der reformierte Pfarrer Tobias Zehnder, Jahrgang 1984, ist unter anderem in der Kirchgemeinde Birsfelden BL tätig. An der Universität Bern forscht er zum Verhältnis von Autismus und Theologie. Silvia Stohr, Jahrgang 1987, arbeitet als reformierte Pfarrerin in der Kirchgemeinde Frieden Heiliggeist in Bern. Außerdem begleitet sie als Coach und Supervisorin Lernvikariate und Pfarrpersonen.
Stephan Feldhaus ist mit Jahrgang 1962 der älteste im neuen Team. Der promovierte Theologe und christkatholische Pfarrer im Fricktal war als Sozialethiker wissenschaftlich tätig und leitete anschließend mehr als 20 Jahre die Kommunikationsbereiche internationaler Unternehmen. Von 2010 bis Ende September 2019 stand er an der Spitze der Konzernkommunikation von Roche und gehörte der erweiterten Konzernleitung an. Zuvor arbeitete Feldhaus ab 1999 bei Siemens, zuletzt als Kommunikationschef der Gesundheitssparte. Heute ist er Verwaltungsrat, Unternehmensberater und Pfarrer.
Neustart mit vertrautem Sendeplatz
Das Quintett löst Stina Schwarzenbach, Tatjana Oesch, Jonathan Gardy, Theo Pindl und Reto Studer ab. Bei den bisherigen Sprecherinnen und Sprechern handelte es sich um Stina Schwarzenbach und Reto Studer aus der evangelisch-reformierten Tradition, um die römisch-katholischen Stimmen Tatjana Oesch und Jonathan Gardy sowie um den christkatholischen Theo Pindl.
Das «Wort zum Sonntag» kommentiert religiöse, spirituelle und ethische Fragen des Individuums und der Gesellschaft. Im Mittelpunkt stehen aktuelle gesellschaftliche Themen ebenso wie Fragen der persönlichen Lebensgestaltung – aus christlicher Perspektive, aber nicht als Kanzelrede. Die Beiträge sind persönliche Kommentare: Die Mitwirkenden verbinden ihre Aussagen mit eigenem Wissen und gelebter Spiritualität und sprechen jeweils in eigenem Namen. Die publizistische Verantwortung liegt bei der Redaktion.
Das Team ist paritätisch mit Frauen und Männern aus der katholischen und evangelischen Tradition besetzt; mit Feldhaus ist außerdem die christkatholische Kirche vertreten. Zwei Theologinnen und drei Theologen teilen sich künftig den Samstagabend, wobei Feldhaus gemeinsam mit zwei Theologinnen und zwei weiteren Theologen abwechselnd aktuelle Themen kommentiert.
Seit 1954 auf Sendung
Die Geschichte reicht bis Juni 1954 zurück. Damals startete die Sendung unter dem Titel «Zum heutigen Sonntag». Seit 1958 heißt sie «Das Wort zum Sonntag». Nach der «Tagesschau» gilt sie als das zweitälteste ununterbrochen ausgestrahlte SRF-Format und gehört neben der «Tagesschau» zu den ältesten Sendungen des Schweizer Fernsehens.
Wie direkt solche Beiträge sein dürfen, zeigt ein zitierter Beitrag aus dem Jahr 1982. Darin hieß es: «Jesus sprach die Armen selig, und nicht zur Ausgewogenheit auch noch die Reichen.» Am Samstag, 7. November 2026, beginnt nun die nächste Runde – pünktlich um 20 Uhr, während in Freiburg vermutlich schon die ersten Leute überlegen, ob noch Kaffee da ist.
