Am 31. Oktober 2026 wurde Lazare Preldakaj in der Kirche Notre-Dame Immaculée in Payerne zum ständigen Diakon geweiht. Die Feier begann um 15 Uhr. Bischof Charles Morerod, Bischof von Lausanne, Genf und Freiburg, nahm die Weihe vor. Preldakaj hatte sich seinen Weg dorthin nicht geradlinig ausgesucht – eher Schritt für Schritt, manchmal gegen den Wind.

Der neue Diakon stammt aus Nordalbanien. Er wuchs unter einem kommunistischen Regime auf, das Religion und Religionsausübung verbot. Seine Familie gab ihm den christlichen Glauben heimlich weiter. Nach dem Ende des staatlichen Atheismus 1990 besuchte er ein Franziskaner-Priesterseminar und studierte anschließend bei den Jesuiten Theologie und Philosophie. Tief verwurzelt ist er bis heute in der franziskanischen Spiritualität.

Von Mutter Teresa nach Payerne

2003 reiste Preldakaj zur Seligsprechung von Mutter Teresa nach Italien und ließ sich dort nieder. Im selben Jahr verließ er während einer beruflichen Neuorientierung den Orden. Zunächst wollte er Arzt werden. In Italien lernte er Lindita kennen, eine Musikerin, die Orgel und Flöte spielt. Das Paar heiratete; 2004 kam Sohn Emanuel zur Welt, 2009 Tochter Livia.

In Rom arbeitete Lazare in der Verwaltung eines Spitals. Dann kam die Wirtschaftskrise, und er verlor seine Stelle. 2007 kehrte die Familie nach Albanien zurück und ließ sich in Lezhë nieder. Der dortige Bischof stellte ihn als Sekretär sowie als Ausbildner für Katechetinnen und Katecheten ein.

2011 besuchte Lazare Lausanne, verliebte sich in die Schweiz und beschloss, mit seiner Familie dorthin zu ziehen. Am Anfang hatte die Familie keinen geregelten Aufenthaltsstatus. Den Lebensunterhalt finanzierte Preldakaj mit Gelegenheitsarbeiten im Baugewerbe. Trotz geringer Französischkenntnisse und fehlender gültiger Aufenthaltsbewilligung begann er mit über 30 Jahren ein Theologiestudium an der Universität Freiburg.

Hier könnte Ihr Advertorial stehen
Ein Advertorial bietet Unternehmen die Möglichkeit, ihre Botschaft direkt im redaktionellen Umfeld zu platzieren

Das Hilfswerk Oeuvre Saint-Justin unterstützte ihn mit einem Stipendium und stellte ihm eine Wohnung in Payerne zur Verfügung. 2021 schloss er an der Universität Freiburg den Master in Theologie ab und erhielt eine Aufenthaltsbewilligung. Sein Lebensweg führte ihn, wie das Bistum schreibt, über Herausforderungen, Begegnungen und Erfahrungen gelebter Solidarität in die Schweiz.

Heute arbeitet Preldakaj als Seelsorger in der Seelsorgeeinheit Saint-Barnabé, zu der die Pfarreien Payerne und Granges-près-Marnand gehören. Zusätzlich ist er regionaler Koordinator der Jugendpastoral in der Broye. In diesen Funktionen engagiert er sich für Menschen, für die Pfarreigemeinschaften und besonders für Jugendliche. Lindita ist weiterhin seine Ehefrau, Emanuel und Livia sind seine beiden Kinder.

Ein Amt mit vielen Seiten

Für seinen neuen Lebensabschnitt wählte Lazare Preldakaj den Leitspruch: «Ich bin mitten unter euch wie einer, der dient» (Lk 22,27). In der Fassung des Bistums lautet das Zitat: «Ich aber bin unter euch wie der, der bedient.» (Lk 22,27).

Der Ständige Diakonat ist ein eigenständiges kirchliches Amt im geistlichen, karitativen und seelsorglichen Bereich. Verliehen wird es durch die Diakonenweihe. „Diakon“ kommt vom altgriechischen „diákonos“ und bedeutet „Diener“ oder „Helfer“. Schon im Urchristentum gab es einen besonderen Dienst der Nächstenliebe und Verkündigung; als biblischer Bezug gilt die Apostelgeschichte 6,1–7.

Nach einer fast 2.000-jährigen wechselvollen Geschichte wurde der Diakonat zuletzt überwiegend als Vorstufe zum Priesteramt verstanden. Das Zweite Vatikanische Konzil stellte ihn in „Lumen gentium“ wieder als eigene und dauerhafte hierarchische Stufe her. In der römisch-katholischen Kirche wurde der Ständige Diakonat dadurch wiedereingeführt, ebenso in der altkatholischen Kirche. Ein Ständiger Diakon versteht sein Amt als dauerhafte Berufung – nicht als Zwischenstation auf dem Weg zum Priester.

Seit der Wiedereinführung werden in der römisch-katholischen Kirche meist verheiratete Männer mit Familie zu Ständigen Diakonen geweiht. Die weltweit erste Weihe Ständiger Diakone fand am 28. April 1968 in Köln statt: Weihbischof Augustinus Frotz weihte fünf verheiratete Männer, die Predigt hielt Kardinal Joseph Frings. Er hatte sich beim Zweiten Vatikanischen Konzil für die Wiedereinführung eingesetzt. Im Bistum Augsburg wurden am 20. Juli 1969 erstmals drei Ständige Diakone geweiht.

Zwischen Liturgie und Alltag

Die Aufgaben des Diakons verteilen sich auf drei Bereiche: den Dienst der Nächstenliebe, die Verkündigung der Frohen Botschaft und die Feier des Glaubens in der Liturgie. Dazu gehören die Mitarbeit in der Gemeindeseelsorge, die Unterstützung von Menschen am Rand der Gesellschaft und Besuche bei alten, kranken, behinderten oder inhaftierten Menschen. Auch die Begleitung Sterbender, die Betreuung von Asylsuchenden und Aussiedlern sowie die Unterstützung von Menschen in besonderen Lebenskrisen zählen dazu.

In der Verkündigung halten Diakone Predigten im Gottesdienst, führen als hauptberufliche Diakone Religionsunterricht durch, bieten Glaubensgespräche an und leiten Bibelkreise. Sie bereiten Kinder, Jugendliche und Erwachsene auf Sakramente vor. In der Liturgie assistieren sie dem Priester in der Messe, spenden die Taufe, leiten kirchliche Begräbnisfeiern und assistieren bei Eheschließungen. Wortgottesdienste, Andachten und Segnungsfeiern können sie ebenfalls leiten; außerdem bringen sie alten und kranken Menschen die Kommunion.

Ständige Diakone können hauptberuflich tätig sein oder ihren Dienst neben einem Zivilberuf ausüben. Wer einen Zivilberuf hat, arbeitet in der Regel wohnortnah. Hauptberufliche Diakone müssen an ihrem zugewiesenen Einsatzort wohnen, es gilt eine Residenzpflicht. Ihre Einsatzbereiche liegen in der Pfarrseelsorge und in der Sonderseelsorge, etwa in Krankenhäusern oder Gefängnissen. Hauptberufliche Diakone erhalten eine Besoldung nach den diözesanen Stellenplänen, Diakone mit Zivilberuf eine Aufwandsentschädigung.

In der Regel bleibt ein Ständiger Diakon dauerhaft Diakon, während Priesteramtskandidaten nach einer Übergangszeit zum Priester geweiht werden. Ständige und nicht-ständige Diakone haben aufgrund ihrer Weihe dieselben Rechte und Pflichten und gehören zum Klerus. Sie sollen im Auftrag der Kirche das Stundengebet verrichten, sind dazu aber nicht vollständig verpflichtet. Mindestens Laudes und Vesper sollen gebetet werden.

Verheiratet, ausgebildet, berufen

Das Zweite Vatikanische Konzil sah vor, dass die Einführung des Ständigen Diakonats durch die zuständigen Bischofskonferenzen mit Zustimmung des Papstes dort erfolgen soll, wo sie für die Seelsorge als sinnvoll gilt. Laut Konzilstext kann das Amt auch verheirateten Männern reiferen Alters übertragen werden.

In der römisch-katholischen Kirche gilt grundsätzlich die Zölibatsverpflichtung. Ehelos lebende Kandidaten müssen mindestens 25 Jahre alt sein, verheiratete Kandidaten mindestens 35. Verheiratete Diakone sind für die Dauer ihrer Ehe vom Zölibat freigestellt. Eine Ehe ist keine Voraussetzung für das Ständige Diakonat; verheiratete Diakone müssen jedoch in einer christlichen Ehe leben.

Die Ausbildung unterscheidet sich je nach Vorbildung. Genannt werden etwa eine abgeschlossene Ausbildung als Gemeindereferent mit mehrjähriger Tätigkeit in der Gemeindepastoral und unbefristeter Anstellung oder eine abgeschlossene Ausbildung als Pastoralreferent mit entsprechenden Berufserfahrungen und Anstellung. Danach folgen eine einjährige Vorbereitungsphase und ein dreijähriger Diakonatskreis.

Für Bewerber in der Erzdiözese Bamberg gelten unter anderem ein Mindestalter von 35 und ein Höchstalter von 55 Jahren. Unabdingbar ist dort außerdem bisheriges ehrenamtliches Engagement in einer Pfarrei der Erzdiözese. Wer kein Theologiestudium absolviert hat, besucht Grund- und Aufbaukurse von „