Bei Bauarbeiten an der Bushaltestelle Frankfurter Straße/Ecke Robert-Sommer-Straße könnte eine Weltkriegsbombe entdeckt worden sein. Darauf deuten Bodensondierungen und Luftaufnahmen hin. Noch ist der Fund nicht bestätigt. Sollte sich der Verdacht erhärten, könnte die Stadt die untere Frankfurter Straße, die Südstadt und Teile von Kleinlinden evakuieren lassen.

Im maximalen Fall müssten Menschen in einem Radius von bis zu 1.000 Metern ihre Wohnungen verlassen. Wie groß die Sicherheitszone tatsächlich wäre, würde der Kampfmittelräumdienst festlegen. Als Ausweichquartiere stehen die Mensa der Brüder-Grimm-Schule und die Kongresshalle bereit. Die Stadt will über ihre Website, den Newsletter und soziale Medien informieren. Für Fragen ist das Bürgertelefon unter 0641/306-1122 erreichbar.

Krankenhaus, Universität und Pflegeeinrichtungen im Blick

Das Hauptgebäude des Universitätsklinikums liegt außerhalb des maximal möglichen Evakuierungsradius und soll regulär einsatzbereit bleiben. Innerhalb des möglichen Gebiets liegen allerdings unter anderem die Psychosomatik, die Hautklinik und die Pathologie.

Die Psychosomatik soll im Ernstfall umziehen. In der Hautklinik sollen die meisten Patientinnen und Patienten am Vormittag ambulant behandelt werden, noch bevor eine mögliche Evakuierung beginnt. Der Rettungsdienst soll weiterhin Zufahrt haben. Sollte die Gaffkystraße gesperrt werden, wäre eine Umfahrung vorgesehen.

Auch die Justus-Liebig-Universität hat mehrere Einrichtungen nahe dem Verdachtsort, darunter den gesamten Campus Veterinärmedizin. Operationen, Forschungstätigkeiten und Patiententermine wurden vorsorglich verschoben. Der Lehrbetrieb kann zunächst am Vormittag stattfinden, müsste bei einer Evakuierung aber eingestellt werden. Beschäftigte in Gebäuden an der Schubertstraße und am Aulweg wurden informiert.

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Beim Caritasverband wären knapp 200 Bewohnerinnen und Bewohner zweier Einrichtungen betroffen. Im Pflege- und Förderzentrum St. Anna leben 37 Menschen im Wachkoma. Sie müssten liegend transportiert werden und auch am Evakuierungsort durchgehend beatmet werden. Das Universitätsklinikum Gießen und Marburg (UKGM) sowie das St.-Josefs-Krankenhaus würden bei der Versorgung unterstützen.

Die meisten Bewohnerinnen und Bewohner des Caritashauses Maria Frieden könnten in der Brüder-Grimm-Schule untergebracht werden. Einfach wäre das trotzdem nicht: Bei einem liegenden Transport und laufender Beatmung zählt jeder Handgriff.

Busse würden das Gebiet nicht mehr anfahren

Das Georg-Haas-Dialysezentrum hat Sprechstunden vorsorglich verlegt. Die für Donnerstag erwarteten 86 Dialysepatienten sollen wegen der Öffnungszeiten und des zeitlichen Ablaufs nicht betroffen sein; der Betrieb könne am Vormittag stattfinden.

Bei einer Evakuierung würden während des gesamten Zeitraums keine Busse in das evakuierte Gebiet fahren oder es durchqueren. Welche konkreten Auswirkungen das auf den Stadtbusverkehr hätte, steht laut Stadtwerken erst fest, wenn die Evakuierungsbedingungen geklärt sind. Die Stadtwerke und MIT.BUS wollen über ihre Websites informieren.

Auch der Bahnverkehr könnte beeinträchtigt werden. Die Gleise Richtung Frankfurt und Limburg führen direkt an der Baustelle vorbei. Die Deutsche Bahn hat Notfallkonzepte vorbereitet, will sie aber erst veröffentlichen, wenn tatsächlich eine Evakuierung angeordnet wird.

Entscheidend ist die Sicherheitszone

Für den Moment bleibt damit vieles offen: ob tatsächlich eine Bombe gefunden wurde, wie groß eine mögliche Sperr- und Evakuierungszone wäre und welche Einrichtungen am Ende konkret betroffen wären. Die genaue Sicherheitszone legt der Kampfmittelräumdienst fest. Bis dahin laufen die Vorbereitungen an mehreren Stellen parallel – im Krankenhaus, an der Universität, bei Pflegeeinrichtungen und im Nah- und Bahnverkehr.

Für die Menschen rund um die Frankfurter Straße heißt das vor allem: Informationen beobachten, Wege im Blick behalten und nicht in Panik geraten. Die Stadt bündelt ihre Hinweise auf der Website, im Newsletter und in den sozialen Medien; telefonisch ist sie unter 0641/306-1122 erreichbar.