Am 16. Juni 2026 findet eine Podiumsdiskussion mit dem Titel „Science Under Pressure“ im Netanya-Saal im Alten Schloss in Gießen statt. Die Veranstaltung beginnt um 18 Uhr und bietet eine Plattform für den Austausch über die aktuellen Angriffe auf die Wissenschaftsfreiheit in Deutschland. Hinter dieser Initiative steht Prof. Dr. Dorothée de Nève, Politikwissenschaftlerin an der Justus-Liebig-Universität Gießen. Die Diskussion thematisiert die zunehmenden politischen Herausforderungen für Wissenschaftler*innen und Forschungsdisziplinen.

Unter den teilnehmenden Expert:innen sind unter anderem Prof. Dr. Rainhold Sackmann vom Verein „Wissenschaft für uns in Sachsen-Anhalt e.V.“, Prof. Dr. Birgitt Riegraf, die ehemalige Präsidentin der Universität Paderborn, sowie Tobias Cepok, Referent für Hochschulen und Forschung der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft und Prof. Dr. Bettina Brockmeyer, Historikerin an der JLU. Die Diskussion wird von Prof. Dr. Sigrid Ruby, einer Kunsthistorikerin an der JLU, moderiert.

Herausforderungen und Chancen

Ein zentrales Anliegen der Veranstaltung ist die Entwicklung strategischer Ideen zur Verteidigung der Wissenschaftsfreiheit. Diese ist nicht nur ein fundamentales Prinzip für die Integrität der wissenschaftlichen Forschung, sondern auch entscheidend für den Fortschritt in der Gesellschaft. Angesichts der bevorstehenden Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern im September 2026, wo die Alternative für Deutschland möglicherweise Wahlsiege erringen könnte, wird die Brisanz des Themas deutlich.

Der Verein „Wissenschaft für uns in Sachsen-Anhalt“ setzt sich nicht nur für die Freiheit der wissenschaftlichen Arbeit ein, sondern sucht auch aktiv nach Möglichkeiten, die Kommunikation zwischen Wissenschaft und Gesellschaft zu verbessern. Die Ängste rund um die politische Instrumentalisierung Wissenschaftsfreiheit, wie sie bereits in den USA und Ungarn zu beobachten ist, machen eine kritische Auseinandersetzung mit dem Thema dringlicher denn je. Erfahrungsgemäß sind derartige Diskussionen oft auch von antidemokratischen Eingriffen begleitet, die den Spielraum der Wissenschaft einschränken können, wie bei dem Beispiel der US National Science Foundation deutlich wird.

Ein Blick in die Zukunft

Im Kontext dieser Herausforderungen haben sich im Dezember 2025 das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt und die Wissenschaftsministerien der Länder auf Eckpunkte zur Stärkung der Forschungssicherheit verständigt. Ziel dieser Initiative ist die Schaffung einer Nationalen Plattform für Forschungssicherheit, die Transparenz und gemeinsame Standards bieten soll. Solche Maßnahmen sind wichtig, um die Hochschulautonomie und die Wissenschaftsfreiheit zu gewährleisten und gleichzeitig gegen Bedrohungen wie Spionage und ungewollten Wissenstransfer gewappnet zu sein.

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Im Lichte dieser Entwicklungen ist die Podiumsdiskussion in Gießen also nicht nur ein wichtiger Schritt zur Bewusstseinsbildung, sondern auch eine Chance für die Mitgestaltung zukunftsfähiger Strategieschritte. Wissenschaftsfreiheit ist keine Selbstverständlichkeit und muss immer aktiv verteidigt werden — dieses Credo zieht sich durch die Positionen der Diskussionsteilnehmenden.

Für Interessierte besteht die Möglichkeit, sich mit Fragen zur Veranstaltung an Prof. Dr. Dorothée de Nève unter der Telefonnummer 0175 427 1967 oder der E-Mail dorothee.de-neve zu wenden.

Zur Vertiefung des Themas kann auch ein Blick auf die Podiumsdiskussion „Forschen in der Diktatur?“ geworfen werden, die im Mai 2025 stattfand und ähnliche Themen behandelte, wie der Einfluss politischer Kampagnen auf die Wissenschaftsfreiheit und deren Verletzlichkeit in der heutigen Zeit.

Informationen zu den Prinzipien von Forschungssicherheit und Wissenschaftsfreiheit, die für den Fortschritt und die Integrität der wissenschaftlichen Arbeit grundlegend sind, finden sich zudem auf der Seite der Kultusministerkonferenz.

Die Diskussion am 16. Juni könnte also der Auftakt für einen umfassenden Dialog über den Wert der Wissenschaftsfreiheit in Zeiten politischer Unsicherheiten sein.