Am Universitätsring in Halle (Saale) könnte sich das Parkplatzbild bald verändern: Die CDU-Stadtratsfraktion möchte die Taxistellplätze nahe der Verkaufsstelle „don’t worry be Curry“ teilweise in öffentliche Pkw-Parkplätze umwandeln. Die reservierte Fläche reicht derzeit für mindestens fünf Taxis.

Nach Beobachtungen der CDU bleibt dort im Alltag allerdings meist Platz frei. Häufig stehe kein Taxi auf den markierten Flächen, zeitweise höchstens eines. Gleichzeitig ist der Bedarf an öffentlichen Parkplätzen in der Innenstadt anhaltend hoch. Wer rund um die Uni Halle unterwegs ist, kennt das langsame Kreisen durch die Straßen – nicht gerade der schönste Teil eines Stadtbesuchs.

Weniger freie Flächen, mehr Parkplatzsuche

Die CDU verweist darauf, dass die Ausweisung von Carsharing-Stellplätzen auf der gegenüberliegenden Straßenseite weitere reguläre Parkmöglichkeiten für Besucher und Gäste reduziert habe. Eine teilweise Umwidmung der Taxistellplätze soll diesen Wegfall ausgleichen und den Parkplatzsuchverkehr verringern.

Davon könnte nach Einschätzung der Fraktion auch die umliegende Gastronomie profitieren: Eine bessere Erreichbarkeit soll Gäste unterstützen und den Standort stärken. Den Prüfantrag unterzeichnete außerdem der frühere CDU-Fraktionsvorsitzende Christoph Bernstiel, der in der benachbarten Anton-Wilhelm-Amo-Straße wohnt.

SPD will freie Plätze digital sichtbar machen

Parallel dazu setzt die SPD-Fraktion im Stadtrat auf mehr Transparenz bei den Innenstadt-Parkhäusern. Sie hat einen Antrag eingebracht, der eine parkhausbezogene und stundengenaue Veröffentlichung der Auslastung vorsieht. Eine digitale Übersicht soll freie Stellplätze anzeigen – damit Autofahrer nicht erst mehrere Runden drehen müssen.

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Die Auslastungsdaten sollen im Zusammenhang mit drei ausgewählten Stadtentwicklungsprojekten erfasst werden. So soll nachvollziehbar werden, wie diese Vorhaben das Mobilitätsverhalten beeinflussen. Zugleich sollen die Daten Grundlagen für künftige Entscheidungen zur Stadtentwicklung liefern. Der Stadtrat sollte am 24. September 2025 abschließend über den Antrag entscheiden.

Vorgesehen ist außerdem, die App „Mein HALLE unterwegs“ stärker sichtbar zu machen und um Preisinformationen zu ergänzen. Die Verwaltung soll prüfen, ob eine Schnittstelle eingerichtet werden kann, über die Dienste wie Google Maps oder Parkportale die Daten nutzen können. Wegen möglicherweise sensibler Angaben der Betreiber sind Kooperationen und bei Bedarf nichtöffentliche Berichte vorgesehen.

Laut SPD-Fraktion könnte eine Online-Auskunft kurzfristig Fahrzeiten und Staus in der Innenstadt reduzieren. Langfristig sollen die Informationen bei der Umsetzung des Mobilitätskonzepts sowie bei der Park- und Verkehrsplanung helfen. Das klingt weniger spektakulär als ein neuer Parkplatz direkt vor dem Ziel, wäre im Alltag aber vermutlich ziemlich nützlich.

Die SPD-Fraktion besteht in der achten Wahlperiode aus sieben Stadträtinnen und Stadträten: Fabian Borggrefe, Dr. Silke Burkert, Eric Eigendorf, Prof. Dr. Christine Fuhrmann, Katharina Kohl, Philipp Pieloth und Torsten Schiedung. Zusätzlich unterstützen sachkundige Einwohnerinnen und Einwohner die Fraktionsarbeit. Als Hintergrund verweist die Fraktion auf einen Antrag im Ratsinformationssystem der Stadt Halle.

Digitale Parkdaten als Ergänzung

Ein weiterer Hintergrund zur digitalen Parkraumbewirtschaftung liegt in einem Dokument des hessischen Verkehrsressorts. Der gelieferte Inhalt ist allerdings ein binärer PDF-Datenstrom mit komprimierten und teilweise eingebetteten Bilddaten. Ein auslesbarer Nachrichtenartikeltext ist darin nicht enthalten; eine sachliche Zusammenfassung ist deshalb nicht möglich.

Vor Ort bleiben damit zwei Ansätze nebeneinander stehen: Am Universitätsring geht es um die konkrete Frage, ob selten genutzte Taxistellplätze teilweise für Pkw freigegeben werden können. Die SPD möchte dagegen zunächst besser sichtbar machen, wo in Parkhäusern überhaupt freie Plätze vorhanden sind – am Bildschirm, bevor der nächste Kreis ums Karree beginnt.