Neue Prüfhalle der Universität Innsbruck schafft Platz für Tests an großen Bauteilen
Am Campus Technikerstraße der Universität Innsbruck haben die Bundesimmobiliengesellschaft (BIG) und die Universität den symbolischen Spatenstich für eine neue Prüfhalle gesetzt. Heute, am 20.10.2026, beginnen damit die Bauarbeiten für ein Gebäude der Technischen Versuchs- und Forschungsanstalt (TVFA), das an die bestehende Uni Halle anschließt und ein angeschlossenes Laborgebäude erhält.
Rund 16,2 Millionen Euro fließen in das Projekt. Die BIG investiert in den Neubau, die Universität Innsbruck trägt einen wesentlichen Teil der Baukosten selbst. Finanziert wird das Vorhaben als „eigenfinanziertes Projekt“: Die Universität stellt aus ihrem Globalbudget einmalig einen Baukostenzuschuss bereit und leistet danach Mietzahlungen an die BIG. Für die TVFA ist das eine ziemlich konkrete Antwort auf ein eher unglamouröses Problem: Platzmangel.
Ein Aufspannfeld für große Bauteile
Herzstück der rund 30 mal 23 Meter großen Halle ist ein sechs Meter breites und 24 Meter langes Aufspannfeld. Der Boden wird vollständig vom restlichen Gebäude entkoppelt und ist auch von unten zugänglich. So können größere Bauteile aus Beton oder Stahl geprüft werden – konstruktive Ingenieurbauteile, an denen sich zeigen soll, ob technische Berechnungen unter möglichst realitätsnahen Bedingungen standhalten.
Beim Hantieren mit schweren Prüfkörpern hilft eine Krananlage. Dazu kommt eine Klimakammer, in der Versuchskörper, insbesondere aus Holz, bei kontrollierter Temperatur und Luftfeuchtigkeit konditioniert werden. Das ist wichtig für bauphysikalische Versuche an Holzbauteilen. Der direkt angebundene, zweigeschoßige Labortrakt bekommt Arbeitsplätze sowie Räume für Messgeräte und Maschinen; dort sollen auch Messlabore für die Versuche untergebracht werden.
Geplant sind rund 1.800 Quadratmeter Nutzfläche, insgesamt umfasst das Vorhaben rund 2.200 Quadratmeter. Keller und weitere Teile der Halle entstehen aus Stahlbeton, der übrige Hallenbau als Holzkonstruktion. Ein nach Norden ausgerichtetes Dach mit Lichtbändern soll Tageslicht hereinholen – bei einer Halle dieser Größe keine Nebensache, wenn den ganzen Tag gemessen, geschraubt und geprüft wird.
Bezug im Herbst 2027
Die Planungen starteten 2024. Nach dem Architekturwettbewerb folgten 2025 die Detailplanungen und Genehmigungsverfahren. Für die Bauzeit ist etwa ein Jahr vorgesehen. Fertigstellung und Inbetriebnahme sind für September 2027 geplant, der Bezug der neuen Räumlichkeiten ist für Oktober 2027 vorgesehen. Geplant wurde das Gebäude vom Innsbrucker Büro F70architekten.
Die neue Anlage soll die TVFA um rund 1.800 Quadratmeter Nutzfläche erweitern und weiterhin Forschung, Prüfung und Zertifizierung ermöglichen. Vorgesehen sind experimentelle Forschung, Materialprüfungen und Zertifizierungen. Errichtet wird nach dem höchsten Gebäudestandard „klimaaktiv Gold“. Am Bauvorhaben sind Tiroler Unternehmen beteiligt.
Vertreterinnen und Vertreter der BIG, des Landes Tirol und der Stadt Innsbruck betonten die Bedeutung des Projekts für den Wissenschafts- und Wirtschaftsstandort Tirol. Für die Fakultät für Technische Wissenschaften schafft der Neubau jedenfalls mehr Luft – und zwar nicht nur sprichwörtlich zwischen den Prüfständen.
Teil einer breiten Forschungslandschaft
Die Prüfhalle passt zur Ausrichtung der Universität Innsbruck, die wissenschaftliche Qualität mit einer diversen Forschungskultur und gezielter Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses verbindet. Ihr Forschungsansatz setzt auf Exzellenz und Innovation, auf interdisziplinäre Zusammenarbeit und auf die Verbindung von Grundlagenforschung mit anwendungsorientierter Forschung.
Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler forschen und lehren in zahlreichen Disziplinen. Mit 16 Fakultäten deckt die Universität einen großen Teil des universitären Fächerspektrums ab. Zur Stärkung ihres Forschungsprofils und zur Vernetzung der Aktivitäten gibt es ein interdisziplinäres Forschungsschwerpunktsystem. Es wird laufend weiterentwickelt und gilt in seiner Breite und Tiefe als einzigartig in Österreich.
Dieses System unterstützt interdisziplinäre Zusammenarbeit und wissenschaftliche Innovation. Gleichzeitig beteiligt sich die Universität an nationalen und internationalen Forschungsaktivitäten zu aktuellen und zukünftigen gesellschaftlichen Herausforderungen. Neben der internationalen Ausrichtung legt sie Wert auf ihre nationale und regionale Verankerung sowie auf Wissens- und Technologietransfer zugunsten der Gesellschaft und der regionalen Wirtschaft.
Wer die Forschung der Universität verfolgt, findet aktuelle Vorhaben und Ergebnisse, Wissenstransferprojekte sowie Porträts erfolgreicher Absolventinnen und Absolventen unter dem Titel „zukunft forschung“. Ein Forschungsnewsletter informiert viermal jährlich über Ergebnisse und Projekte. Die Gesprächsreihe „Zeit für Wissenschaft“ stellt Forschungsarbeiten aus verschiedenen Fachrichtungen vor, und jeden Freitag erscheinen aktuelle Beiträge über die Forschung an der Universität.
Sichtbar wird diese Arbeit in wissenschaftlichen Publikationen und Vorträgen, in der Einwerbung kompetitiv vergebener Drittmittel, in Preisen und Auszeichnungen sowie in Kooperationen mit international anerkannten Forschungseinrichtungen. Künftig kommt am Campus Technikerstraße eine Halle dazu, in der sich Berechnungen an echten Bauteilen abklopfen lassen – mit Kran, Klimakammer und reichlich Platz.
