Thüringens Ministerpräsident Mario Voigt zu Gast beim 57. Halleschen Wirtschaftsgespräch
Am Montag, 5. Oktober 2026, kommt Thüringens Ministerpräsident Mario Voigt nach Halle. Beim 57. Halleschen Wirtschaftsgespräch stellt er sich von 18 bis 21 Uhr den Fragen des Journalisten Sven Kochale. Veranstaltungsort ist der Hallische Saal in der Burse zur Tulpe der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Universitätsring 5, 06108 Halle (Saale).
Eröffnet wird der Abend durch MLU-Kanzler Alfred Funk. Prof. Dr. Ralf Michael Ebeling, Vorstandsvorsitzender des Instituts für Unternehmensforschung und Unternehmensführung (ifu), führt in die Veranstaltung ein. Veranstalter ist das ifu gemeinsam mit der Juristischen und Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der MLU.
Ein Forum mit langer Geschichte
Die Halleschen Wirtschaftsgespräche gibt es seit 1994. In der Regel finden sie zweimal jährlich statt und dienen als Forum für aktuelle wirtschaftspolitische Themen. Auf dem Podium treffen Referenten aus Unternehmen, Politik und Wissenschaft auf die Öffentlichkeit. Das Format soll den Austausch über wirtschaftliche Entwicklung ermöglichen und den direkten Kontakt zwischen Referierenden und Publikum aus Industrie, Verwaltung, Wissenschaft, Politik und Kultur herstellen.
Zuletzt waren Stephan Weil, ehemaliger Ministerpräsident Niedersachsens, und Marco Thiele, Geschäftsführer der KATHIE Rainer Thiele GmbH, zu Gast. Weil sprach am 21. Oktober 2025 über die Reform der Schuldenbremse; Thiele war am 29. April 2025 im Gespräch mit Sven Kochale (MDR). Die Teilnahme an der Veranstaltung mit Voigt ist kostenfrei.
Wer dabei sein möchte, kann sich bis zum 30. September 2026 formlos per E-Mail an vorstand@ifu.uni-halle.de anmelden. Angegeben werden sollen Name und Kontaktdaten. Eine ausdrückliche Bestätigung gibt es normalerweise nicht. Falls die Veranstaltung ausgebucht ist, meldet sich das ifu zurück; Mitglieder werden dann bevorzugt zugelassen. Unterstützen lässt sich die Reihe außerdem mit einer Spende an das ifu: Saalesparkasse Halle, IBAN DE43 8005 3762 0383 3075 71, Kennwort „HWG“.
Von Lambsdorff bis Schnitzer
Die Gästeliste der vergangenen Jahrzehnte liest sich wie ein Streifzug durch deutsche Wirtschafts- und Politikgeschichte. Den Auftakt machte am 26. Januar 1994 Dr. Otto Graf Lambsdorff, wirtschaftspolitischer Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, mit „Aktuelle Fragen der deutschen Wirtschaftspolitik“. Es folgten unter anderem Dr. Lothar Späth, Geschäftsführer der Jenoptik GmbH, am 25. Mai 1994 mit „Die Entwicklung in den neuen Bundesländern – Chance oder Belastung für die Konjunktur“, sowie Dr. Reinhard Höppner, Ministerpräsident Sachsen-Anhalts, am 2. September 1994 mit „Gerechtigkeit und Demokratie“.
1995 sprachen Hilmar Kopper, Vorstandssprecher der Deutschen Bank AG, über die Neustrukturierung der Wirtschaft in den neuen Bundesländern und die Rolle der deutschen Banken (19. Januar), Prof. Dr. Kurt Biedenkopf, Ministerpräsident Sachsens, über „Perspektiven der deutschen Wirtschaft“ (29. November). 1996 fragte Martin Kohlhaussen, Vorstandssprecher der Commerzbank AG, nach einem „Bündnis für Arbeit – ein Ausweg aus der Krise?“ (14. März).
Im Jahr 1997 ging es mit Dr. Hans-Dietrich Winkhaus, Vorsitzender der Henkel KG a.A., um Zukunftssicherung durch Internationalisierung (29. April), mit Gerhard Schröder, Ministerpräsident Niedersachsens, um die Zukunft des Wirtschaftsstandortes Deutschland (25. Juni) und mit Prof. Dr. h.c. mult. Hans-Dietrich Genscher, Bundesaußenminister a.D., um das vereinte Deutschland in Europa und Globalisierung als Herausforderung (2. Dezember). Günter Rexrodt, Bundeswirtschaftsminister, stellte am 27. Januar 1998 die Frage: „Globalisierung – Tödliche Falle oder Signal zum Aufbruch?“
Weitere Stationen waren Dr. Manfred Schneider, Vorstandsvorsitzender der Bayer AG, mit Chancen und Risiken der Globalisierung für die chemisch-pharmazeutische Industrie (25. November 1998), Hans-Olaf Henkel, Präsident des Bundesverbands der Deutschen Industrie, mit „Für ein attraktives Ostdeutschland“ (2. Februar 1999), und Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Hans Tietmeyer, Präsident der Deutschen Bundesbank, mit „Internationales Finanzsystem im Umbruch?“ (15. Juni 1999).
Dr. Werner Müller, Bundesminister für Wirtschaft und Technologie, sprach am 1. Februar 2000 über Europa und die neuen Bundesländer. 2001 folgten Erwin Staudt, Vorsitzender der Geschäftsführung IBM Deutschland und Vorsitzender der Initiative D21, zur Informationsgesellschaft (1. Februar), Hans Eichel, Bundesminister der Finanzen, über finanzpolitische Leitplanken (4. April), sowie Dr. Henning Schulte-Noelle, Vorstandsvorsitzender der Allianz AG, über Beteiligungsmanagement (18. Oktober).
2002 standen Wirtschaft und Ethik mit Prof. Dr.-Ing. Joachim Milberg, Vorstandsvorsitzender der BMW AG (18. April), und die Wirtschaftsregion Mitteldeutschland mit Dr. Bernhard Vogel, Ministerpräsident Thüringens (4. November), auf dem Programm. Prof. Dr. Wolfgang Böhmer, Ministerpräsident Sachsen-Anhalts, forderte am 28. April 2003 innovatives Wirtschaftswachstum für Mitteldeutschland; Prof. Dr. Georg Milbradt, Ministerpräsident Sachsens, sprach am 3. November 2003 über Mitteldeutschland als starke Region in Europa.
Es ging weiter mit Carl-Peter Forster, Vorstandsvorsitzender der Adam Opel AG, zur EU-Osterweiterung (3. Februar 2004), Dr. Michael Rogowski, Präsident des Bundesverbands der Deutschen Industrie, zu Wachstum, Innovation und Beschäftigung (8. September 2004), Prof. Dr. Freiherr Jesco von Puttkamer, Planungsmanager der NASA, zur Kraft der Vision (23. September 2005) und Berthold Bonekamp, Vorstandsvorsitzender der RWE Energy AG und Vorstandsmitglied der RWE AG, zur Energiewirtschaft zwischen Politik und Markt (10. November 2005).
Dieter Ammer, Vorstandsvorsitzender der Tchibo Holding AG, sprach am 27. Juni 2006 über Kundenverhalten und Differenzierung in einer Welt austauschbarer Konsumgüter. S. E. Ivan Korčok, Botschafter der Slowakischen Republik in Deutschland, widmete sich am 28. November 2006 der EU und der Slowakei. 2007 folgte Alain D. Bandle, Vice President & General Manager Dell Central Europe, mit „Erfolgreiche Investitionen in den Standort Deutschland“ (21. Juni).
Anton Milner, Vorstandsvorsitzender der Q-Cells AG, sprach am 29. Januar 2008 über Solarenergie und die Energieversorgung der Zukunft. Dr. Wolfgang Schäuble, Bundesinnenminister, ging am 10. Juli 2008 auf die Informationsgesellschaft in einer globalisierten Welt ein. 2009 fragten Dr. Guido Westerwelle, FDP-Fraktionsvorsitzender und FDP-Bundesvorsitzender, „Was Deutschland jetzt braucht“ (25. Mai), und Dr. Wolfgang Schmitt, Vorstandssprecher der KSB AG, nach Chancen in der Krise (10. November).
Rainer Brüderle, Bundesminister für Wirtschaft und Technologie, sprach am 12. Juli 2010 über Wettbewerb als Eckpfeiler der sozialen Marktwirtschaft. Carl-Ernst Giesting, Vorstandsvorsitzender von enviaM, vertrat am 16. November 2010 den kurzfristig verhinderten RWE-Vorstandsvorsitzenden Dr. Jürgen Großmann und diskutierte den Energiemix für Deutschland.
2011 beleuchtete Dr. Reiner Haseloff, Ministerpräsident Sachsen-Anhalts, die energiepolitische Wende (29. November). Dr. Karsten Heuchert, Vorstandsvorsitzender der VNG Verbundnetz Gas AG, sprach am 11. Juni 2012 über Erdgas und Energiewende. Christine Lieberknecht, Ministerpräsidentin Thüringens, widmete sich am 15. April 2013 der sozialen Marktwirtschaft; Dr. h.c. mult. Jean-Claude Juncker, Premierminister Luxemburgs und ehemaliger Vorsitzender der Euro-Gruppe, sprach am 1. Juli 2013 über Europa in der Welt von morgen.
Dr. Jens Weidmann, Präsident der Deutschen Bundesbank, war am 25. Juni 2014 zu Gast und sprach
