Steine von Brücke auf A7 verletzen Beifahrerin in Hamburg-Bahrenfeld
Hamburg-Bahrenfeld, Sonntagabend: Unbekannte sollen Steine von einer Brücke auf die A7 geworfen haben. Zwei Pkw fuhren kurz nacheinander in Richtung Norden unter der Autobahnbrücke zwischen den Anschlussstellen Hamburg-Bahrenfeld und Hamburg-Volkspark hindurch. Es war gegen 20:15 Uhr.
Die Steine trafen die Frontscheiben beider Fahrzeuge und beschädigten sie. Eine 27-jährige Beifahrerin wurde durch herumfliegende Glassplitter leicht an der Hand verletzt. Medizinisch behandelt werden musste sie nicht. Die 25 und 47 Jahre alten Fahrer alarmierten die Polizei.
Fahndung bleibt ohne Erfolg
Die Polizei leitete sofort eine Fahndung mit mehreren Streifenwagen ein. Tatverdächtige konnten jedoch nicht gefunden oder identifiziert werden. Ermittelt wird wegen des Verdachts des gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr.
Die Polizei Hamburg sucht Zeuginnen und Zeugen. Hinweise nimmt jede Polizeidienststelle entgegen oder die Polizei unter 040 428656789 beziehungsweise 040 4286-56789.
Frühere Fälle auf Autobahnen
In Hamburg gab es bereits früher Fälle, bei denen Gegenstände auf Autobahnen geworfen wurden. Im Sommer 2025 sollen zwei Männer Holzpaletten von einer Brücke in Schnelsen auf die A7 geworfen haben. Später wurden sie gefasst.
Das Landgericht Lüneburg verurteilte die beiden Männer im Januar wegen versuchten Mordes zu elf und zwölf Jahren Haft. Sie hatten unter anderem im Raum Seevetal Betonplatten von Brücken geworfen und sich anschließend als Ersthelfer ausgegeben. Im September verwarf der Bundesgerichtshof die Revision der Verteidigung; damit sind die Urteile rechtskräftig.
Verkehrssicherheit als staatliche Aufgabe
Der aktuelle Fall berührt ein größeres Thema, das nicht erst mit Smartphones, dichterem Verkehr oder schlecht beleuchteten Brücken begonnen hat. Anfang der 1970er-Jahre erreichte die Zahl der im deutschen Straßenverkehr getöteten Verkehrsteilnehmenden einen Höchststand. Daraufhin beauftragte der Deutsche Bundestag die Bundesregierung erstmals mit Beschluss vom 14. Juni 1973, jährlich einen Unfallverhütungsbericht Straßenverkehr vorzulegen.
Der Bericht sollte nicht bloß zurückblicken, sondern auch zur Weiterentwicklung der bundespolitischen Verkehrssicherheitsstrategie beitragen. Seit 1975 erscheint der Unfallverhütungsbericht alle zwei Jahre.
Ende 2020 lief das Verkehrssicherheitsprogramm aus dem Jahr 2011 aus. Das Bundeskabinett beschloss daraufhin das „Verkehrssicherheitsprogramm der Bundesregierung 2021 bis 2030“. Ab dem Unfallverhütungsbericht für die Jahre 2020 und 2021 soll die Verkehrssicherheitsarbeit in Deutschland im Zusammenhang mit diesem neuen Programm bewertet und gesteuert werden. Eine chronologisch absteigend sortierte Übersicht der Unfallverhütungsberichte mit Links zu den jeweiligen Bundestagsdrucksachen wird anschließend angekündigt.
Der Bericht entsteht für das Studierenden- und Wissenschaftsmagazin an der Uni Hamburg am 2.11.2026.
