Das Heidelberg Center for American Studies (HCA) der Universität Heidelberg veranstaltet am 30. Juni 2026 eine spannende öffentliche Veranstaltung, die sich dem Leben und Wirken von James W.C. Pennington (1807-1870) widmet. Die Veranstaltung findet im HCA-Atrium, Hauptstraße 120, um 18.15 Uhr statt. Unter dem Titel „Rediscovering James W.C. Pennington“ werden aktuelle Forschungsergebnisse präsentiert, die von Prof. Dr. Jan Stievermann sowie zwei Kolleginnen aus den USA vorgestellt werden.

Als Theologe und Reformer wird Pennington oft als „vergessener Architekt der amerikanischen Anti-Sklaverei-Bewegung“ bezeichnet. Dieser Status spiegelt sich in den zwei Bücher wider, die im Herbst 2022 erschienen sind und im Rahmen der Veranstaltung vorgestellt werden. Das erste Buch, „The Fugitive Blacksmith and Other Essential Writings by James W.C. Pennington“, beinhaltet unter anderem seine Autobiographie und unveröffentlichte Briefe sowie Predigten und Reden. Das zweite Buch, „James W.C. Pennington. Essays Toward Rediscovering a Great African American Intellectual and Reformer“, beschäftigt sich eingehend mit seinem Engagement als Reformer und der Theologie.

Das Leben von James W.C. Pennington

James W.C. Pennington wurde 1807 auf der Tilghman-Plantage in Maryland geboren und war von Geburt an in der Sklaverei. Mit nur vier Jahren wurde er zusammen mit seiner Mutter als Hochzeitsgeschenk an Frisby Tilghman übergeben und wuchs auf der Rockland-Plantage bei Hagerstown auf. Dort erhielt er eine Ausbildung als Tischler und Schmied. Am 28. Oktober 1827, im Alter von 19 Jahren, gelang ihm die Flucht von der Plantage, bei denen er von den Quäkern William und Phoebe Wright in Adams County, Pennsylvania, aufgenommen wurde, die ihm Lesen und Schreiben beibrachten.

Nach seiner Flucht lebte Pennington zunächst in Brooklyn, New York, arbeitete als Kutscher und setzte seine Ausbildung fort. Er brachte sich selbst Latein und Griechisch bei und wurde im Jahr 1834 der erste schwarze Amerikaner, der an der Yale University studierte, auch wenn seine Aufnahme unter besonderen Bedingungen erfolgte. 1838 wurde er Pfarrer in der Presbyterianischen Kirche und engagierte sich aktiv in der Abolitionsbewegung.

Engagement gegen die Sklaverei

Pennington war nicht nur ein talentierter Prediger, sondern auch ein Sprecher und Schriftsteller, der sich mit Leidenschaft für die Abschaffung der Sklaverei einsetzte. Er war 1853 führender Offizier bei der ersten Negro National Convention in Philadelphia und nahm am Weltfriedenskongress in Paris 1849 teil, wo er den Heidelberger Gelehrten Friedrich Carové traf, der eine wichtige Rolle in seiner Karriere spielte. Carové überzeugte ihn davon, eine Ehrendoktorwürde in Theologie an der Universität Heidelberg zu erhalten, was Pennington 1849 auch gelang.

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Seine Memoiren, „The Fugitive Blacksmith“, veröffentlicht 1849, stehen als Zeugnis seiner Flucht und seines Lebens im Zeichen des Kampfes gegen die Sklaverei. Darüber hinaus verfasste er die erste Geschichte über Afroamerikaner, „The Origin and History of the Colored People“, die 1841 veröffentlicht wurde. Er engagierte sich auch intensiv in sozialen Bewegungen und war in internationale Reformkongresse involviert, einschließlich des Frankfurter Friedenskongresses.

Um sein Anliegen weiter voranzutreiben, blieb Pennington nach der Verabschiedung des Fugitive Slave Law 1850 in Europa, wo er Spenden für den Abolitionismus sammelte. Nach seiner Rückkehr in die USA half er, ein Komitee gegen Rassentrennung in New York City zu bilden, und setzte sich in mehreren Rechtsfällen aktiv für die Rechte der Afroamerikaner ein. Sein Lebensweg ist nicht nur von persönlichen Erfolgen geprägt, sondern macht auch den unermüdlichen Einsatz sichtbar, den er für die Freiheit und Gleichheit von Menschen derselben Hautfarbe aufgebracht hat.

Die Buchvorstellung am 30. Juni wird auch die Beteiligung von Prof. Dr. Manisha Sinha von der University of Connecticut beinhalten, die als Gastrednerin eingeladen ist und Preisträgerin des James W.C. Pennington Award 2022. Dieser Preis wird vom HCA und der Theologischen Fakultät der Ruperto Carola verliehen und würdigt herausragende Arbeiten zur afroamerikanischen Religionsgeschichte. Die beiden vorgestellten Bände sind das Ergebnis von über fünfzehn Jahren intensiver Forschung im Zusammenhang mit diesem Preis.

Das Interesse an der Figur James W.C. Pennington wächst stetig, und diese Veranstaltung ist eine willkommene Gelegenheit, mehr über seine bleibenden Beiträge zur amerikanischen Geschichte und Kultur zu erfahren. Besuchen Sie die Veranstaltung und entdecken Sie die Relevanz dieser wichtigen historischen Figur.