Universität Ulm erreicht Platz 239 im THE World University Ranking 2027
Die Universität Ulm hat im THE World University Ranking 2027 einen deutlichen Sprung gemacht: Weltweit steht sie auf Platz 239 von 2.297 gelisteten Einrichtungen. Im Vorjahr war sie noch in der Ranggruppe 251–300 zu finden. Auch national ging es nach vorn – auf Platz 23 von 57 gelisteten Universitäten.
Rund 10.000 Studierende zählt die Universität und gehört damit zu den mittelgroßen Hochschulen. Die Nachricht erreicht den Wissenschaftsstandort Heidelberg am 4.10.2026 mit einem kleinen Seitenblick: Die beste deutsche Universität ist die Technische Universität München, dahinter folgen die LMU München und die Universität Heidelberg. Ulm liegt zugleich vor mehreren Technischen Universitäten und größeren Volluniversitäten.
Stark in Psychologie und Medizin
Besonders gut schnitt Ulm in Psychologie und Medizin ab. In beiden Fächern gehört die Universität weltweit zu den besten 10 Prozent. Das passt zum Selbstbild der Hochschule als MINT- und Medizin-Universität – und zu ihren vier Forschungsschwerpunkten: Green Energy, Quantum Science and Technology, Life Long Health sowie From Data to Knowledge.
Auch die Verbindung zur praktischen Anwendung fällt in den Ergebnissen auf. Für die Forschungsqualität erhielt Ulm 84,5 von 100 Punkten, im Bereich Industrie waren es 98,6 von 100. In die Bewertung fließen unter anderem Anzahl und Qualität wissenschaftlicher Publikationen, Technologietransfer sowie die Unterstützung der Industrie durch Innovationen und Erfindungen ein.
Das THE World University Ranking gilt als eine der international renommiertesten Universitätsranglisten. Angeführt wird die Ausgabe 2027 von der University of Oxford in Großbritannien – zum elften Mal in Folge. Auf Platz zwei folgt das Massachusetts Institute of Technology (MIT) in den USA. Princeton University und Stanford University, ebenfalls USA, teilen sich Rang drei. Die Plätze vier bis zehn gingen ebenfalls an Universitäten aus Großbritannien und den USA. Die chinesische Tsinghua University rückte auf Platz elf vor; beste kontinentaleuropäische Universität ist die ETH Zürich auf Platz zwölf.
Was hinter der Zahl steckt
Die Times Higher Education World University Rankings bewerten forschungsintensive Universitäten weltweit anhand von 17 Leistungsindikatoren. Fünf Kernbereiche werden miteinander verrechnet: Lehre und Lernumfeld zählen 29,5 Prozent, das Forschungsumfeld 29 Prozent, die Forschungsqualität 30 Prozent, die internationale Ausrichtung 7,5 Prozent und die Industrie 4 Prozent.
Beim Lehr- und Lernumfeld werden die Reputation der Lehre mit 15 Prozent, das Verhältnis von Lehrpersonal zu Studierenden mit 4,5 Prozent, das Verhältnis von Doktoranden zu Bachelorstudierenden mit 2 Prozent, das Verhältnis von verliehenen Doktortiteln zum wissenschaftlichen Personal mit 5,5 Prozent und institutionelle Einnahmen mit 2,5 Prozent berücksichtigt. Die Academic Reputation Survey lief zwischen November 2025 und Februar 2026. Ihre Antworten wurden nach Fachgebieten und Ländern gewichtet; die Daten von 2026 wurden mit der Umfrage von 2025 kombiniert und umfassen mehr als 69.000 Antworten.
Der Anteil der Doktoranden soll Hinweise auf die Ausbildung auf höchstem Niveau und die Förderung künftiger Wissenschaftler geben. Der entsprechende Indikator wird an das Fächerprofil einer Universität angepasst. Institutionelle Einnahmen werden pro wissenschaftlichem Beschäftigten berechnet und anhand der Kaufkraftparität (PPP) angepasst.
Im Forschungsumfeld entfallen 18 Prozent auf die Forschungsreputation, 5,5 Prozent auf Forschungseinnahmen und 5,5 Prozent auf Forschungsproduktivität. Die Reputation basiert auf Einschätzungen von Fachkollegen in der Academic Reputation Survey. Forschungseinnahmen werden pro wissenschaftlichem Beschäftigten berechnet und PPP-bereinigt; dabei berücksichtigt der Indikator das unterschiedliche Finanzierungsniveau verschiedener Fachrichtungen.
Die Forschungsproduktivität misst Veröffentlichungen in von Elseviers Scopus erfassten Fachzeitschriften pro Wissenschaftler, angepasst an Hochschulgröße und Fachprofil. Seit 2018 können dabei auch Publikationen berücksichtigt werden, obwohl eine Universität in dem jeweiligen Fachgebiet kein Personal ausweist.
Zitationen, Patente und internationale Kontakte
Die Forschungsqualität macht 30 Prozent der Gesamtwertung aus. Zitationswirkung zählt 15 Prozent, Forschungsstärke, Forschungsexzellenz und Forschungseinfluss jeweils 5 Prozent. Die Zitationsdaten stammen von Elsevier und umfassen 188,7 Millionen Zitationen, 19,9 Millionen Publikationen sowie mehr als 29.100 aktive, von Scopus erfasste Fachzeitschriften. Betrachtet werden Veröffentlichungen aus den Jahren 2021 bis 2025 und Zitationen aus den Jahren 2021 bis 2026.
Die Zitationswerte werden nach Fachgebiet normalisiert. Verwendet wird eine Kombination aus landesbereinigten und nicht landesbereinigten Werten. Forschungsstärke entspricht dem 75. Perzentil der feldgewichteten Zitationswirkung. Forschungsexzellenz zählt Veröffentlichungen unter den weltweit 10 Prozent meistzitierten Publikationen – angepasst nach Jahr, Fachgebiet und Personalgröße. Der Forschungseinfluss bewertet zusätzlich die Bedeutung der zitierenden Publikationen und nicht bloß die Zahl der Zitationen. Auch unterschiedliche Zitationsmuster zwischen Fachgebieten fließen ein.
Die internationale Ausrichtung verteilt sich gleichmäßig auf drei Indikatoren zu je 2,5 Prozent: Anteil internationaler Studierender, Anteil internationalen Personals und internationale Zusammenarbeit. Letztere misst den Anteil relevanter Publikationen mit mindestens einem internationalen Koautor. Dafür gilt dasselbe Fünfjahresfenster wie bei der Forschungsqualität, angepasst an das Fächerprofil. Die Normalisierung berücksichtigt außerdem die Bevölkerungsgröße des jeweiligen Landes, weil internationale Mobilität für Menschen aus kleinen Ländern statistisch leichter erreichbar ist.
Der Bereich Industrie ist mit 4 Prozent gewichtet: Industrieeinnahmen zählen 2 Prozent, Patente ebenfalls 2 Prozent. Industrieeinnahmen messen Forschungsgelder aus der Wirtschaft, angepasst an PPP und die Zahl der wissenschaftlichen Beschäftigten. Der Patentindikator wurde 2023 eingeführt. Gezählt werden Patente, die Forschung der Universität zitieren – nicht Patente, die auf Veröffentlichungen aus dem jeweiligen Zeitraum zurückgehen. Die Daten betreffen zwischen 2021 und 2025 veröffentlichte Patente.
Neben internationalen und großen nationalen Patentämtern werden inzwischen mehr als 100 Patentämter berücksichtigt; für den betrachteten Zeitraum sind 43 relevant. Die Patentdaten werden nach Fachgebiet gewichtet und an die Hochschulgröße angepasst. Für eine Universität wie Ulm, die ihre Stärke ausdrücklich an der Schnittstelle von MINT, Medizin und Anwendung sieht, ist das kein Nebenschauplatz.
Wie die Rangliste entsteht
Die Universitäten stellen ihre institutionellen Daten bereit und bestätigen sie. Fehlende Daten auf Fächerebene werden, soweit möglich, aus Gesamtdaten und verfügbaren Fachdaten geschätzt. Nicht berechenbare Indikatorwerte ersetzt THE durch konservative Schätzungen. Fehlende Angaben führen dadurch nicht automatisch zu einem Wert von null, bringen der Universität aber auch keinen Vorteil.
Für jeden Indikator werden die verschiedenen Daten standardisiert und anschließend nach den genannten Gewichtungen kombiniert. Die Standardisierung basiert auf der Verteilung der Werte innerhalb eines Indikators und einer kumulativen Wahrscheinlichkeitsfunktion. Bei den meisten Indikatoren kommt eine Variante des Z-Scores zum Einsatz. Für Lehr- und Forschungsreputation, Forschungsexzellenz, Forschungseinfluss und Patente wird zusätzlich eine exponentielle Komponente verwendet.
In der Ausgabe 2027 gibt es mehr Ranggruppen, damit Leistungsunterschiede detaillierter sichtbar werden. Für die besten 300 Universitäten werden genaue Rangplätze und Gesamtwerte ausgewiesen; im Vorjahr galt das für die besten 200. Bei den übrigen Hochschulen nutzt THE Ranggruppen, wenn Punktunterschiede statistisch nicht signifikant sind. Für jede gerankte Universität werden genaue Werte für die fünf Säulen angezeigt.
Insgesamt gibt es 18 Rangbänder statt zuvor 11. Sie reichen von den Plätzen 301–325 bis zur Gruppe 2.001+. Die Bandgrößen steigen im weiteren Ranking von 25 auf 50, 100 und 200 Plätze. Dass Ulm nun einen exakten Platz 239 erhält, hängt also auch mit dieser veränderten Darstellung zusammen – der Sprung ist trotzdem klar sichtbar.
Ausgeschlossen werden können Universitäten, die keine Bachelorstudierenden unterrichten, weniger als 1.000 relevante Publikationen zwischen 2021 und 2025 vorweisen, davon mindestens 100 pro Jahr, oder deren Forschung zu mindestens 80 Prozent ausschließlich einem der 11 erfassten Fachgebiete zuzuordnen ist. „Reporter“-Institutionen haben Daten eingereicht, erfüllen aber nicht die Kriterien für eine Rangplatzierung. Sie können beantragen, nicht als Reporter angezeigt zu werden.
Die Kennzahlen stammen aus den Angaben der Universitäten in ihrer Einreichung und beziehen sich
