An der Universität Heidelberg ist heute, am 3. Oktober 2026, die Nachricht noch frisch: Drei Universitäten und zwei Hochschulverbünde sind neu in die Exzellenzstrategie von Bund und Ländern aufgenommen worden. Die Auszeichnungen gelten ab 2027. Neu dabei sind die Universität Freiburg, die Friedrich-Schiller-Universität Jena, die Universität zu Köln, der Rhein-Main-Verbund aus TU Darmstadt, Goethe-Universität Frankfurt und Johannes Gutenberg-Universität Mainz sowie das Ruhr Innovation Lab aus Ruhr-Universität Bochum und TU Dortmund.

Die Entscheidung fiel im Rahmen eines mehrstufigen Wettbewerbs. Seit Januar 2026 werden 40 Exzellenzcluster an 43 deutschen Universitäten gefördert. Auf dieser Grundlage können Universitäten und Verbünde dauerhaft institutionelle Unterstützung über die Förderlinie „Exzellenzuniversitäten“ erhalten. Die Exzellenzstrategie soll wissenschaftliche Spitzenleistungen stärken, Profilbildungen und Kooperationen fördern und Deutschlands internationale Wettbewerbsfähigkeit verbessern – zugleich aber auch die Qualität des Hochschul- und Wissenschaftssystems insgesamt anheben.

Neue Namen, alte Kämpfe

Für Freiburg ist die Rückkehr besonders bemerkenswert. Die Universität war bereits von 2007 bis 2012 gefördert worden, verlor den Status anschließend und konnte ihn 2019 nicht zurückgewinnen. Heute verfügt sie über zwei disziplinübergreifende Exzellenzcluster: eines zur biologischen Signalübertragung und eines zur Anpassung von Wäldern an den Klimawandel.

Jena ist die erste Universität Thüringens mit dem Status einer Exzellenzuniversität. 2025 erhielt die Friedrich-Schiller-Universität Förderungen für zwei Exzellenzcluster. Köln bringt fünf Cluster mit, unter anderem zur Altersforschung, zu Pflanzenwissenschaften und zur Astrophysik.

Im Rhein-Main-Verbund wird die Forschung in vier Bereichen gebündelt: Datenwissenschaften und künstliche Intelligenz, Lebenswissenschaften und Medizin, Material- und Naturwissenschaften sowie Geistes- und Sozialwissenschaften. Das Ruhr Innovation Lab aus Bochum und Dortmund verfügt gemeinsam über drei Exzellenzcluster. Sie forschen zu Lösungsmitteln, Teilchenphysik und Sicherheit für die digitale Gesellschaft. Ziemlich breites Brett – vom Labor bis zur Frage, wie sicher unser digitales Leben eigentlich sein soll.

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Im März 2026 wurde die Förderung für neun Universitäten und einen Universitätsverbund um sieben Jahre bis 2033 verlängert. Damit bleibt neben den neuen Standorten auch die bisherige Spitzengruppe im Rennen.

Wer weiter gefördert wird

Die RWTH Aachen wird bereits seit 2007 als Exzellenzuniversität gefördert. Ihre aktuellen Cluster forschen zu umweltfreundlichen flüssigen Energieträgern, Quantencomputern und nachhaltigem Bauen. Das Expertengremium bescheinigte der RWTH eine „eindrucksvolle Leistungssteigerung“.

Seit 2019 wird die Berlin University Alliance gefördert. Zu ihr gehören die Freie Universität Berlin, die Humboldt-Universität zu Berlin, die Technische Universität Berlin und die Universitätsmedizin der Charité. 2026 verteidigte sie ihren Status. In der neuen Förderphase gehören fünf Cluster dazu, unter anderem zu Mathematik, Psychologie und Neurologie, Medizin, Physik und Elektronik sowie Gesellschafts- und Sozialwissenschaften.

Die Universität Bonn hat seit Anfang 2026 acht geförderte Exzellenzcluster – bundesweit sind es die meisten. Die Themen reichen unter anderem von Mathematik und Wirtschaft über Immunologie und Quantenphysik bis zur Landwirtschaft. Bonn gehört seit 2019 zum Kreis der Exzellenzuniversitäten.

Auch die TU Dresden bleibt dabei. Sie ist seit 2012 Exzellenzuniversität und verteidigte den Status 2019 und 2026. Drei eigene Cluster und zwei gemeinsam mit Partneruniversitäten getragene Cluster beschäftigen sich mit ressourceneffizientem Bauen, nachhaltiger Mikroelektronik, Robotik und taktilem Internet, Quantenmaterialien sowie der Physik des Lebens.

Die Universität Hamburg erhielt den Exzellenztitel erstmals 2019 und konnte ihn für die nächste Förderperiode sichern. Sie ist die einzige geförderte Exzellenzuniversität in Norddeutschland. Grundlage dafür sind fünf Exzellenzcluster.

Heidelberg, gegründet 1386, ist seit 2007 Exzellenzuniversität und verteidigte den Titel 2012, 2019 und 2026. Die Universität verfügt über ein eigenes Cluster und ist an zwei weiteren Clustern in Baden-Württemberg beteiligt. Rund um die Uni wirkt der Erfolg an diesem Oktobertag fast greifbar: Fahrräder klappern über das Pflaster, irgendwo knallt eine Tür, und in den Instituten läuft der Betrieb natürlich weiter.

Das Karlsruher Institut für Technologie, kurz KIT, gehört ebenfalls weiterhin zur Spitzengruppe. Es entstand 2009 aus der Universität Karlsruhe und dem Forschungszentrum Karlsruhe. Nach dem Verlust des Titels kehrte das KIT 2019 in die Exzellenzförderung zurück. Es verbindet den Status einer Technischen Universität mit der Zugehörigkeit zur Helmholtz-Gemeinschaft.

Die Ludwig-Maximilians-Universität München wurde 2026 erneut ausgezeichnet. Sie ist seit der ersten Exzellenzrunde dabei und hat den Titel seither durchgehend verteidigt. Ihre sieben Exzellenzcluster arbeiten unter anderem zu Systemneurologie, Nukleinsäuren, Energiekonversion, Bioengineering, Kosmologie, Quantenwissenschaften und kulturübergreifender Philologie. Die LMU wurde 1472 gegründet.

Die Technische Universität München gewann den Exzellenztitel 2026 zum vierten Mal in Folge. Sie ist an sieben geförderten Clustern beteiligt: Vier bestehende Cluster werden fortgeführt, drei neue kamen hinzu. Die Forschungsfelder umfassen unter anderem Quantenwissenschaften, Energieumwandlung, Systemneurologie, die Ursprünge des Universums, Nukleinsäuren, Biosystem-Design und die technologische Transformation der Gesellschaft.

Auch Tübingen verteidigte seinen Platz. Die Universität ist seit 2012 Exzellenzuniversität und bestätigte den Status 2019 und 2026. Ihre sechs Cluster decken Themen von Medizin und Klima bis zur Menschheitsgeschichte ab.

Ein Wettbewerb mit festen Spielregeln

Die Exzellenzstrategie besteht aus zwei Förderlinien. Exzellenzcluster fördern international wettbewerbsfähige Forschungsfelder an deutschen Universitäten und Universitätsverbünden. Die Förderlinie „Exzellenzuniversitäten“ unterstützt Universitäten und Verbünde institutionell – auf Grundlage erfolgreicher Exzellenzcluster.

Seit 2019 erhalten zehn Universitäten und ein Universitätsverbund eine Förderung als Exzellenzstandorte. Zur Förderlinie gehören die Evaluation der bereits geförderten Exzellenzuniversitäten und des Exzellenzverbundes sowie ein Neuausschreibungsverfahren für weitere antragstellende Universitäten und Universitätsverbünde. Am 2. Oktober 2026 wurden neue Universitäten und Universitätsverbünde als Exzellenzstandorte ausgewählt; der Wissenschaftsrat nennt sie an dieser Stelle nicht namentlich. Die neu ausgewählten Einrichtungen werden künftig über die Förderlinie „Exzellenzuniversitäten“ dauerhaft institutionell gefördert.

Für die Exzellenzcluster ist die Deutsche Forschungsgemeinschaft zuständig, für die Förderlinie „Exzellenzuniversitäten“ der Wissenschaftsrat. Über Antragsskizzen und Anträge entscheiden das Committee of Experts und die Exzellenzkommission.

Das von der Gemeinsamen Wissenschaftskonferenz eingesetzte Committee of Experts gestaltet das Förderprogramm. Ihm gehören 39 ausgewiesene Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus verschiedenen Wissenschaftsgebieten und dem gesamten Disziplinenspektrum an. Zusätzliche Erfahrungen – etwa im Ausland, im Hochschulmanagement, in der Lehre oder in der Wirtschaft – gehören ebenfalls zum Profil des Gremiums. Der oder die Vorsitzende des Wissenschaftsrats sowie der Präsident oder die Präsidentin der DFG sind ohne Stimmrecht dabei und führen den Vorsitz.

Das Committee legt unter anderem die Förderbedingungen fest, bewertet Skizzen und Anträge auf Grundlage fachwissenschaftlicher Begutachtungen und gibt Förderempfehlungen an die Exzellenzkommission. Es entscheidet außerdem, welche Skizzen zur Antragstellung berechtigen, und bewertet die Evaluationsergebnisse der Exzellenzuniversitäten.

Die Exzellenzkommission setzt sich aus dem Committee of Experts sowie den für Wissenschaft zuständigen Ministerinnen und Ministern des Bundes und der Länder zusammen. Auf Grundlage der Empfehlungen entscheidet sie über die Förderung von Exzellenzclustern und Exzellenzuniversitäten. Die Kommission besteht damit aus 39 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern sowie den Wissenschaftsministerinnen und -ministern von Bund und Ländern.

687 Millionen Euro pro Jahr

Bund und Länder stellen jährlich 687 Millionen Euro für die Exzellen