Am 8. Oktober 2025 soll ein Türsteher im Kölner Bordell Pascha einen 37-jährigen Gast gewürgt haben. Der Mann verlor nach dem Kampf das Bewusstsein, musste reanimiert werden und starb am folgenden Tag in der Kölner Uni-Klinik. Die Staatsanwaltschaft sieht in dem Würgen eine Ursache für den Tod. Im Prozess treten die Schwestern und Eltern des Verstorbenen als Nebenkläger auf.

Schon am Morgen war dem Hausmanager aufgefallen, dass der Gast einen paranoiden Eindruck machte: geweitete Pupillen, immer wieder dieselbe Frage, ob er alles richtig mache. Stunden später mietete der Mann in der zweiten Etage ein Zimmer mit zwei Frauen. Eine Prostituierte löste Alarm aus, weil er auf die Frauen bedrohlich gewirkt haben soll. Laut Anklage sagte er unter anderem: „Ich bin der Teufel, Frauen sind Sklaven, meine Dienerinnen.“

Der Kampf im Treppenhaus

Der Türsteher kam hinzu und forderte den unbekleideten Mann auf, das Zimmer zu verlassen. Der Gast weigerte sich. Es kam zum Kampf, der sich bis ins Treppenhaus zog. Gemeinsam mit dem Manager konnte der Türsteher den Mann schließlich fixieren.

Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass der Türsteher dabei stark würgte. In der Klinik starb der 37-Jährige an einem Hirnödem; außerdem wurde eine Verletzung des Kehlkopfes festgestellt. Der Türsteher ist wegen gefährlicher Körperverletzung mit Todesfolge angeklagt und arbeitet weiterhin im Pascha.

Der Angeklagte bestritt über seinen Verteidiger, den Mann gewürgt zu haben. Auch der Manager sagte als Zeuge, er habe keine dauerhafte Würgeposition gesehen. Er beschrieb den Gast als psychotisch. Dieser soll gerufen haben: „Ich töte euch alle“ und Frauen als seine Sklaven und Dienerinnen bezeichnet haben. Nach der Fixierung habe sich sein Verhalten verändert: Der Mann weinte und sagte: „Tut mir leid, zu viele Drogen, es tut mir leid.“ Nach Angaben der Staatsanwaltschaft hatte er an dem Tag Kokain konsumiert.

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Im Prozess wurde außerdem bekannt, dass der Gast möglicherweise schon zuvor im Pascha einen Polizeieinsatz ausgelöst hatte. Auch in einem Bonner Etablissement soll er aufgefallen sein; daraufhin soll eine Anzeige erstellt worden sein.

Der frühere Türsteher Herbert G.

Ein weiterer Fall aus Köln führt zu Herbert G. Der 57-Jährige, ehemaliger Bundespolizist, Jugend-Boxtrainer und Komparse in mehreren Fernsehserien, nahm sich im Oktober 2026 in Köln-Chorweiler das Leben, indem er sich von einem Hochhaus stürzte. Seine Tochter Lina bestätigte den Tod am 23. Oktober gegenüber EXPRESS.de.

Im September 2025 war G. nach seiner Arbeit als Türsteher vor einer Kneipe in der Nippeser Florastraße von einer Jugendgruppe angegriffen worden. Laut Gericht lauerten ihm fünf Männer im Alter von 18 und 20 Jahren „mit Tötungsvorsatz und heimtückisch“ auf. Sie traten gezielt und massiv gegen seinen Kopf und Oberkörper – auch nachdem er bereits bewusstlos war.

Gebrochene Rippen, ein gebrochener Lendenwirbel und eine gebrochene Nase, dazu Zahnverlust: G. schwebte in Lebensgefahr und lag mehrere Tage im künstlichen Koma auf der Intensivstation. Im Mai 2026 verurteilte das Kölner Landgericht die fünf Täter nach Jugendstrafrecht zu Haftstrafen zwischen drei und fünf Jahren. Angehörige und Freunde bewerteten die Strafen als zu niedrig; der Haupttäter erhielt fünf Jahre Haft.

Nach dem Angriff litt G. an psychischen Folgen, wiederkehrenden Suizidgedanken und war mehrfach in psychiatrischer Behandlung. Seine Tochter und seine Schwester äußerten sich fassungslos, traurig und wütend über die Folgen der Tat. Sein Jugendfreund Osman Gümüs bezeichnete den Tod als unerwartet und startete mit Freunden eine Spendenaktion für die Familie.

Gewalt und ihre gesundheitlichen Folgen

Das Robert Koch-Institut führt Gewalterfahrungen unter dem Themenbereich „Gesundheitliche Einflussfaktoren – Gewalterfahrungen“. Die entsprechende Seite trägt den Stand 5. September 2023; als Quelle und Bildnachweis ist Pixabay angegeben. Sie verweist auf Forschung, Veröffentlichungen und externe Links – also auf Material, das weit über einzelne Gerichtsverfahren hinausreicht.

Genannt werden etwa die Querschnittergebnisse der HBSC-Studie 2017/18 zu „Mobbing und Cybermobbing bei Kindern und Jugendlichen in Deutschland“, einschließlich der Darstellung von Trends. Die Veröffentlichung erschien im Journal of Health Monitoring, Ausgabe 3/2020.

Unter dem Titel „Psychische und körperliche Gewalterfahrungen in der Allgemeinbevölkerung“ verweist das RKI außerdem auf Ergebnisse der Studie zur Gesundheit Erwachsener in Deutschland, DEGS1. Betrachtet wurden Gewalterfahrungen in den vergangenen zwölf Monaten. Die Veröffentlichung erschien im Bundesgesundheitsblatt 2016; angegeben sind ein PDF mit 591 KB und der Hinweis, dass es nicht barrierefrei ist.

Für Kinder und Jugendliche nennt die Seite Daten aus der KiGGS-Basiserhebung. Dazu gehört die Veröffentlichung von 2008, Kapitel 2.4 des Berichts „Erkennen – Bewerten – Handeln: Zur Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in Deutschland“ – ein PDF mit 3 MB, ebenfalls nicht barrierefrei. Ergänzt wird das durch „Gewalterfahrungen von Kindern und Jugendlichen im subjektiven Selbstbericht“, erste Ergebnisse aus KiGGS, veröffentlicht im Bundesgesundheitsblatt 2007; das dazugehörige PDF umfasst 463 KB.

Wer selbst Suizidgedanken hat oder sich um einen Menschen sorgt, findet in dem Bericht verschiedene anonyme Hilfsangebote: die Telefonseelsorge, das Kinder- und Jugendtelefon, das Muslimische Seelsorge-Telefon und die Deutsche Gesellschaft für Suizidprävention. In Köln bleibt neben den Akten und Zeugenaussagen vor allem eines hängen: Zwei Fälle, zwei völlig unterschiedliche Tatabläufe – und Menschen, deren Leben danach nicht einfach wieder in die Spur zurückfand.