Plauderpunkt Piratenbucht macht inklusives Spielen am Hennesee möglich
Auf dem Erlebnis-Spielplatz „Piratenbucht“ am Hennesee in Meschede gibt es jetzt den „Plauderpunkt Piratenbucht“. Die Bürgerstiftung Meschede finanzierte dafür eine Kommunikationstafel, die Kindern hilft, Wünsche auszudrücken, Fragen zu stellen und miteinander ins Gespräch zu kommen.
Das Angebot richtet sich an alle – unabhängig von Sprache, Entwicklungsstand oder möglichen Beeinträchtigungen. Auch wer noch kein Deutsch spricht, kann auf passende Symbole zeigen und so Wünsche und Gedanken mitteilen. Ein gemeinsames Wort ist dafür nicht zwingend nötig; manchmal reicht ein Fingerzeig, und der Kontakt ist da.
Symbole für den Spielplatzalltag
Die Tafel basiert auf dem Konzept der „Unterstützten Kommunikation“ und ist auf die Spielmöglichkeiten vor Ort zugeschnitten. Zu finden sind unter anderem die Begriffe und Symbole „Piratenschiff“, „Wackelbrücke“ und „balancieren“. Dazu kommen alltagsnahe Wörter und Symbole, aus denen sich kurze Sätze und Aussagen bilden lassen.
Bewusst bleibt die Gestaltung einfach und übersichtlich. Im Spielalltag soll niemand lange suchen müssen, bevor es weitergeht zur Rutsche, zum Schiff oder eben auf die Wackelbrücke. Ein QR-Code auf der Tafel führt außerdem zu einem Video, das die praktische Nutzung zeigt.
Der Plauderpunkt soll die Verständigung zwischen Kindern mit und ohne Behinderung sowie ihren Familien erleichtern. Die Kommunikationstafel ergänzt den Piratenspielplatz damit um ein inklusives Angebot: Begegnungen, gemeinsames Spielen und das Ausdrücken eigener Bedürfnisse sollen leichter werden.
Unterstützung aus Köln
Bei der Entwicklung orientierte man sich an Forschungen und Sprachfördermaterialien des Forschungs- und Beratungszentrums für Unterstützte Kommunikation der Universität zu Köln. Mitarbeitende des Zentrums halfen dabei, das Konzept an den Spielplatz anzupassen. Die farbliche Kennzeichnung der Symbole folgt dem Sprachförderkonzept von Maria Montessori.
Für die Stadt Meschede und die Bürgerstiftung geht es dabei um Teilhabe und darum, Kindern gemeinsames Spielen zu ermöglichen. Alternative Kommunikationsmöglichkeiten zur Lautsprache sind in der UN-Behindertenrechtskonvention verankert, die Deutschland 2009 ratifiziert hat. Auf dem Spielplatz wird daraus etwas sehr Konkretes: ein Schild, ein paar Symbole, ein Wunsch – und vielleicht schon das nächste gemeinsame Abenteuer.
