Am 8. Oktober 2026 geht es im „Frührausch“ um die kleinen und größeren Zumutungen des Herbstes. Reporter Pelle schaut auf die Vorteile und Nachteile der Jahreszeit – und auf den Abschied vom Sommer, der sich manchmal leiser anfühlt als gedacht. Morgens ist die Luft kühler, die Tage werden kürzer; ganz weg ist der Sommer trotzdem noch nicht aus dem Kopf.

Reporterin Clara nimmt sich außerdem eine Alltagssituation vor, die schnell hektisch wird: die Selbstbedienungskasse im Supermarkt. Wer unter Zeitdruck steht, sollte sie ihrer Einschätzung nach besser vermeiden. Ein Piepen hier, ein unbekannter Artikel dort, und plötzlich dauert das vermeintlich schnelle Bezahlen länger als die normale Kasse.

Sportwetten zwischen Bundesliga und Gewohnheit

Reporterin Stella beschäftigt sich mit Sportwetten. Sie sind im Alltag weit verbreitet, gerade im Zusammenhang mit Bundesliga-Spielen. Anders als andere Glücksspiele werden sie häufig beinahe selbstverständlich wahrgenommen – als gehörten Tipp, Quote und Spieltag einfach zusammen.

Problematisch kann Glücksspiel allerdings erhebliche soziale und persönliche Folgen haben. Unterstützung bei problematischem Glücksspiel oder Spielsucht gibt es bei gluecksspielsucht-nrw.de. Dort steht auch die Frage im Raum, wie Prävention aussehen sollte und wer sie anbieten sollte.

Bei Präventionsprojekten von Glücksspielanbietern liegt ein möglicher Interessenkonflikt nahe: Die Anbieter profitieren wirtschaftlich davon, wenn Menschen weiter am Glücksspiel teilnehmen. Das kann die Wirksamkeit von Maßnahmen einschränken, sobald eigene Geschäftsinteressen mitbedacht werden müssen.

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Wer darf über Prävention sprechen?

Als Beispiel nennt die Stellungnahme das WestLotto-Projekt „Gameshift“. Es befasst sich mit glücksspielähnlichen Elementen in Online-Games. Zugleich könne das Projekt auch der Imagepflege gegenüber der Öffentlichkeit und den Regulierungsbehörden dienen. Andere Formen problematischen Glücksspielverhaltens würden laut Artikel nicht im gleichen Umfang berücksichtigt.

Kritisiert wird außerdem, dass Angebote Dritter im Mittelpunkt stehen, während das eigene Angebot von WestLotto nicht kritisch hinterfragt werde. Als Gegenbeispiel wird „GLÜXXIT“ genannt. Das Projekt werde von unabhängigen Stellen durchgeführt, setze auf umfassende Sensibilisierung und Aufklärung und verfolge laut Artikel keine wirtschaftlichen Interessen. Diese Unabhängigkeit soll Maßnahmen ermöglichen, die nicht von Interessenkonflikten beeinflusst werden.

Die Stellungnahme sieht in Präventionsarbeit durch Glücksspielanbieter deshalb Risiken: Interessenkonflikte, eine begrenzte Themenauswahl und der mögliche Einsatz zur Imagepflege. Unabhängige Präventionsangebote werden als glaubwürdiger und nachhaltiger bewertet. Die Politik solle Präventionsmaßnahmen unabhängigen Akteuren übertragen und Glücksspielanbieter stärker zur Verantwortung ziehen – ohne ihnen die Kontrolle über solche Projekte zu überlassen.

Was die Suchthilfestatistik zeigen kann

Wie sich Glücksspielprobleme in der Suchthilfe abbilden, untersucht die Deutsche Suchthilfestatistik, kurz DSHS. Sie erfasst deutschlandweit Beratungs- und Behandlungsvorgänge in ambulanten sowie (teil-)stationären Suchthilfeeinrichtungen. Die Statistik wird jährlich erhoben und veröffentlicht; für die Einrichtungen ist die Teilnahme nicht verpflichtend.

Im Datenjahr 2024 beteiligten sich 77 Prozent der ambulanten Suchthilfeeinrichtungen und 54 Prozent der stationären Rehabilitationseinrichtungen. Weil sich die Zusammensetzung der teilnehmenden Einrichtungen von Jahr zu Jahr leicht verändert – eine sogenannte „offene Kohorte“ –, sind absolute Fallzahlen nur eingeschränkt vergleichbar.

Aus diesem Grund weist die DSHS den prozentualen Anteil der Behandlungen beziehungsweise Betreuungen aufgrund von Glücksspielproblemen an allen Vorgängen mit vorliegender Hauptdiagnose aus. Prozentuale Anteile reagieren bei großen Fallzahlen weniger empfindlich auf kleinere Veränderungen bei der Anzahl und Zusammensetzung der teilnehmenden Einrichtungen.

Erfasst wird auf zwei Ebenen: Auf Einrichtungsebene geht es um strukturelle Merkmale und Angebote der Suchthilfeeinrichtungen. Auf der Betreuungs- beziehungsweise Behandlungsebene stehen soziodemografische und suchtbezogene Merkmale der Klientel sowie betreuungs- und behandlungsspezifische Angaben.

Die dargestellten Daten beziehen sich auf neu begonnene Betreuungen in der ambulanten Suchthilfe und auf beendete Behandlungen in der stationären Suchthilfe – jeweils nur auf Vorgänge mit vorliegender Hauptdiagnose. Daten der einzelnen Jahre und ausführliche Informationen zur Erhebung gibt es unter www.suchthilfestatistik.de.

Zu Gast ist Stefan Brackertz vom AStA. Im Interview geht es um die Kritik an der Auszeichnung der Universität zu Köln als Exzellenzuniversität. Durch die Sendung führt Virginia Köhler, die redaktionelle Leitung liegt bei Simon Zerzawy. Ausgestrahlt wird der „Frührausch“ am 8. Oktober 2026; heute, am 7. Oktober 2026, steht an der Uni Köln also schon fest, worüber morgen früh gesprochen wird.