Konstanz begrüßt 2.207 Erstsemester zwischen Flunkyball, Studienwahl und Zukunftssorgen
In der ersten Oktoberhälfte gehörte Flunkyball, auch Bierball genannt, in Konstanz für viele Erstsemester einfach zur Einführungswoche dazu. Dazu kamen Begrüßungsveranstaltungen, Kneipentouren, Stadtführungen, Bierathlon und Partys. Für die 2.207 Menschen, die zum Beginn des Wintersemesters neu an der Universität Konstanz eingeschrieben waren, ging es dabei nicht nur ums Feiern: Die Woche sollte Gelegenheit geben, die Stadt und andere Studierende kennenzulernen.
Im Audimax waren bei der Erstsemesterbegrüßung alle Plätze besetzt, einige mussten stehen. Nach technischen Problemen lief ein Programm aus Musik, Informationen und Unterhaltung weiter. Ein ziemlich voller Start also – mit viel Stimmengewirr, neuen Gesichtern und vermutlich dem einen oder anderen müden Morgen danach.
Warum Konstanz?
Eva Strahberger, Carlotta Fritz und Helene Kögel nannten sowohl das Studienangebot als auch die Stadt als Gründe für ihre Wahl. Fritz und Kögel studieren Life Science, eine Kombination aus Biologie und Chemie, die laut Fritz in dieser Form sonst kaum in Deutschland angeboten werde. Strahberger studiert Chemie. Für sie war das „Lebensgefühl direkt am See“ entscheidend.
Alle drei lobten den übersichtlichen Internetauftritt und die leicht zugänglichen Informationen der Universität. Kögel schätzt außerdem die vergleichsweise überschaubare Größe der Hochschule. Kurzfristig zählt für sie vor allem eines: den Bachelorabschluss zu schaffen.
Bei der Begrüßung lernten sich Elif Güngör, Lara Mutzel und Sophia Björkamo kennen. Güngör studiert Jura und kommt aus Ravensburg, Mutzel Soziologie aus Tuttlingen, Björkamo Wirtschaftswissenschaften aus Stuttgart. Die Nähe zur Heimat spielte bei allen dreien eine Rolle. Konstanz und die Universität beschrieben sie positiv, zugleich blicken sie mit Sorgen auf den bevorstehenden Winter.
Leo Deibert und Luca Schmider kennen sich bereits aus der Schule. Der 18-jährige Deibert studiert Jura, weil Konstanz einen Bachelorabschluss in diesem Fach anbietet – ein solches Angebot gebe es nicht häufig. Der 19-jährige Schmider studiert Soziologie und hat wegen familiärer Verbindungen schon lange Bezug zur Stadt. Beide kommen aus Rottweil und erwarten Bildung sowie eine gute Zeit. Die Architektur und die Orientierung auf dem Campus fanden sie allerdings verwirrend.
Miriam Feller, Anna Pomino, Mia Dröge und Emilia Ries begannen ein Linguistikstudium und begegneten sich erst am Tag der Begrüßung. Feller aus Reutlingen entschied sich wegen der passenden Entfernung zu ihrem Heimatort für Konstanz. Pomino aus dem Bodenseekreis nannte die Lage am Bodensee als Grund. Ries aus Düsseldorf gefällt die Verbindung von Natur und Stadt.
Auch der 19-jährige Felim Löbel kam vor allem wegen des Life-Science-Studiengangs. Die Lage am Wasser schätzt er, das Universitätsgebäude findet er dagegen unattraktiv. Enttäuscht ist Löbel über den Verlust des Exzellenzstatus. Er hofft, gut auf das Berufsleben vorbereitet zu werden. Sein bisheriger Höhepunkt war eine Kneipentour mit seinen Mitbewohnern; sonntagabends sei die Auswahl geöffneter Bars allerdings begrenzt gewesen.
Viele Bachelorstarts, weniger Erstsemester als früher
Etwas mehr als 1.000 der 2.207 Neueinschreibungen entfallen auf Bachelorstudiengänge. Die meisten neuen Studierenden verzeichnet mit fast 350 der Fachbereich Politik- und Verwaltungswissenschaft. Danach folgen Wirtschaftswissenschaften sowie Geschichte, Soziologie, Sportwissenschaft und empirische Bildungsforschung. Knapp dahinter liegt die Rechtswissenschaft. Am anderen Ende steht der Fachbereich Philosophie mit 35 Einschreibungen.
Die Zahl der Neueinschreibungen liegt etwa auf Vorjahresniveau. Derzeit sind es 81 weniger, der Einschreibeprozess ist jedoch noch nicht abgeschlossen. Gegenüber dem Wintersemester 2016/17 beginnen außerdem mehr als 1.000 Studierende weniger im ersten Fachsemester.
Eine ausführliche statistische Grundlage liefert die Universität Konstanz mit ihrer am 7. Februar 2025 veröffentlichten Studierendenstatistik für das Wintersemester 2024. Herausgeber ist die Abteilung Studium und Lehre der Universitätsverwaltung. Erfasst werden quantitative Angaben zu Neu- und Erstimmatrikulierten, Rückmeldern, Beurlaubten und ausländischen Studierenden.
Die Statistik zeigt außerdem, wie sich die Studierenden auf Studienabschlüsse, Fachbereiche und Sektionen sowie auf die Hochschulregion Konstanz verteilen. Für einzelne Kategorien sind Entwicklungen über mehrere Jahre enthalten. Die Studierendenzahlen der einzelnen Studienfächer werden detailliert nach Fachsemester und angestrebtem Abschluss aufgeschlüsselt.
Der Titel lautet „Statistik über die Studierenden der Universität Konstanz. Studienjahr 2024, 1. Studienabschnitt (Wintersemester)“. Das Dokument gehört zum Reihenband 2024/25, Teil 1, der Reihe „Studierendenstatistik / Studentische Abteilung der Universität Konstanz“. Es ist als sonstiger Text in deutscher Sprache veröffentlicht. Der Veröffentlichungsnachweis führt zur Universität Konstanz und zum KOPS-Handle https://kops.uni-konstanz.de/handle/123456789/72249.
Ein kleiner Blick auf die digitale Eingangstür
Wer sich zusätzlich durch den Eintrag in der Deutschen Digitalen Bibliothek klicken wollte, konnte dort auf eine technische Schranke stoßen: Die Website meldete, dass Anubis-JavaScript nicht geladen werden konnte, möglicherweise wegen eines überlasteten Servers. Nutzer sollten die Seite neu laden.
Anubis wurde vom Website-Administrator als Schutz vor umfangreichem Scraping durch KI-Unternehmen eingerichtet. Das System nutzt ein Proof-of-Work-Verfahren nach dem Vorbild von Hashcash, das ursprünglich zur Verringerung von E-Mail-Spam vorgeschlagen wurde. Für einzelne Nutzer soll die zusätzliche Rechenlast gering bleiben, während massenhaftes Scraping teurer wird.
Als vorläufige Lösung soll Anubis die Zeit überbrücken, bis Verfahren zur Erkennung von Headless-Browsern verbessert sind. Eine solche Erkennung kann unter anderem anhand der Schriftwiedergabe erfolgen. Für Anubis sind moderne JavaScript-Funktionen erforderlich; Plugins wie JShelter können diese Funktionen deaktivieren und sollen für diese Domain ausgeschaltet werden.
