OneCoin-Erfinderin Ruja Ignatova bleibt verschwunden – 10,1 Millionen Euro für die Geschädigten gesichert
Uni Konstanz, 7. Oktober 2026 – Ruja Ignatova galt als schillernde Figur der Krypto-Szene. Im Wembley-Stadion trat sie vor Publikum auf und versprach Anlegern hohe Renditen mit „OneCoin“, einer Kryptowährung, die sich später als erfunden herausstellen sollte.
Bis zu 15 Milliarden Euro soll Ignatova damit erbeutet haben. 2017 verschwand sie spurlos. Zurück blieben ein weit verzweigtes Netzwerk aus Firmen und zahlreiche Menschen, die finanziell geschädigt wurden. Das FBI fahndet nach ihr; Ignatova gilt als meistgesuchte Frau der Welt. Ihr Aufenthaltsort ist bis heute unbekannt.
Ermittlungen laufen weiter
Nach gut einem Jahr seit der Anklageerhebung sucht die Staatsanwaltschaft weiterhin international nach der OneCoin-Erfinderin. Die Bielefelder Staatsanwaltschaft erhob im September 2025 Anklage gegen die Juristin, um eine Verjährung der vorgeworfenen Betrugstaten zu verhindern.
In der Anklage ist von rund 17.500 Geschädigten und einem Gesamtschaden von 57 Millionen Euro die Rede. Der berücksichtigte Tatzeitraum reicht von 2015 bis 2016. Weltweit sollen Millionen Anleger betroffen sein, der Schaden soll in die Milliarden gehen. Laut Vorwurf baute Ignatova für den Vertrieb der erfundenen Kryptowährung ein betrügerisches Schneeballsystem auf. Der Firmensitz des Unternehmens lag in Greven im Münsterland.
Geld für die Geschädigten
Einen finanziellen Teilerfolg konnten die Ermittler verbuchen: Rund 10,1 Millionen Euro aus Ignatovas Vermögen wurden zugunsten der Geschädigten eingezogen. Nach Angaben von Oberstaatsanwalt Carsten Nowak gelang es der Bielefelder Schwerpunktabteilung für Wirtschaftsstrafverfahren mithilfe internationaler Rechtshilfe, knapp 10,1 Millionen Euro aus ihrem persönlichen Vermögen zu vereinnahmen.
Das Geld stammt aus dem Verkauf von zwei Eigentumswohnungen in London und soll für die Entschädigung der Opfer verwendet werden. Ein seltener Moment, in dem aus dem Schattenreich internationaler Finanzgeschäfte wenigstens ein Teil wieder zurückkehrt.
Prozess in Darmstadt und weitere Namen
Während Ignatova selbst verschwunden bleibt, steht ihr Ex-Mann derzeit in Darmstadt vor Gericht. Der BILD-Bericht kündigt außerdem Informationen über weitere Männer in ihrem Umfeld sowie ein Verfahren gegen den Juristen Björn S. an.
Die vollständigen Hintergründe stellt BILD im kostenpflichtigen BILDplus-Angebot bereit. Für die Ermittler bleibt der entscheidende Punkt trotzdem offen: Wo sich Ruja Ignatova befindet.
