Uni Mainz, 28.09.2026. Die politische Mitte wirkt geschwächt, während AfD und Linke nach mehr Einfluss streben. In Sachsen-Anhalt fehlen dem AfD-Politiker Ulrich Siegmund demnach nur wenige Stimmen für das Ministerpräsidentenamt. In Berlin könnte Elif Eralp für die Linke ins Amt der Regierenden Bürgermeisterin einziehen.

Rund um Eralps Umfeld werden zugleich Antisemitismus- und Clan-Vorwürfe erwähnt. Der angekündigte Beitrag soll mithilfe von Politikwissenschaftlern und Historikern prüfen, welche Partei die Verfassung stärker bedroht, wie SPD, Grüne, CDU und FDP politisch taktieren und wie extrem AfD und Linke tatsächlich sind. Der vollständige Inhalt ist laut Vorlage nur mit BILDplus zugänglich.

Siegmund rechnet mit AfD-geführter Regierung

Für Sachsen-Anhalt nannte AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund November oder Dezember als möglichen Zeitplan für die Regierungsbildung. Er gehe davon aus, dass dann die erste AfD-geführte Landesregierung Deutschlands entstehen könnte. „Es laufen viele konstruktive, aber komplizierte Gespräche“, sagte Siegmund.

In den kommenden Tagen und Wochen solle geprüft werden, mit wem die AfD die meisten ihrer Positionen umsetzen und eine stabile Regierung für fünf Jahre bilden könne. Als mögliche Partner nannte Siegmund eine Fraktion oder einzelne Abgeordnete. Bei der Landtagswahl vor rund zwei Wochen erreichte die AfD 43,8 Prozent – ihr bislang stärkstes Ergebnis. Für eine absolute Mehrheit reichte das allerdings nicht.

Die Suche nach Mehrheiten ist damit kein Nebenschauplatz, sondern der Dreh- und Angelpunkt. Schon wenige Stimmen können in Magdeburg den Unterschied machen. Im Raum steht ein Machtwechsel, der weit über Sachsen-Anhalt hinaus beobachtet wird.

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Leerstelle für die extreme Rechte

UN-Generalsekretär António Guterres führte den Aufstieg des Rechtspopulismus in Deutschland teilweise auf die mangelnde Anpassungsfähigkeit etablierter Parteien zurück. Traditionelle demokratische Kräfte hätten Schwierigkeiten, sich auf veränderte gesellschaftliche Bedingungen einzustellen und die Sorgen der Menschen zu erreichen.

Diese Sorgen hätten sich zuletzt stark verändert, sagte Guterres. Viele Menschen seien unzufrieden damit, dass das politische System unverändert weitermache. So sei eine politische Leerstelle entstanden, in die die extreme Rechte vorstoße. Wirtschaftliche Schwierigkeiten, Sicherheitsbedenken und Probleme bei der Gestaltung der Migrationspolitik könnten der extremen Rechten Vorwände und politischen Zulauf verschaffen.

Streit um Posten im Landtag

Die Vorsitzende der Linksfraktion in Sachsen-Anhalt, Eva von Angern, warf dem BSW eine Zusammenarbeit mit der AfD bei der Besetzung von Parlamentsposten vor. AfD und BSW hätten sich nach ihrer Darstellung bereits auf die Besetzung des Landtagspräsidiums verständigt.

Die AfD solle im Vorältestenrat erstmals ein Vorschlagsrecht für einen Landtagsvizepräsidenten erhalten. Dadurch könnte das BSW mit AfD-Stimmen einen Vizepräsidenten stellen. Von Angern sagte, das BSW mache bei Macht- und Personalfragen gemeinsame Sache mit der AfD. Zuvor hatte das BSW signalisiert, einen AfD-Kandidaten zum Landtagspräsidenten mitzuwählen.

Gerade an solchen Personalfragen zeigt sich, wie schnell aus rechnerischen Möglichkeiten politische Tatsachen werden können. Gespräche, Vorschlagsrechte, einzelne Abgeordnete – klingt trocken, ist aber der Stoff, aus dem Regierungsbildungen gemacht sind. Und manchmal eben auch die nächste große Kontroverse.