Tödlicher Unfall auf der A3 bei Diez: DVR-Daten ordnen Verkehrsunfälle regional ein
In der Nacht zu Sonntag ist es auf der A3 in Fahrtrichtung Köln bei der Anschlussstelle Diez zu einem schweren Verkehrsunfall gekommen. Gegen 3:55 Uhr kam ein mit vier Menschen besetztes Auto bei Nentershausen aus bislang ungeklärter Ursache ungebremst nach rechts von der Fahrbahn ab. Es überfuhr den Grünstreifen und einen Bordstein, prallte in einen Hang und wurde weiter in Bäume geschleudert.
Ein 19-jähriger Insasse starb noch an der Unfallstelle. Die 35-jährige Fahrerin wurde schwer verletzt und in ein Krankenhaus gebracht. Ein 35-jähriger Mann auf dem Beifahrersitz sowie ein 23-jähriger Mann auf der Rückbank erlitten schwerste Verletzungen. Beide wurden mit zwei Rettungshubschraubern in die Universitätskliniken Mainz und Gießen geflogen. Die Fahrerin ist die Ehefrau des Beifahrers.
Rettung zwischen Ästen und Bäumen
Die Rettungskräfte kamen nur mühsam an die Verletzten heran. Zunächst mussten Äste und Bäume gefällt werden, damit sie erreicht und medizinisch versorgt werden konnten. Im Einsatz waren unter anderem die Feuerwehren Nentershausen und Görgeshausen, der Rettungsdienst, zwei Rettungshubschrauber und ein Polizeihubschrauber.
Wegen der Unfallaufnahme sowie der Rettungs- und Bergungsarbeiten blieb die A3 in Richtung Köln etwa drei Stunden vollständig gesperrt. Danach wurde die Autobahn wieder freigegeben. Am Auto entstand Totalschaden in mittlerer fünfstelliger Höhe.
Die genaue Unfallursache ist noch unklar und wird ermittelt. Ein Gutachter wurde hinzugezogen. Der Bericht des SWR wurde am 27. September 2026 um 13:00 Uhr veröffentlicht beziehungsweise aktualisiert.
Daten zeigen Unfälle bis auf Gemeindeebene
Wie solche Ereignisse in größere Verkehrsunfallzahlen einzuordnen sind, lässt sich unter anderem mit den Grafiken des Deutschen Verkehrssicherheitsrats (DVR) nachvollziehen. Der DVR stellt seit dem 12. Oktober 2021 neue Grafiken zur Unfallstatistik bereit. Sie enthalten Daten auf Bundes-, Länder-, Kreis- und Gemeindeebene.
Grundlage sind offizielle Unfallstatistiken des Bundes und der Länder, die über das Statistische Bundesamt und die Landesämter für Statistik bezogen werden. Die Daten werden fortlaufend im Hintergrund aktualisiert und zeigen dadurch jeweils die aktuellen Unfallzahlen. Erstellt wurden die Grafiken über die Plattform 23degrees; dort können sie kostenlos abgerufen, heruntergeladen und weiterverwendet werden.
Für Deutschland insgesamt erfassen die Darstellungen die Zahl der Getöteten und Verletzten im Straßenverkehr. Zusätzlich gibt es gesonderte Daten zu Kindern, älteren Menschen und jungen Menschen sowie zu Unfällen innerhalb geschlossener Ortschaften, außerhalb geschlossener Ortschaften und auf Autobahnen.
Auf Ebene der Bundesländer zeigen die Grafiken die Zahl aller Straßenverkehrsunfälle, die Zahl der Unfälle mit Personenschaden, Unfälle im Zusammenhang mit Bäumen und Unfälle unter dem Einfluss berauschender Mittel. Auch die Entwicklung der Unfallarten im Zeitverlauf ist abrufbar. Für Kreise und Gemeinden werden Unfälle mit Personenschaden sowie die Zahl der Getöteten und Verletzten dargestellt.
Für Studierende und Beschäftigte an der Uni Mainz liegt damit auch ein frei zugängliches Werkzeug vor, um Verkehrsunfälle in Rheinland-Pfalz und darüber hinaus nach Regionen und Unfallarten zu betrachten – nicht nur nach dem nächsten Blaulicht auf der Autobahn.
