Amerika zwischen Freiheit und Risiko: Philipp Gassert über die bipolare Nation
Wie viel Amerika steckt in unserem Alltag – und wie viel Risiko? Dieser Frage widmet sich Prof. Dr. Philipp Gassert am Donnerstag, 15. Oktober 2026, bei einem Vortrag auf Schloss Blumenfeld. Unter dem Titel „Die bipolare Nation: Was Amerika der Welt gegeben hat – im Guten wie im Schlechten“ spannt der Zeithistoriker den Bogen von der Gründung der USA bis zur Präsidentschaft Donald Trumps.
Beginn ist um 19:00 Uhr im Schloss Blumenfeld, Schloßstraße 12, 78250 Tengen. Der Abend verspricht keinen Spaziergang durch eine glatt polierte Erfolgsgeschichte, sondern einen Blick auf ein Land voller historischer und gesellschaftlicher Widersprüche – Widersprüche, die laut Veranstaltungsbeschreibung bereits in der Gründungsgeschichte der USA angelegt sind.
Freiheit, Wohlstand – und die Schattenseiten
Gassert spricht über Imperialismus und Isolationismus, über Massenkonsum und das damit verbundene Glücksversprechen sowie über die Klimakrise. Im Mittelpunkt steht dabei der internationale Einfluss der Vereinigten Staaten: Die USA haben zu Freiheit, Wohlstand und Sicherheit beigetragen, zugleich aber Konflikte, Abhängigkeiten und Risiken geschaffen.
Besonders aktuell wirkt die Frage, wie sich die Rolle der USA verändert hat. Aus der globalen Vormacht ist nach Gasserts Einordnung ein „chaotischer Faktor“ geworden. Die Entwicklung reicht dabei weit zurück: Der Vortrag untersucht die amerikanische Geschichte von der Staatsgründung über die wechselnden außenpolitischen Leitbilder bis in die Ära Donald Trumps.
Grundlage des Abends ist Gasserts Buch „Die bipolare Nation. Was Amerika der Welt gegeben hat. Im Guten wie im Schlechten“. Darin untersucht er die amerikanische Geschichte ebenso wie den internationalen Einfluss der USA – mit ihren Versprechen, Spannungen und Nebenwirkungen.
Ein Historiker mit transatlantischem Blick
Prof. Dr. Philipp Gassert ist seit 2014 Inhaber des Lehrstuhls für Zeitgeschichte an der Universität Mannheim. Geforscht und gelehrt hat er unter anderem am Deutschen Historischen Institut in Washington, D.C., an der Universität Heidelberg, an der LMU München, an der University of Pennsylvania und an der Universität Augsburg. Gastprofessuren führten ihn nach Haifa und Wien.
2022/23 war Gassert Senior Fellow des Historischen Kollegs in München. Zu seinen Forschungsgebieten gehören die deutsche und europäische Zeitgeschichte, die transatlantische Geschichte sowie die US-Außenpolitik im 20. und 21. Jahrhundert. Neben wissenschaftlichen Arbeiten schreibt er Beiträge für ZEIT und FAZ. Im Hörfunk ist er regelmäßig zu hören, insbesondere beim SWR; gelegentlich tritt er außerdem bei Phoenix und in der ARD auf.
Begrüßung, Impuls und offene Fragen
Eröffnet wird die Veranstaltung um 19:00 Uhr von Maxi Fetsch, Geschäftsführerin der Zukunftsort Schloss Blumenfeld GmbH, und Maximilian Schrumpf, Programmmanager der Reinhold-Maier-Stiftung. Danach folgt das Impulsreferat von Prof. Dr. Philipp Gassert. Im Anschluss ist Zeit für Diskussion und Fragen des Publikums – also auch für das, was beim Zuhören erst langsam im Kopf auftaucht.
Veranstalter ist die Reinhold-Maier-Stiftung, Mitveranstalter das Landesbüro Baden-Württemberg. Als Kooperationspartner sind die vhs Landkreis Konstanz und der Zukunftsort Schloss Blumenfeld beteiligt. Um 20:30 Uhr endet die Veranstaltung.
Die Teilnahme ist kostenlos. Für Studierende und Wissenschaftsinteressierte aus Mannheim bietet der Abend damit eine Gelegenheit, den Blick vom Hochschulstandort hinaus auf die transatlantische Geschichte zu richten – und vielleicht mit ein paar unbequemen Fragen nach Hause zu gehen.
