300 Menschen in Marburg protestieren gegen verkürztes Lehrkräfte-Referendariat
Am 24. September 2026 sind in Marburg mehrere hundert Menschen gegen geplante Bildungsreformen der hessischen Landesregierung auf die Straße gegangen. Rund 300 angehende Lehrkräfte und Unterstützer beteiligten sich an der Demonstration und zogen durch die Straßen der Stadt.
Organisiert wurde der Protest von der „Allianz pro Bildung“ beziehungsweise Allianz Pro Bildung und der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) Hessen. Im Mittelpunkt stand die geplante Reform der Lehrkräfteausbildung. Auf Transparenten und in den Redebeiträgen ging es um die Frage, unter welchen Bedingungen künftige Lehrerinnen und Lehrer ihren Beruf erlernen sollen.
Protest gegen kürzeres Referendariat
Die Demonstrierenden kritisierten unter anderem einen Einstellungsstopp an Studienseminaren, eine zunehmende Arbeitsverdichtung und die geplante Verkürzung des Referendariats. Nach den Reformplänen der schwarz-roten Landesregierung in Hessen soll der Vorbereitungsdienst für angehende Lehrkräfte von derzeit 21 auf 18 Monate sinken.
Das Motto der Demonstration lautete: „Gute Schule braucht gut ausgebildete Lehrkräfte“. GEW-Hessen-Vorsitzender Thilo Hartmann erklärte, die Belastung im Vorbereitungsdienst sei bereits heute hoch. Aus Sicht der Gewerkschaft würde zusätzlicher Druck bei gleichzeitig geringeren Ressourcen die Ausbildung weiter erschweren.
Forderungen der GEW
Die GEW fordert deshalb die Rücknahme der Arbeitszeitverdichtung und einen mindestens 21-monatigen Vorbereitungsdienst. Außerdem verlangt sie zeitgemäße Ausbildungsbedingungen, mehr Fortbildung und ein Ende des Einstellungsstopps an Studienseminaren.
Weitere konkrete Angaben zu den Reformplänen oder zu einzelnen Forderungen der Demonstrierenden liegen nicht vor. Klar ist aber die Richtung des Protests: Die geplanten Einschnitte sorgen in der Bildungslandschaft für Sorge – gerade dort, wo ohnehin über knappe Ressourcen und wachsenden Arbeitsdruck gesprochen wird.
Der Protest fand am Donnerstag, 24. September 2026, in Marburg statt. Heute, am 25. September 2026, bleibt damit vor allem ein lautes Signal aus der Universitätsstadt: Rund 300 angehende Lehrkräfte und Unterstützer wollten die Reformpläne nicht einfach durchwinken.
