Sasha Filipenko: Lesung im Zeichen des Krieges

Am 26. Juni 2026 wird der belarussische Autor Sasha Filipenko im Rahmen der Reihe „Literatur im Krieg“ in Münster zu lesen sein. Der Anlass der Lesung ist insbesondere die Auseinandersetzung um den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine. Filipenko, der 1984 in Minsk geboren wurde, lebt seit 2020 im Exil in der Schweiz, nachdem er sich während der Proteste in Belarus gegen das Regime von Alexander Lukaschenka stark engagiert hatte.

Die Lesung findet im Schloss, Hörsaal S 9, Schlossplatz 2 statt und beginnt um 18:00 Uhr. Der Eintritt ist frei, eine vorherige Anmeldung ist nicht erforderlich. Diese Veranstaltung wird in Kooperation mit dem Institut für Slavistik der Universität Münster, dem Osteuropaforum Münster sowie dem Theater Münster organisiert. Besonders hervorgehoben wird der neue Roman von Filipenko, „Слон / Die Elefanten“, der jüngst veröffentlicht wurde.

Hintergrund zum Autor

Sasha Filipenko ist nicht nur Schriftsteller, sondern auch Journalist, Drehbuchautor und Fernsehmoderator. Seine Werke sind in mehr als ein Dutzend Sprachen übersetzt, und er wurde mit internationalen Preisen ausgezeichnet. Besonders auffällig ist sein Engagement während der Proteste in seinem Heimatland von 2020 bis 2021, als er Artikel verfasste und Interviews gab, um die politischen Verhältnisse zu kritisieren und die Freilassung politischer Gefangener zu fordern.

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Im Jahr 2021 erregte er Aufsehen mit einem offenen Brief an den Präsidenten des Internationalen Eishockeyverbands, in dem er gegen die Austragung der Weltmeisterschaft in Belarus protestierte. Außerdem sprach er 2022 auf der Münchner Sicherheitskonferenz zusammen mit der belarussischen Oppositionsführerin Swjatlana Zichanouskaja und veröffentlichte einen Artikel in The Guardian über den russischen Überfall auf die Ukraine. Dort beleuchtete er die komplexen Beziehungen zwischen Belarus, Russland und der Ukraine.

Aktuelle Ereignisse

Die Situation für Filipenko bleibt angespannt. Im November 2023 wurde das Haus seiner Eltern in Belarus durchsucht, und sein Vater erhielt eine Haftstrafe wegen der Weiterverbreitung eines von den belarussischen Behörden verbotenen Artikels. Filipenko sprach von einem Druckversuch, um ihn von öffentlichen Äußerungen abzuhalten. Zudem wurde im Frühjahr 2024 ein Strafverfahren gegen ihn eingeleitet. Im Mai 2025 erklärte die belarussische Regierung seine Bücher „Rote Kreuze“ und „Slon“ zu extremistischen Werken, was das Verbot ihrer Verbreitung zur Folge hatte.

Die Lesung in Münster bietet eine einmalige Gelegenheit, einen der bedeutendsten Stimmen der belarussischen Opposition kennenzulernen. Filipenko bringt nicht nur literarisches Können, sondern auch einen tiefen Einblick in die aktuellen gesellschaftlichen und politischen Herausforderungen in Belarus und der Ukraine mit.

Interessierte sind herzlich eingeladen, an dieser bedeutenden Lesung teilzunehmen und sich der Stimme eines mutigen Schriftstellers anzuschließen, der sich unermüdlich für Freiheit und Menschenrechte einsetzt. Weitere Informationen sind auf der Webseite der Universität Münster und in der Wikipedia zu finden.