Paderborner Wissenschaftler fordern dringende „Green Skills“ für Wandel!
Die Dringlichkeit der globalen Transformation zu einer kohlenstoffarmen Wirtschaft steht im Fokus eines aktuellen Artikels, den Forschende der Universität Paderborn im renommierten „Nature Portfolio Journal: Climate Action“ veröffentlicht haben. Laut Uni Paderborn ist es von zentraler Bedeutung, dass nicht nur technologische Innovationen und ein passender politischer Rahmen geschaffen werden, sondern auch die sogenannten „Green Skills“ in der öffentlichen Verwaltung entwickelt werden. Diese Fähigkeiten sind unerlässlich, um die Einführung kohlenstoffarmer Technologien zu beschleunigen.
Im Rahmen dieser Untersuchung hat die Arbeitsgruppe am „Paderborn Research Center for Sustainable Economy“ (PARSEC), gefördert vom Deutschen Komitee für Nachhaltigkeitsforschung in Future Earth (DKN), das Ziel, eine präzisere Definition und Konzeptualisierung von „Green Skills“ für Verwaltungsmitarbeitende zu erarbeiten. Dabei liegt der Schwerpunkt auf Mitarbeitenden in Städten, Gemeinden und Kommunen sowie auf Förderprogrammen für private Haushalte.
Die Definition von „Green Skills“
Um die Transformation zur Nachhaltigkeit erfolgreich zu gestalten, müssen „Green Skills“ klar definiert werden. Laut dem Fraunhofer IRB umfasst dieser Begriff nicht nur technische Fähigkeiten, sondern auch systemisches Denken sowie überfachliche Querschnittskompetenzen. Dazu zählen unter anderem die Fähigkeit zur Innovationsgestaltung und das Management von Zielkonflikten zwischen Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit.
Prof. Dr. Daniel Reimsbach von der Universität Paderborn hebt hervor, dass geopolitische Instabilitäten sowie mögliche Kürzungen öffentlicher Mittel die Entwicklung dieser Kompetenzen gefährden könnten. In diesem Zusammenhang betont auch Prof. Dr. Martin Kesternich die Notwendigkeit, die Diskussion über „Green Skills“ eng mit politischen Maßnahmen zur nachhaltigen Transformation des öffentlichen Sektors zu verknüpfen.
Kompetenzen für eine nachhaltige Zukunft
Welche Fähigkeiten brauchen wir also für die Zukunft? Die Arbeitsmarktveränderungen durch die Nachhaltigkeitstransformation erfordern ein Upskilling bestehender Berufsprofile, etwa in der Buchhaltung, im Einkauf und in der Produktion. Gleichzeitig sind Reskilling-Maßnahmen gefragt, da CO₂-intensive Tätigkeiten in den Hintergrund treten und neue Kompetenzprofile entstehen müssen. Laut dem Green Skills Kompass des Fraunhofer IRB gibt es bereits spezialisierte Rollen wie Nachhaltigkeitscontroller:innen, Green-Data-Analyst:innen und Circular-Economy-Manager:innen.
Diese Entwicklungen sind nicht nur notwendig, um aktuelle Herausforderungen zu meistern, sondern sie fördern auch die Schaffung von nachhaltigen Lieferketten, klimafreundlichen Prozessen und die Ressourcenschonung. In diesem Sinne bietet der Green Skills Kompass ein wissenschaftlich fundiertes Framework zur Analyse und Entwicklung der erforderlichen Fähigkeiten – ein entscheidender Schritt, um die Transformation unserer Wirtschaft und Gesellschaft aktiv zu gestalten.
Für all jene, die sich intensiver mit dem Thema auseinandersetzen möchten, ist der Artikel der Universität Paderborn [Open Access verfügbar](www.nature.com/articles/s44168-026-00389-9) und bietet umfangreiche Einblicke in die Notwendigkeiten und Herausforderungen auf dem Weg zu einer nachhaltigeren Zukunft.
