Maria Milisavljević: Saarbrücker Poetikdozentur für Dramatik 2026!
Ein neuer Stern am Theaterhimmel leuchtet in Saarbrücken: Die Universität des Saarlandes hat die renommierte Poetikdozentur für Dramatik in dieser Saison an Maria Milisavljević vergeben. Dies ist die dreizehnte Auflage dieser besonderen Kooperation zwischen der Universität, dem Saarländischen Staatstheater und dem VHS Regionalverband Saarbrücken. Die festliche Übergabe und die damit verbundenen Veranstaltungen sind ein Highlight im kulturellen Kalender der Stadt.
Maria Milisavljević, geboren 1982 in Arnsberg, bringt ein beeindruckendes Portfolio als Autorin, Kulturwissenschaftlerin, Dramaturgin und Übersetzerin mit. Ihre Bühnenstücke sind nicht nur in Deutschland, sondern auch international aufgeführt worden. Sie hat eine Vielzahl an Auszeichnungen erhalten, unter anderem den Mülheimer Dramatikpreis für ihr Stück „Staubfrau“ im Jahr 2025 und Nominierungen wie für „Beben“, das 2018 beim Mülheimer Dramatikerpreis ins Rennen ging. Für die Poetikdozentur hat sie das Stück „Blutschwester“ entwickelt, das im Saarländischen Staatstheater aufgeführt wird.
Vorträge und Diskussionen
Im Rahmen der Poetikdozentur wird Milisavljević in drei öffentlichen Vorträgen zum Nachdenken anregen. Diese finden an den Montagen 15., 22. und 29. Juni im Saarländischen Staatstheater, im Schlosskeller und im Filmhaus Saarbrücken statt. Die Vorträge, die jeweils um 20:00 Uhr starten und etwa eine Stunde dauern, sind für alle Interessierten kostenlos zugänglich. Thematisch wird sie unter anderem die Herausforderungen und Möglichkeiten des Autor:innentheaters im deutschen Raum sowie die Bedeutung neuer Dramatik für die Gegenwart behandeln.
- 15. Juni: „Autor*innentheater. Eine Unmöglichkeit im deutschen Theaterbetrieb?“
- 22. Juni: „Diese Dramatikerin und ihre zwei Herzen. Über unterschiedliches Arbeiten im deutschsprachigen und englischsprachigen Theater“
- 29. Juni: „Unbedingtes Schreiben. Von der Unverzichtbarkeit neuer Dramatik im deutschsprachigen Theater“
Nach den Vorträgen sind offene Gespräche mit den Anwesenden geplant, wodurch ein intensiver Austausch zwischen Publikum und Künstlerin gefördert wird. Solche Formate stärken den Dialog über zeitgenössische Dramatik und bringen frische Perspektiven in die Diskussion, was einem der zentralen Gründe für die Einrichtung der Saarbrücker Poetikdozentur entspricht. Die Dozentur wurde seit dem Wintersemester 2011/12 jährlich ausgerichtet, um herausragende Bühnenautoren und Theatermachende nach Saarbrücken zu laden. Zu den ehemaligen Inhabern zählen bedeutende Dramatiker wie Rimini Protokoll, Roland Schimmelpfennig und Kathrin Röggla.
Ein langer Weg zur Poetik
Die Reflexion über Theater und Literatur hat in Europa eine lange Tradition, die von den ersten Gedichten bis zu modernen Werken reicht. Die Saarbrücker Poetikdozentur versucht, diese Tradition fortzusetzen, indem sie Autor:innen Raum gibt, ihre individuellen Poetiken zu entwickeln und zu teilen. Die Vielfalt der Ansätze ist nicht nur eine Chance für die Künstler selbst, sondern fördert auch die gesellschaftliche Relevanz von Literatur und Theater. Die Vorträge der Dozentur werden zudem in gedruckter Form veröffentlicht, was deren Inhalt und die ausgesprochene Lehre einem breiteren Publikum zugänglich macht.
Die Saarbrücker Poetikdozentur ist eine wertvolle Plattform für den Austausch von Ideen und Erfahrungen im Bereich der Dramatik und wird von vielen als unverzichtbar für die Erneuerung des Theaters angesehen. Mit Maria Milisavljević an der Spitze sind die Erwartungen hoch – bleiben wir gespannt auf die kommenden Vorträge!
Weitere Informationen finden Sie unter Universität des Saarlandes, nachtkritik.de und poetikdozentur-dramatik.de.
