Thüringen führt ab Mittwoch, dem 30. September 2026, eine elektronische Gefangenenpersonalakte in seinen Justizvollzugsanstalten ein. Für die Bediensteten soll das den Arbeitsalltag erleichtern: Informationen, die bislang teilweise auf verschiedene Aktenbestandteile verteilt waren, werden künftig digital gebündelt und direkt abrufbar.

Nach Angaben des Justizministeriums ist Thüringen damit das erste Bundesland, das eine selbst entwickelte elektronische Gefangenenpersonalakte landesweit auf diese Weise einsetzt. Entwickelt wurde die Lösung von der IT-Leitstelle des Thüringer Justizvollzugs gemeinsam mit den Justizvollzugsanstalten und dem Thüringer Justizministerium.

Mehr Informationen an einem Ort

Bedienstete können entsprechend ihrer Berechtigungen unter anderem auf Vollzugspläne, Eingliederungspläne und Entscheidungen über Haftlockerungen zugreifen. Die wichtigen Informationen über Gefangene im Thüringer Justizvollzug liegen damit nicht mehr verstreut in unterschiedlichen Teilen der Akte. Ein paar Klicks statt Papierstapel – im Arbeitsalltag kann das einen spürbaren Unterschied machen.

Staatssekretär Christian Klein zufolge sollen schnell verfügbare und vollständig dokumentierte Informationen die Vorbereitung von Entscheidungen im Vollzugsalltag erleichtern. Gleichzeitig sollen Medienbrüche reduziert, Arbeitsprozesse nachvollziehbarer und der Papierverbrauch verringert werden.

Erst getestet, jetzt landesweit verfügbar

Der Einführung ging eine Pilotphase voraus, in der die E-Akte zunächst getestet wurde. Ab Mittwoch, dem 30. September 2026, soll sie in Thüringen zur Verfügung stehen. Welche Bediensteten welche Inhalte sehen, richtet sich dabei nach den jeweiligen Berechtigungen.

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Für den Justizvollzug in Thüringen bedeutet der Schritt eine Umstellung gewohnter Abläufe: Dokumente werden nicht mehr nur in Papierform oder an verschiedenen Stellen geführt, sondern in einer gemeinsamen digitalen Akte zusammengeführt. Von der Uni Stuttgart aus betrachtet ist das ein eher stiller Digitalisierungsschritt – keiner mit großem Bildschirmauftritt, aber einer, der im täglichen Dienst schnell auffallen dürfte.