WHU plant vollständigen Umzug von Vallendar nach Düsseldorf bis 2034
Die WHU (Wissenschaftliche Hochschule für Unternehmensführung Otto Beisheim School of Management) will ihren Standort in Vallendar nach eigenen Angaben bis zu ihrem 50. Gründungsjahr 2034 vollständig aufgeben. Geplant ist ein kompletter Umzug nach Düsseldorf, wo die private Wirtschaftshochschule bereits einen zweiten Campus betreibt.
Für Vallendar ist das ein tiefer Einschnitt. Seit 1984 ist die WHU dort bei Koblenz ansässig, seit Jahrzehnten zählt sie zu den wichtigen Arbeitgebern und Wirtschaftsfaktoren der Stadt. Rund 2.100 Menschen studieren derzeit an den beiden Standorten, etwa 1.500 davon in Vallendar. Die Hochschule beeinflusst dort nicht nur den Wohnungsmarkt, sondern auch Gastronomie und Einzelhandel.
Millionen für ein Stadtbild rund um die Hochschule
Die Stadt Vallendar hat in den vergangenen Jahrzehnten Millionen in eine Infrastruktur investiert, die auf die Bedürfnisse der WHU ausgerichtet war. Die im Zusammenhang mit der Hochschule genannten Vorhaben wurden umgesetzt: Zum Umfeld gehören das barocke D’Ester-Herrenhaus, ein modernes WHU-Eingangsgebäude, ein Gebäude aus dem Jahr 1903 und ein modernes Hörsaalgebäude. Unter dem Burgplatz liegt außerdem die Tiefgarage Marienburg.
So entstand rund um die Hochschule ein Stadtbild, in dem alte Bausubstanz und moderne Campusarchitektur nebeneinanderstehen. Für Vallendar bleibt nun die Frage, wie diese Einrichtungen und die frei werdenden Flächen künftig genutzt werden können. Wie stark sich der geplante Umzug tatsächlich auswirkt, ist noch offen.
Ein neuer Campus im Zentrum Düsseldorfs
In Düsseldorf sollen die Hochschulaktivitäten künftig auf einem neuen, zentral gelegenen Campus gebündelt werden. Geplant ist ein großer Neubau, der bis zum 50-jährigen Bestehen der Hochschule im Jahr 2034 fertiggestellt werden soll. Erste Testläufe am Düsseldorfer Standort begannen bereits 2010; seitdem betreibt die WHU dort einen zweiten Campus.
Mitgeteilt wurden die Pläne von der nordrhein-westfälischen Landesregierung, berichtet haben darüber die „Rhein-Zeitung“ und die „Aachener Zeitung“. Die nordrhein-westfälische Politik bezeichnet die Ansiedlung als „Leuchtturmprojekt“. WHU-Rektor Christian Andres begründete den Schritt damit, dass Hochschulen stärker als Verbindungspunkte für Studierende, Unternehmen, Forschung und öffentliche Institutionen dienen sollten.
Die WHU zählt zu den führenden Business Schools Europas. Aus ihr sind unter anderem die Start-ups Zalando, Flixbus und Hellofresh hervorgegangen. Für Düsseldorf wäre der neue Campus damit nicht bloß ein weiterer Hochschulstandort, sondern ein großer Knotenpunkt zwischen Studium und Wirtschaft.
Vallendar und Düsseldorf zunächst parallel
Ganz schnell geht es allerdings nicht. Nach Angaben der WHU sollen die Standorte in Vallendar und Düsseldorf „bis auf Weiteres“ parallel bestehen bleiben. Die konkreten Schritte des Übergangs sollen im weiteren Planungsverlauf festgelegt werden. Der vollständige Umzug nach Düsseldorf ist nach den bisherigen Angaben bis 2034 vorgesehen.
Gerade diese Übergangsphase dürfte für Vallendar entscheidend werden. Studierende, Beschäftigte, Vermieter, Restaurants und Geschäfte müssen mit einer Entwicklung umgehen, deren Tempo und genaue Folgen noch nicht feststehen. Die langfristige Zukunft des WHU-Standorts Vallendar bleibt zunächst ungeklärt – während in Düsseldorf bereits über den neuen Campus gesprochen wird.
