Oldenburg ist dem globalen WHO-Netzwerk altersfreundlicher Städte und Gemeinden beigetreten. Die Aufnahmeurkunde wurde am 1. Oktober 2026, dem Internationalen Tag der älteren Menschen, bei der Veranstaltung „Altersgerechtes Oldenburg“ im Stadtmuseum übergeben. Eingeladen hatten die Stadt Oldenburg und die Carl von Ossietzky Universität.

Rund 50 Bürgerinnen und Bürger sowie Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Verwaltung, Wissenschaft, Wohlfahrtspflege und Wirtschaft waren dabei. Im Mittelpunkt standen der Beitritt zum Netzwerk, aktuelle Forschungsergebnisse und die Vorbereitung des neuen „Forums altersgerechtes Oldenburg“.

Urkunde für Oldenburg

Oberbürgermeister Jürgen Krogmann nahm die Beitrittsurkunde von Ina Voelcker entgegen. Sie leitet den Bereich Internationale Altenpolitik bei der Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenorganisationen (BAGSO). Vertreterinnen und Vertreter der WHO übermittelten außerdem eine Video-Grußbotschaft.

Nach Angaben der Stadt ist Oldenburg die erste Kommune in Niedersachsen und bundesweit die elfte Kommune im WHO-Netzwerk. Der Beitritt soll die weitere Arbeit von Seniorenvertretung, Verwaltung und Politik unterstützen.

Die Abteilung Präventions- und Rehabilitationsforschung der Universität Oldenburg stellte erste Zwischenergebnisse des Projekts „Altersfreundliches Oldenburg“ vor. Daraus sind ein Forschungsbericht zur Altersfreundlichkeit der Stadt, die Broschüre „Altersfreundliches Oldenburg – Ideen für ein gutes Älterwerden in unserer Stadt“ und ein Leitfaden zur Arbeit mit sogenannten Personas entstanden.

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Personas sind fiktive, datenbasierte Personenprofile. Sie sollen unterschiedliche Lebenssituationen älterer Menschen sichtbar machen. Gemeinsam mit Bürgerinnen und Bürgern wurden zunächst Figuren wie Martha, Sabine und Klaus entwickelt; nun sollen diese weiter ausdifferenziert werden. Künftig könnten die Personas dabei helfen, die Perspektiven älterer, vulnerabler und weniger sichtbarer Gruppen in Planungs- und Beteiligungsverfahren einzubeziehen.

Ein Forum für die Stadt

Viel Zeit nahm bei der Veranstaltung auch die Vorbereitung des „Forums altersgerechtes Oldenburg“ ein. Grundlage ist die 2025 vom Stadtrat beschlossene Agenda „Selbstbestimmt und mittendrin!“. Sie legt Maßnahmen für eine altersgerechtere Stadtentwicklung fest und soll online auf der städtischen Website weiter zugänglich sein.

Das Forum soll dauerhaft Möglichkeiten für Austausch und Mitarbeit schaffen. Geplant ist eine Verbindung mit der verwaltungsinternen Begleitgruppe „Altersgerechtes Oldenburg“ und der Seniorenvertretung. In vier Arbeitsgruppen berieten die Teilnehmenden über Aufgaben, Zusammensetzung und Arbeitsweise des Forums.

Die Ergebnisse sollen Anfang 2027 im Sozialausschuss vorgestellt werden. Zu diesem Zeitpunkt soll auch die neu gewählte Seniorenvertretung ihre Arbeit aufgenommen haben. Die Universität Oldenburg informiert online über ihre Projekte zum altersfreundlichen Oldenburg.

Was hinter dem WHO-Netzwerk steckt

Das WHO Global Network for Age-friendly Cities and Communities wurde 2010 gegründet. Es verbindet weltweit Städte, Gemeinden und Organisationen mit dem gemeinsamen Ziel, Orte zu schaffen, an denen Menschen gut älter werden können. Hintergrund sind die weltweite Alterung der Bevölkerung und die zunehmende Urbanisierung.

Im Mittelpunkt stehen lokale Maßnahmen, die die umfassende Teilhabe älterer Menschen am Gemeinschaftsleben fördern und gesundes sowie aktives Altern unterstützen. Das Netzwerk will zeigen, was möglich ist und wie Vorhaben umgesetzt werden können. Außerdem vernetzt es Städte und Gemeinden, erleichtert den Austausch von Informationen, Wissen und Erfahrungen und unterstützt die Entwicklung geeigneter, innovativer und evidenzbasierter Lösungen.

Eine Mitgliedschaft ist dabei keine Zertifizierung für Altersfreundlichkeit. Sie zeigt vielmehr, dass eine Stadt oder Gemeinde die Bedürfnisse ihrer alternden Bevölkerung anhören, ihre Altersfreundlichkeit bewerten und überwachen sowie gemeinsam mit älteren Menschen und ressortübergreifend altersfreundliche physische und soziale Umgebungen schaffen will. Auch Erfahrungen, Erfolge und Erkenntnisse sollen mit anderen Städten und Gemeinden geteilt werden.

Derzeit umfasst das Netzwerk 1.829 Städte und Gemeinden in 60 Ländern und erreicht mehr als 400 Millionen Menschen weltweit. Interessierte können eine Mitgliedschaft beantragen, das Netzwerk durchsuchen oder die Datenbank für altersfreundliche Praxisbeispiele konsultieren.

Auf der WHO-Karte weisen die Verantwortlichen darauf hin, dass Grenzen, Ländernamen und Bezeichnungen keine Stellungnahme zum rechtlichen Status oder zum Verlauf von Grenzen darstellen. Gestrichelte und gepunktete Linien zeigen ungefähre Grenzverläufe, über die möglicherweise noch keine vollständige Einigung besteht. Außerdem zeigt die Karte den Stand der Mitgliedschaft zum Zeitpunkt ihrer Aktualisierung und enthält möglicherweise nicht die neuesten Änderungen. Unterstützt wurde die Aktualisierung vom WHO GIS Centre for Health.