Am 20. Juni 2026 feierte das Paderborner Belgienzentrum (BELZ) sein zehnjähriges Bestehen, ein Anlass, der nicht nur den Blick auf die vergangenen Jahre lenkte, sondern auch die Bedeutung von Vielfalt und europäischer Zusammenarbeit hervorhob. Unter dem Motto „Vielfalt macht stark“ trafen sich zahlreiche Gäste, darunter auch Nathanael Liminski, Minister für Bundes- und Europaangelegenheiten in Nordrhein-Westfalen, um die Fortschritte und Errungenschaften des Zentrums zu würdigen. Liminski betonte die Rolle Belgien als wichtiges Forschungsobjekt und würdigte den Austausch zwischen den Nachbarländern.

Ein zentraler Bestandteil der Feierlichkeiten war der jährliche Belgientag, der sich in diesem Jahr mit dem Thema Kreislaufwirtschaft beschäftigte und aus einer belgisch-deutschen Perspektive beleuchtet wurde. Die Universität Paderborn, die einen dreisprachigen Masterstudiengang in BeNeLux-Studien anbietet, spielt eine entscheidende Rolle bei der Förderung des Austauschprogramms und der Sichtbarkeit Belgiens auf dem Campus. Zudem wurde eine Leselounge eingerichtet, die sich mit belgischer Literatur befasst, und farbenfrohe Glasfenster von Künstlern aus Paderborn und Belgien schmücken den Raum.

Anknüpfung an die Benelux-Union

Im Kontext der Feierlichkeiten wurde auch die Zusammenarbeit zwischen der Benelux-Union und der Europäischen Union ins Gespräch gebracht. Am 15. Januar 2025 führte das Belgienzentrum ein Interview mit Stephane Verwilghen, dem Rechtsberater des Benelux-Generalsekretariats. Verwilghen erläuterte, wie eng die Benelux-Staaten, bestehend aus Belgien, den Niederlanden und Luxemburg, in vielen Fällen mit der europäischen Gesetzgebung verwoben sind. Rund 90 % der Anstrengungen in der Benelux-Zusammenarbeit beziehen sich auf die Umsetzung bereits beschlossener EU-Rechtsakte.

Das Jahr 2024 stellte eine besondere Herausforderung dar, da Belgien sowohl den Vorsitz im Rat der Europäischen Union als auch die Präsidentschaft der Benelux-Union innehatte. Diese doppelte Präsidentschaft bot zwar Chancen, brachte jedoch auch einen erheblichen Planungsaufwand mit sich. So wurde beispielsweise ein multilaterales Abkommen zur automatischen Anerkennung von Hochschulabschlüssen zwischen den Benelux-Staaten und den baltischen Ländern im Mai 2024 eingeführt.

Relevanz der Benelux-Union für aktuelle Herausforderungen

Die Benelux-Union hat sich auch als treibende Kraft im Übergang zu erneuerbaren Energien etabliert. Regelmäßige Beratungen und die Zusammenarbeit innerhalb des „Benelux Energy Expertise Network“ spielen eine Schlüsselrolle in dieser Transformation. In einem weiteren Schritt wird die Sicherheit in den Grenzregionen durch regelmäßige Polizeiaktionen zwischen den drei Staaten verstärkt, wobei gemeinsame Eingriffe an Bord internationaler Züge geplant sind, um die Sicherheit der Bürger zu erhöhen.

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Die Abendveranstaltung des Jubiläums umfasste eine dreisprachige Podiumsdiskussion sowie ein Gespräch über kulturelle Bildung, unterstützt von dem belgischen Gitarristen Jacques Stotzem. Die Feierlichkeiten des BELZ verdeutlichten nicht nur die akademischen Errungenschaften und die kulturellen Verbindungen zwischen Belgien und Deutschland, sondern auch den klaren Blick in die Zukunft, um den Austausch und das Verständnis weiter zu fördern.

Für die Universität Paderborn bleibt das Ziel, Kenntnisse über Nachbarländer zu erweitern und die Sichtbarkeit Belgiens zu erhöhen, von zentraler Bedeutung. Dieses Engagement zeigt sich auch in der kontinuierlichen Unterstützung von Studierenden, die ein Belgienzertifikat erwerben können. Der Belgientag 2023, der sich mit der Kreislaufwirtschaft im Kontext des „Circular Economy Act“ der EU beschäftigte, stellte eine Möglichkeit dar, aktuelle Herausforderungen zu thematisieren und Lösungen in Zusammenarbeit mit Unternehmen und der belgischen Politik zu diskutieren.