Rund 350 Gäste aus Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Gesellschaft kamen am Dienstagnachmittag in der Pyramide Mainz zum Kongress der Zukunftsinitiative Rheinland-Pfalz (ZIRP). Das Thema: „Science-Fiction“. Nicht als Flucht in ferne Galaxien, sondern als Werkzeug, um über das Morgen nachzudenken.

Im Raum standen Fragen, die ziemlich nah am Alltag liegen: Welche Zukunftsvisionen sind möglich? Welche Technologien können ihre Umsetzung unterstützen? Und wie werden diese Technologien das Leben verändern? Auch Ministerpräsident Gordon Schnieder besuchte die Veranstaltung.

Mit KI ins Jahr 2045

Schnieder erklärte, Science-Fiction könne helfen, einen Blick in die Zukunft zu werfen. Viele Technologien, die heute selbstverständlich seien, seien zunächst in Geschichten erdacht worden. Das Kongressprogramm verband deshalb wissenschaftliche Beiträge mit Zukunftsvisionen – mal greifbar, mal mit ordentlich Raum für Fantasie.

In einer interaktiven Sitzung entwickelten die Gäste gemeinsam mit Zukunftsforscher Max Irmer mithilfe Künstlicher Intelligenz visuelle Szenarien für das Jahr 2045. Auf den Bildschirmen entstanden damit mögliche Zukunftsbilder, während im Saal über ihre Bedeutung diskutiert wurde. Irmer betonte, Zukunft sei das Ergebnis heutiger Entscheidungen. Bevor sie gestaltet werden könne, müsse man sie sich zunächst vorstellen.

Der Blick nach vorn blieb dabei nicht nur theoretisch. Mitgliedsunternehmen der ZIRP präsentierten konkrete Projekte aus Rheinland-Pfalz. Die SCHOTT AG stellte ihren Beitrag zum derzeit in Chile entstehenden größten Teleskop der Welt vor. Der Hauptspiegel soll einen Durchmesser von 39 Metern haben und Weltraumbeobachtungen mit bisher unerreichter Genauigkeit ermöglichen.

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Roboter, virtuelle Räume und „Klänge der Zukunft“

Die BASF gab Einblicke in zukünftige Materialien. In der begleitenden Ausstellung warteten außerdem weitere technologische Entwicklungen aus Rheinland-Pfalz: eine VR-Installation des SWR, von Studierenden der Johannes Gutenberg-Universität entwickelte Roboter und ein interaktiver Workshop zu den „Klängen der Zukunft“.

Gerade dieser Mix machte den Kongress weniger zu einer reinen Vortragsveranstaltung als zu einem Rundgang durch verschiedene mögliche Morgen. Hier virtuelle Realität, dort Roboter – und dazwischen die Frage, welche Ideen irgendwann tatsächlich in Hörsälen, Laboren, Unternehmen oder Wohnzimmern landen.

ZIRP-Geschäftsführerin Christiane Liesenfeld erklärte, der Kongress habe gezeigt, dass bereits zahlreiche Zukunftsprojekte in Rheinland-Pfalz existieren. Für die Gäste aus Mainz und darüber hinaus blieb damit einiges zum Anschauen, Ausprobieren und Weiterdenken – bis hin zum Jahr 2045.