Auf dem Campus der Universität des Saarlandes dürfte heute mancher Blick eher nach Texas gehen: SpaceX’ Raketensystem Starship ist am Montagmorgen Ortszeit vom Weltraumbahnhof Starbase im US-Bundesstaat Texas zu seinem 14. Testflug gestartet. Für die Mission waren etwa zehn Stunden vorgesehen. Die Rakete sollte in eine Erdumlaufbahn einschwenken und ungefähr sechs Erdumrundungen absolvieren.

Nach ersten Angaben von SpaceX gelang der Orbitaleinschuss planmäßig. Zum ersten Mal sollten bei einem Testflug außerdem Starlink-Satelliten ausgesetzt werden. Die V3-Satelliten sollten anschließend Antennen und Solarpaneele entfalten und Verbindungen zur Erde sowie zu anderen Starlink-Satelliten herstellen. Auch dieser Vorgang verlief laut den ersten SpaceX-Informationen zunächst weitgehend planmäßig. Das Aussetzen von Satelliten war bei früheren Tests bereits mehrfach simuliert worden.

Ein Testflug mit vielen Premieren

Starship Flight 14 ist der 14. Start des SpaceX-Starship-Systems und der erste geplante operationelle Flug. Erstmals sollte die Mission eine stabile Umlaufbahn erreichen, operationelle Nutzlasten aussetzen, längere Zeit im Orbit bleiben und anschließend einen kontrollierten Wiedereintritt samt Deorbitierung durchführen. Das klingt nach einer Menge Programm für einen einzigen Flug – und genau das ist es auch.

Nach der Stufentrennung führte der Booster „Super Heavy“ ein Boostback-Manöver und eine Landephase durch. Beim Boostback zündeten 26 von 28 Triebwerken erneut, beim Landeanflug 11 von 13 vorgesehenen Triebwerken. Die kontrollierte Wasserung im Golf von Mexiko war erfolgreich. Ship 41 führte erstmals ein Orbital-Insertion-Manöver durch und erreichte eine anhaltende Umlaufbahn.

An Bord befanden sich 26 operationelle Starlink-V3-Satelliten der Gruppe „Starlink Group 31-1“. Drei davon waren mit Kameras ausgestattet, die während des Orbits den Hitzeschild von Ship 41 filmen sollten. Ein Raptor-Vakuumtriebwerk fiel während des Aufstiegs aus. Nach etwa 8 Stunden und 52 Minuten im Orbit war ein Deorbit-Manöver geplant. Danach sollten Wiedereintritt, kontrollierter Sinkflug, Lande-Flip, Landezündung und schließlich die Wasserung im Pazifischen Ozean folgen.

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Die technischen Vorbereitungen liefen im Sommer an. Booster 21 absolvierte vom 18. bis 20. Juli 2026 einen kryogenen Drucktest am Massey-Testgelände und wurde anschließend zur Vorbereitung des Triebwerkstests in die Mega Bay 1 transportiert. Am 28. August folgte ein erfolgreicher statischer Test über die volle Dauer. Ship 41 bestand am 29. Juni 2026 einen kryogenen Drucktest, kehrte am 18. August für Triebwerkstests zum Testgelände zurück und absolvierte am 19. August eine Testzündung eines einzelnen Triebwerks zur Simulation eines Deorbit-Manövers. Am 21. August wurden alle sechs Raptor-Triebwerke etwa 60 Sekunden lang statisch getestet.

Der Flugplan – bis auf die Sekunde

Der Flug begann auf einer ähnlichen Bahn wie die beiden vorherigen Starship-Missionen. Für den 28. September war folgender Ablauf vorgesehen:

  • −00:50:00: Startfreigabe und Beginn der Treibstoffbeladung.
  • −00:36:33 bis −00:34:11: Beladung von Booster und Ship mit flüssigem Sauerstoff und Methan.
  • −00:21:40: Kühlung der Raptor-Triebwerke.
  • −00:02:50: Treibstoffbeladung des Boosters abgeschlossen.
  • −00:02:10: Treibstoffbeladung des Ships abgeschlossen.
  • −00:00:30: Letzte Startfreigabe.
  • −00:00:17: Aktivierung des Flammenableiters.
  • −00:00:03: Beginn der Triebwerkszündung.
  • 00:00:00: Start.
  • +00:00:58: Maximaler aerodynamischer Belastungspunkt.
  • +00:02:20: Abschaltung der meisten Super-Heavy-Triebwerke.
  • +00:02:22: Stufentrennung und Zündung der Starship-Triebwerke.
  • +00:02:27 bis +00:03:07: Boostback-Zündung und Abschaltung.
  • +00:06:35 bis +00:07:01: Landezündung und Abschaltung von Super Heavy.
  • +00:08:11: Abschaltung der Starship-Triebwerke; ein Raptor-Vakuumtriebwerk war zuvor ausgefallen.
  • +00:25:28 bis +00:25:47: Orbital-Insertion-Zündung und Abschaltung.
  • +00:34:18 bis +01:04:50: Beginn und Abschluss der Nutzlastaussetzung.
  • +08:52:18: Geplanter Beginn der Deorbit-Zündung.
  • +09:28:52: Geplanter Wiedereintritt.
  • +09:47:30: Geplanter Übergang in den Überschallflug.
  • +09:48:07: Geplanter Übergang in den Unterschallflug.
  • +09:50:11: Geplanter Beginn der Landezündung.
  • +09:50:13: Geplanter Lande-Flip.
  • +09:50:21 bis +09:50:22: Reduzierung der aktiven Triebwerke von drei auf zwei und anschließend auf eines.
  • +09:50:30: Geplante Wasserung.

Super Heavy ist rund 70 Meter lang, die obere Stufe „Starship“ etwa 50 Meter. Zusammen ist das System größer als die Freiheitsstatue in New York. Beide Stufen sind für die Rückkehr zur Erde und die Wiederverwendung ausgelegt. Die NASA plant, mit Starship Astronauten zum Mond zu bringen. SpaceX verfolgt außerdem langfristig das Ziel, Menschen zum Mars zu schicken.

Vom explodierten Erstflug zur V3

Der erste Starship-Testflug fand am 20. April 2023 statt und endete nach wenigen Minuten mit einer vollständigen Explosion. Beim sogenannten IFT-1 war ein suborbitaler Flug mit nahezu Orbitalgeschwindigkeit und eine Wasserung bei Kauaʻi vorgesehen. In der Triebwerkssektion der Erststufe entstand ein Brand, der die Verbindung der Triebwerke zum Bordcomputer unterbrach. Bis zu sechs der 33 Erststufentriebwerke fielen aus, die meisten übrigen waren nicht mehr steuerbar. Oberhalb von 30 Kilometern geriet die Rakete ins Taumeln. Rund vier Minuten nach dem Start sprengten die Selbstzerstörungssysteme beider Stufen das Fahrzeug; die Auslösung erfolgte etwa 40 Sekunden verspätet.

Trümmer der zerstörten Betonbodenplatte verteilten sich über 155 Hektar eines angrenzenden Naturschutzgebiets, wo ebenfalls ein Brand entstand. SpaceX untersuchte den Vorfall unter Aufsicht der FAA und erarbeitete 63 Korrekturmaßnahmen; 57 mussten vor dem nächsten Start umgesetzt werden. Mehrere Umweltschutzgruppen verklagten die FAA wegen der Startgenehmigung. SpaceX ergänzte den Startplatz um eine Stahlbodenplatte und ein Wassersprühsystem zur Schalldämpfung.

Beim IFT-2 am 18. November 2023 funktionierten alle 33 Super-Heavy-Triebwerke, und die erstmals geplante Stufentrennung per Hot Staging verlief planmäßig. Der Booster bremste für eine Wasserung im Golf von Mexiko, explodierte jedoch kurz darauf infolge eines Triebwerksschadens. Starship stieg weiter und überschritt die geplante Flughöhe von etwa 150 Kilometern. Beim Ablassen überschüssigen Sauerstoffs kam es zu einer Verpuffung und mehreren Bränden; nach rund acht Flugminuten löste der Bordcomputer die Selbstzerstörung aus. Umweltschutzgruppen weiteten ihre Klage gegen die FAA aus, während Ted Cruz und Pamela Melroy unkomplizierte Genehmigungsverfahren forderten.

IFT-3 am 14. März 2024 sollte eine halbe Erdumrundung mit Wasserung im Indischen Ozean schaffen. Der Booster geriet beim Landeanflug ins Taumeln und explodierte in etwa 500 Metern Höhe. Starship flog mindestens 46 statt der geplanten 62 Minuten und erreichte 234 Kilometer Höhe. Erstmals wurde Treibstoff von einem Header-Tank in einen Haupttank umgepumpt – eine