Seit der Nacht zum Mittwoch, 21. Oktober 2026, wird der 70-jährige Uwe K. aus Hanau vermisst. Zuletzt wurde er gegen Mitternacht auf dem Gelände der Universitätsklinik Frankfurt gesehen. Heute, am 23.10.2026, fehlt von ihm weiterhin jede Spur.

Nach Angaben der Polizei ist Uwe K. aufgrund von Medikamenten desorientiert. Eine hilflose Lage kann deshalb nicht ausgeschlossen werden. Für Angehörige und Helfende zählt nun jeder Hinweis – gerade nachts kann ein Mensch auf dem weitläufigen Klinikgelände oder in der Umgebung schnell aus dem Blick geraten.

Wer hat Uwe K. gesehen?

Der Vermisste ist 70 Jahre alt und von schlanker Statur. Er hat mittellanges bis langes graues Haar und einen grauen Vollbart. Bekleidet war er zuletzt mit einem gelb gemusterten Pullover und einer grünen Jacke.

Hinweise nimmt das Polizeipräsidium Frankfurt unter 069/755-98399 entgegen. Auch jede andere Polizeidienststelle kann Informationen aufnehmen.

Warum orientierungslose Menschen schnell Hilfe brauchen

Vermisstenfälle älterer Menschen sind keine Seltenheit. Anfang August verschwand ein 85-jähriger Mann aus einem Seniorenheim in Saarbrücken-Dudweiler. Eine größere Suchaktion mit Suchhunden und Drohnen führte schließlich zu einem Gebüsch, in dem der Mann gefunden wurde. Der demenzkranke Senior war vermutlich gestürzt und konnte nicht mehr selbstständig aufstehen.

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In Illingen wurde vor etwas mehr als einer Woche ebenfalls ein 85-jähriger demenzkranker Mann als vermisst gemeldet. Nach Angaben der Polizei wurde er bislang nicht gefunden. Im Saarland leben laut der saarländischen Demenzfachstelle bis zu 25.000 Menschen mit Demenz. Mehr als 85 Prozent von ihnen werden von Angehörigen betreut und gepflegt. Eine genaue Zahl vermisster Demenzkranker kann die Polizei nicht nennen, weil sie dazu keine eigene Statistik führt. Fest steht: Senioren verschwinden wiederholt aus ihrem Zuhause oder aus Pflegeeinrichtungen.

Andreas Sauder, Leiter der Landesfachstelle Demenz, erklärt das häufige Weglaufen mit der beeinträchtigten räumlichen Orientierung und dem Verlust des Kurzzeitgedächtnisses. Menschen mit Demenz lebten zunehmend in der Vergangenheit. An die Kindheit erinnerten sie sich oft noch, an jüngere Erlebnisse dagegen nicht. Angehörige berichteten häufig, dass Betroffene plötzlich „nach Hause“ wollten – obwohl sie sich bereits dort befanden. Gemeint sei damit oft das Elternhaus aus der Kindheit. In Seniorenheimen kann eine ungewohnte, erst seit kurzer Zeit vertraute Umgebung die Orientierung zusätzlich erschweren.

Tracker und schnelle Hilfe

GPS-Tracker für Senioren werden laut Sauder zunehmend eingesetzt. Sie können als Anhänger oder Uhr getragen werden und ermöglichen die Ortung. Besonders Menschen mit starkem Laufbedürfnis sollen davon profitieren. Manche Systeme lösen bei Angehörigen einen Alarm aus, sobald eine festgelegte Zone – etwa das eigene Grundstück – verlassen wird. Teilweise kommen solche Geräte auch in Seniorenheimen zum Einsatz.

Wer einem orientierungslos wirkenden älteren Menschen begegnet, sollte ihn freundlich ansprechen und Hilfe anbieten. Sauder empfiehlt Fragen wie: „Kann ich Ihnen helfen?“ oder „Wo möchten Sie hin?“ Ist erkennbar, dass die Person allein unterwegs ist, sollte die Polizei verständigt werden.