Mit 18 Jahren hat Farell Keiser aus Bielefeld bereits einen wissenschaftlichen Fachartikel als Erstautor veröffentlicht. Gleichzeitig ist er Schüler – und seit vier Jahren studiert er parallel zur Schule an der Universität Bielefeld. Eine ungewöhnliche Kombination, die im Alltag vermutlich zwischen Unterricht, Vorlesungen und jeder Menge Fachliteratur stattfindet.

Für seine wissenschaftliche Arbeit erhielt Keiser eine Auszeichnung. Auf ein Abitur mit der Bestnote 1,0 steuert er nach eigener Einschätzung trotzdem nicht zu. In den meisten anderen Fächern sei er ein „ganz normaler Schüler“, sagt er. Der Satz klingt beinahe nüchtern angesichts dessen, was er neben der Schule geschafft hat.

Zwischen Schule und Universität

Der Weg vom Klassenzimmer in die Universität ist für Keiser kein kurzer Ausflug, sondern begleitet ihn bereits seit vier Jahren. Nun steht sein Name als Erstautor unter einem Beitrag in einem wissenschaftlichen Fachmagazin. Für einen Schüler ist das selten – und für die Universität Bielefeld ein Anlass, genauer hinzuschauen.

Wer seine Personenseite im Publikationsportal der Universität Bielefeld aufrufen wollte, konnte allerdings auf eine technische Hürde stoßen: Die Webseite meldete, dass das JavaScript von Anubis nicht geladen werden konnte. Als mögliche Ursache wurde eine Überlastung des Servers genannt. Der erste Hinweis für Nutzer lautet deshalb: Seite neu laden.

Wenn eine Webseite erst rechnen lässt

Anubis wurde vom Webseitenadministrator als Schutz gegen massenhaftes automatisiertes Scraping eingerichtet. Das System nutzt ein Proof-of-Work-Verfahren nach dem Vorbild von Hashcash. Bevor Inhalte zugänglich werden, ist also zusätzliche Rechenarbeit nötig.

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Für einzelne Nutzer soll diese Belastung gering bleiben, während das massenhafte Abrufen von Inhalten teurer wird. Anubis gilt dabei als vorläufige Lösung, während weitere Methoden zur Erkennung von Headless-Browsern entwickelt werden. Eine mögliche Erkennung könnte über die Darstellung von Schriftarten erfolgen. So sollen legitime Nutzer seltener Proof-of-Work-Aufgaben erhalten.

Ganz ohne moderne Technik geht es dabei nicht: Anubis benötigt aktuelle JavaScript-Funktionen. Erweiterungen wie JShelter können solche Funktionen deaktivieren und sollen deshalb für diese Domain ausgeschaltet werden.

Auch Hochschulwebseiten können ausfallen

Wie abhängig Universitäten von funktionierenden Webangeboten sind, zeigte zuletzt auch die Georg-August-Universität Göttingen. Wegen einer aktuellen Sicherheitslücke, die weltweit zahlreiche Server betrifft, wurde ihre Webseite vorübergehend offline genommen. Die Universität wollte damit Daten und IT-Infrastruktur schützen.

An einer Lösung wird gearbeitet, der reguläre Webservice soll schnellstmöglich wiederhergestellt werden. Bis dahin informiert eine Notfall-Webseite über aktuelle Entwicklungen, Kontaktmöglichkeiten und die Verfügbarkeit einzelner Webservices. Eine FAQ-Seite bietet wichtige Antworten, insbesondere zum Studium.

Die Universität Göttingen warnt außerdem vor möglichen Phishing-Mails und gefälschten Webseiten, die in den kommenden Tagen vorgeben könnten, zur Universität zu gehören. Offizielle Informationen werden ausschließlich über die Notfall-Webseite und die Social-Media-Kanäle der Universität verbreitet.

Wichtige Kontakte in Göttingen

  • Fragen zum Studium: Info-Line Studium, 0551 39-22222, infoline-studium@zvw.uni-goettingen.de
  • Störungen und Havarien: Störmeldezentrale, 0551 39-20000, stoermeldezentrale@zvw.uni-goettingen.de
  • Allgemeine Anfragen und Fragen zum Status des Webservers: Öffentlichkeitsarbeit, 0551 39-24341, oeffentlichkeitsarbeit@uni-goettingen.de
  • Ansprechpartner in Fakultäten und Verwaltung: Telefonzentrale, 0551 39-0
  • Internationale Bewerber und Studierende: International Student Office, international.study@uni-goettingen.de