In der Zeit vom 18. bis 22. Mai 2026 findet an der Humboldt-Universität zu Berlin die Berlin-Brandenburg Academic Freedom Week 2026 statt. Ziel der Veranstaltung ist es, die Diskussion über den Schutz und die Gestaltung akademischer Freiheit zu fördern. Dabei wird ein besonderes Augenmerk auf die Herausforderungen gelegt, denen europäische Universitäten gegenüberstehen.
Ein Höhepunkt der Woche wird das Panel „Academic Freedom at Risk: European Universities between Resilience and Responsibility“ am 20. Mai sein. Vertreter wie der französische Botschafter François Delattre sowie renommierte Akademiker wie Prof. Dr. Julia von Blumenthal von der Humboldt-Universität zu Berlin und Dr. Sevil Çakır, unabhängige Forscherin, werden an den Diskussionen teilnehmen. Themenschwerpunkte sind Schutzprogramme für gefährdete Wissenschaftler und institutionelle Verantwortung.
Wissenschaftsfreiheit im Fokus
Die Notwendigkeit, die Freiheit der Wissenschaft zu verteidigen, ist schon lange ein zentrales Anliegen des akademischen Sektors. Forschungssicherheit ist ein fundamentales Prinzip, das sowohl die Unabhängigkeit als auch die Autonomie wissenschaftlicher Arbeiten gewährleistet. Diese Aspekte sind entscheidend für eine offene und innovative Wissenschaftslandschaft, die zum gesellschaftlichen Fortschritt beiträgt. Im Dezember 2025 wurden Eckpunkte zur Stärkung der Forschungssicherheit und zur Einrichtung einer Nationalen Plattform für Forschungssicherheit vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) und den Wissenschaftsministerien der Länder beschlossen.
Die Schaffung dieser Plattform soll dazu beitragen, Transparenz und gemeinsame Standards zu entwickeln. Ziel ist es, die Handlungsfähigkeit von Hochschulen und Forschungseinrichtungen im internationalen Wettbewerb zu stärken und sie vor Spionage sowie ungewolltem Wissenstransfer zu schützen, ohne die Hochschulautonomie und Wissenschaftsfreiheit zu gefährden.
Akademische Freiheit als Grundrecht
Akademische Freiheit ist im Grundgesetz Deutschlands (Art. 5 Abs. 3) verankert. Dieser Schutz umfasst die Freiheit der Forschung, die Wahl von Methoden und Forschungsfragen sowie die Freiheit der Lehre und des Studiums. Historisch wurzeln das Konzept und seine Prinzipien in der Platonischen Akademie und der libertas scholastica im Mittelalter, wobei der Einfluss der Landesherren im Laufe der Geschichte oft eine Herausforderung darstellte. Wichtige Persönlichkeiten wie Immanuel Kant und Wilhelm von Humboldt setzten sich für den Erhalt der wissenschaftlichen Freiheit ein.
Dennoch zeigt der Academic Freedom Index 2025, dass Deutschland auf Platz 27 weltweit gefallen ist, was eine alarmierende Entwicklung darstellt. Um dieses Problem anzugehen, hat die Wissenschaftsministerkonferenz Maßnahmen zur Resilienz im Wissenschaftssystem gefordert, welche den Wissenschaftsbetrieb gegen äußere Bedrohungen wappnen sollen.
Insgesamt verspricht die Berlin-Brandenburg Academic Freedom Week 2026 eine Plattform zu sein, um über diese essenziellen Themen zu diskutieren und Lösungen zu suchen, die nicht nur Wissenschaftler*innen auf nationaler Ebene schützen, sondern auch die akademische Gemeinschaft in Europa stärken.
Für die Teilnahme an der Veranstaltung ist eine Online-Anmeldung erforderlich. Zusätzlich zur Konferenz sind weitere Workshops, Diskussionsrunden und kulturelle Beiträge geplant, die den Austausch über innovative Ansätze zur Unterstützung wissenschaftlicher Freiheit fördern wollen.