Die Universität Bremen engagiert sich in einem bedeutenden Forschungsverbund, der die globale Rolle Chinas untersucht. Dieser Verbund trägt den Titel „Learning Empire. Autonomie, Abhängigkeit und Chinas entstehende imperiale Praktiken“ und wird über einen vierjährigen Zeitraum von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördert. Ziel ist es herauszufinden, ob China als neuartige Form eines Imperiums betrachtet werden kann, während insgesamt acht Projekte den Einfluss des Landes auf der Weltbühne in den Bereichen Wirtschaft und Politik analysieren.

Ein zentrales Teilprojekt dieser Studie wird von Professorin Wiebke A. Rabe geleitet. Hierbei geht es um die internationale Rohstoffpolitik Chinas und deren imperiale Praktiken, die sich bei der Gewinnung und Verarbeitung mineralischer Rohstoffe im Ausland entfalten. Der Zugang zu Rohstoffen gilt historisch als Schlüsselressource für den Aufstieg und die Stabilität von Imperien, was die Relevanz dieses Projekts unterstreicht.

Forschungsschwerpunkte und Rohstoffe

Das Teilprojekt untersucht die Entwicklung chinesischer Aktivitäten in der Rohstoffgewinnung und -verarbeitung im Ausland sowie die strategischen Ziele, die China dabei verfolgt. Es analysiert vier relevante Rohstoffe für die Energiewende in drei Weltregionen:

  • Kobalt und Kupfer im Copperbelt (Demokratische Republik Kongo und Sambia)
  • Lithium im Lithium Dreieck (Argentinien, Bolivien und Chile)
  • Nickel in Indonesien

Die Forschungsanstrengungen konzentrieren sich auf zentrale Leitfragen, darunter:

  • Wie hat sich Chinas Verhalten in der internationalen Rohstoffgewinnung verändert?
  • Welche strategischen Muster sind erkennbar?
  • In welchem Maße entstehen neue Abhängigkeiten von China?

Analytische Zugänge und empirische Forschung

Das Projekt verfolgt vier analytische Zugänge, um die dynamischen Strukturen der Rohstoffpolitik Chinas zu erfassen:

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  1. Rekonstruktion von Lernprozessen innerhalb chinesischer politischer und wirtschaftlicher Eliten seit der Xi-Ära.
  2. Untersuchung der zeitlichen und räumlichen Ausdehnung chinesischer Kontrolle über Rohstoffprojekte und Infrastruktur.
  3. Analyse der Akteure in den Gastländern, die diese Projekte ermöglichen und stabilisieren.
  4. Schlussfolgerungen zur wachsenden Eigenständigkeit Chinas in globalen Lieferketten und zu den daraus resultierenden Abhängigkeiten der Partnerländer.

Die empirische Grundlage des Projekts bildet umfangreiche Feldforschung in den drei genannten Regionen. Dazu zählen Interviews, direkte Beobachtungen und die systematische Auswertung großer Textmengen, um ein umfassendes Bild von Chinas aufstrebendem imperialen Einfluss zu zeichnen.

Die umfassende Analyse, die im Rahmen dieses Projekts durchgeführt wird, könnte bedeutende Implikationen für die geopolitischen und wirtschaftlichen Beziehungen im globalen Kontext haben. Die Universität Bremen berichtet über diese spannende Initiative, die zahlreiche Perspektiven zur Rolle Chinas auf der Weltbühne eröffnet.