Deutsche U21 löst mit 2:0 gegen Georgien das EM-Ticket
Die deutsche U21-Nationalmannschaft hat am 6. Oktober 2026 in der Bielefelder SchücoArena das Ticket für die Europameisterschaft gelöst. Das Team von Antonio Di Salvo gewann vor 20.049 Zuschauern mit 2:0 (1:0) gegen Georgien. Nach dem Abpfiff feierte der Trainer seine Spieler, die Erleichterung nach mehreren Zittermomenten war deutlich zu spüren.
Noah Darvich brachte Deutschland in der 10. Minute in Führung. Sein Distanzschuss wurde von Dzenan Pejcinovic entscheidend abgefälscht. Georgien blieb aber unangenehm und kam wiederholt zu Chancen auf den Ausgleich. Schon in der 4. Minute hatte Aleko Basiladze die deutsche Mannschaft beinahe früh in Rückstand gebracht.
Pejcinovic macht den Deckel drauf
Vor der Halbzeit vergaben Nicolo Tresoldi und Paris Brunner Möglichkeiten auf eine höhere Führung. In der 48. Minute traf Joshua Quarshie, der Treffer wurde wegen eines vorausgegangenen Fouls jedoch nicht anerkannt. Auch danach hatte Deutschland weitere Chancen, doch das zweite Tor wollte zunächst nicht fallen. Georgien durfte deshalb weiter auf einen Punktgewinn hoffen.
In der 69. Minute war es erneut Pejcinovic, der traf. Sein 2:0 entschied die Partie. Di Salvo bezeichnete die Qualifikation anschließend als verdient: Nach der Auftaktniederlage gegen Griechenland habe die Mannschaft jede weitere Hürde genommen. Zuvor hatte Deutschland in Lettland mit 4:0 und auf Malta mit 4:1 gewonnen.
Deutschland beendet die Qualifikationsgruppe als Sieger vor Griechenland und ist wegen des direkten Vergleichs besser platziert. Die DFB-Auswahl führt die Gruppe F mit 18 Punkten aus sieben Spielen an. Griechenland kommt ebenfalls auf sechs Siege aus sieben Partien, verlor aber den direkten Vergleich. Nordirland ist mit zehn Punkten Dritter, Georgien mit neun Punkten Vierter.
Große Kulisse, offener Torrekord
20.049 Menschen sahen die Partie. Mehr Zuschauer bei einem deutschen U21-Heimspiel gab es zuletzt im Oktober 2006 in Leverkusen: Damals waren 20.800 im Stadion. Auf der Tribüne verfolgten DFB-Geschäftsführer Andreas Rettig, der künftige Geschäftsführer Per Mertesacker und Sportdirektor Rudi Völler das Spiel nebeneinander. Der neue Bundestrainer Jürgen Klopp war nicht im Stadion.
Für Tresoldi blieb der Abend torlos. Der Stürmer jagt weiterhin den Rekord als bester U21-Torschütze. Zwei Treffer fehlen ihm noch auf Pierre Littbarski. Bis zur Europameisterschaft stehen für Tresoldi noch zwei Spiele im November und zwei im März an.
Die EM 2027 in Albanien und Serbien
Die Endrunde soll im kommenden Sommer in Albanien und Serbien stattfinden. Das Turnier ist für den Zeitraum vom 16. Juni bis 3. Juli angesetzt, die Gruppenauslosung erfolgt am 26. November in Belgrad. Nach den Angaben zur geplanten 26. U-21-Fußball-Europameisterschaft ernannte das UEFA-Exekutivkomitee am 4. Februar 2025 die Fußballverbände Albaniens und Serbiens zu Gastgebern. Beide Länder waren die einzigen Bewerber.
Das Eröffnungsspiel ist für 2027 in Novi Sad vorgesehen, das Endspiel in Tirana. An der Endrunde nehmen 16 Nationen teil; Albanien und Serbien sind als Gastgeber automatisch qualifiziert, die übrigen 14 Teilnehmer werden in der Qualifikation ermittelt. Zum vierten Mal umfasst das Turnier damit 16 Mannschaften. Teilnahmeberechtigt sind Spieler, die am oder nach dem 1. Januar 2004 geboren wurden.
Für Albanien und Serbien ist es die erste Austragung einer U-21-Europameisterschaft. Albanien qualifizierte sich 1984 erstmals für die Endrunde und erreichte das Viertelfinale. Serbien nahm an sieben Endrunden teil: 2004 und 2006 noch als Serbien und Montenegro sowie 2007, 2009, 2015, 2017 und 2019. 2004 und 2007 erreichte Serbien das Finale.
Das Turnier dient zugleich als europäische Qualifikation für das olympische Fußballturnier 2028 in Los Angeles. Bei den Olympischen Spielen treten U-23-Mannschaften an, pro Team dürfen bis zu drei ältere Spieler eingesetzt werden. Weil es sich um ein geplantes Ereignis handelt, können sich Angaben noch ändern.
Qualifikation mit langem Endspurt
Die drei letzten Gruppenspiele bestritt die deutsche U21 in einer 16-tägigen Länderspielphase: am 26. September um 18 Uhr gegen Lettland in Riga, am 30. September um 18 Uhr gegen Malta in Attard und am 6. Oktober um 18 Uhr gegen Georgien in der Bielefelder SchücoArena. Alle drei Partien wurden live auf ProSieben MAXX und Joyn übertragen.
Erstmals legte der DFB die Länderspielabstellungen im September und Oktober zusammen. Di Salvo erklärte, die Mannschaft habe sich zuletzt im März getroffen. Die längere Phase sollte für intensives Training, erfolgreiche Spiele und Teambuilding genutzt werden. Das Ziel lautete: drei Siege und der Abschluss der Qualifikation als Gruppenerster.
Wegen Verletzungen und des vergrößerten Kaders der A-Nationalmannschaft berief Di Salvo sieben U-21-Debütanten: Frank Feller, Noahkai Banks, Laurin Ulrich, Francis Onyeka, Wael Mohya, Paris Brunner und Louey Ben Farhat. Ben Farhat und Banks haben sich laut Di Salvo für die deutsche Nationalmannschaft entschieden; der DFB stand mit beiden Spielern bereits länger im Austausch.
Nicht nominiert werden konnten die verletzten oder im Aufbautraining befindlichen Dennis Seimen vom VfB Stuttgart, Nnamdi Collins von Eintracht Frankfurt, Assan Ouédraogo von RB Leipzig, Anton Kade vom FC Augsburg, Ilyas Ansah von Hull City und Nelson Weiper vom SK Sturm Graz.
Für die EM-Endrunde qualifizieren sich die neun Gruppensieger und der beste Gruppenzweite direkt. Die übrigen acht Gruppenzweiten spielen in Playoffs um die letzten vier Endrundenplätze. Deutschland muss sich damit zumindest um diesen Umweg keine Gedanken machen – das Ticket nach Albanien und Serbien ist gelöst.
