Eichstätt im digitalen Wandel: Studierende bewahren Geschichte für die Zukunft!
Studierende der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt (KU) haben im Wintersemester 2025/26 ein ambitioniertes Projekt ins Leben gerufen, das sich auf die Konservierung und digitale Erschließung historischer Bestände im Stadtarchiv Eichstätt konzentriert. In Kooperation mit der Stadt Eichstätt und dem Landkreis Eichstätt zielen die Studierenden darauf ab, die wissenschaftliche Grundlagenarbeit zur Bewahrung historischer Quellen für die zukünftige Forschung zu leisten. KU berichtet, dass die Studierenden Aufgaben wie die Reinigung, Sortierung und Digitalisierung von Urkunden, Fotos und Schriftstücken übernehmen. Diese Dokumente werden anschließend in Schutzhüllen und Schachteln verpackt und in das Archivierungsprogramm „Faust“ eingegeben.
Die Arbeit erfolgt in Dreierteams, wobei die Studierenden verschiedene Aufgaben übernehmen, darunter das Entziffern von Sütterlinschrift und das Prüfen auf Schimmelbefall. Vor Beginn dieses Projektes war das Stadtarchiv unübersichtlich; mittlerweile sind über die Hälfte der Bestände bereits sortiert und neu verpackt. Historische Akten bieten den Studierenden wertvolle Einblicke in gesellschaftliche Belange des 19. und 20. Jahrhunderts, darunter Eheerlaubnisscheine und Auswandererschicksale.
Archivalien für die Zukunft
Das digitale Repertorium, das im Rahmen des Projekts erstellt wird, soll Forscher*innen den Zugang zu wichtigen Quellen erleichtern. Das Projekt wird über einen Zeitraum von fünf bis sechs Semestern durchgeführt. Die gewonnenen Erkenntnisse und die Arbeit der Studierenden werden als Grundlage für zukünftige Archivarbeiten betrachtet. Diese Initiative ist Teil der Bemühungen, die Konservierung und Sicherung der Bestände im Stadtarchiv Eichstätt zu verbessern. Denn diese Bestände sind nicht nur für die Forschung von Bedeutung, sondern auch für die Entwicklung Eichstätts als Wissenschaftsstandort.
Das Stadtarchiv selbst hat eine über 1000-jährige Geschichte. Laut Stadtarchiv Digital sammelt und bewahrt es Quellen, die von jahrhundertealten Urkunden bis zu amtlichen Unterlagen der Stadtverwaltung reichen. Auch zusätzliche Materialien aus Firmen, Vereinen und öffentlichen Stellen sind Teil des Archivs, das Originalüberlieferungen von 1127 bis heute umfasst. Schätzungen zufolge sind Verluste durch Kriege und unsachgemäße Aufbewahrung nicht genau bezifferbar.
Eine wertvolle Bildungsressource
Zu den Kernaufgaben des Archivs gehören die Bewertung und Übernahme von amtlichen und nichtamtlichen Unterlagen sowie die Erschließung und Sicherstellung der Materialien. Die Dokumente sind für historische Forschung und Rechtsnachweise von Bedeutung. Die Vermittlungsarbeit des Archivs richtet sich nicht nur an Wissenschaftler, sondern auch an die interessierte Öffentlichkeit. Ausstellungen, Publikationen und digitale Angebote ermöglichen einen breiteren Zugang zu den historischen Beständen.
Ein wichtiger Aspekt ist zudem die Zukunftsorientierung der Archive. Laut Bundesarchiv konzentriert sich der KLA-Ausschuss Digitale Archive auf die dauerhafte Archivierung elektronischer Unterlagen. Dies ist besonders relevant, da die digitale Erschließung von Archivalien zunehmend an Bedeutung gewinnt. Themen wie die Speicherung und Nutzung digitaler Objekte stehen im Fokus der aktuellen Diskussionen, die auch für die zukünftige Arbeit im Eichstätter Stadtarchiv von Relevanz sind.
