Frauen in der Cybersecurity: Gemeinsam stark für die Zukunft!
Am 17. Juni 2026 endete ein bedeutendes Austauschprogramm, das vom CASA Cluster of Excellence ins Leben gerufen wurde. Acht weibliche Forscherinnen besuchten zwischen dem 10. und 12. Juni die europäischen Hauptniederlassungen von Google sowie die ETH Zürich in der Schweiz. Ziel des Programms war die Förderung von Frauen in der Cybersecurity-Forschung und die Etablierung einer Partnerschaft zwischen Google und CASA.
Die Initiative wurde von Kirsten Jäger, der Research Coordinator von CASA, ins Leben gerufen. Felix Gröbert, Principal Engineer bei Google und Alumnus der Ruhr-Universität Bochum, unterstützte vor Ort den Austausch. Dieses zweitägige Programm bot den Teilnehmerinnen die Gelegenheit, sich intensiv mit Fachleuten auszutauschen, internationale Netzwerke zu knüpfen und ihre Karrierechancen zu erweitern.
Professioneller Austausch und Karrieremöglichkeiten
Der erste Tag des Programms war dem Besuch des Google Büros in Zürich, dem größten Forschungszentrum von Google außerhalb der USA, gewidmet. Hier fanden technische Präsentationen und eine Podiumsdiskussion statt, in deren Rahmen Karrierewege in der Wissenschaft und der Industrie diskutiert wurden. Am zweiten Tag hatten die Forscherinnen die Möglichkeit, mit Wissenschaftlerinnen der ETH Zürich zu sprechen. Dieser Austausch, unter der Leitung von Kristina Hostáková, konzentrierte sich auf verschiedene Forschungsbereiche und mögliche zukünftige Kooperationen.
Die PhD-Studentin und Sprecherin des CASA Early Career Researcher Boards, Sabrina Manickam, äußerte sich nach dem Besuch optimistisch: „Dieser Austausch war inspirierend und hat uns zu konkreten Überlegungen für unsere Karrierewege angeregt.“ Das Engagement von CASA für die Stärkung internationaler Netzwerke und die Unterstützung weiblicher Forscherinnen ist nicht nur ambitioniert, sondern auch dringend notwendig. Frauen sind in technischen Bereichen, insbesondere in der Cybersecurity, stark unterrepräsentiert.
Frauen in der Cybersecurity – Ein unterrepräsentiertes Feld
Die Cybersicherheitsbranche ist eine der am stärksten männerdominierten Industrien, in der Frauen nur etwa 24 % der Belegschaft ausmachen, wie verschiedene Quellen bestätigen. Zuletzt fehlten der Branche 2,8 Millionen Fachkräfte, was die Dringlichkeit der Eingliederung von mehr Frauen unterstreicht. Dr. Andrea C. Johnson, CIO bei Pipedrive, sprach in diesem Zusammenhang von den Vorurteilen, denen Frauen während ihres Informatikstudiums ausgesetzt sind. Solche Vorurteile tragen zur geringen Frauenrepräsentation im MINT-Bereich bei.
Diverse Teams sind nicht nur eine Frage der Gerechtigkeit, sondern auch der unternehmerischen Strategie. Diverse Führungsteams erzielen laut der Boston Consulting Group bis zu 19 % höhere Umsätze durch Innovation. Eine Umfrage von Bitkom zeigt, dass 90 % der IT-Unternehmen den Frauenanteil erhöhen wollen, wobei 57 % gezielt Frauen ansprechen.
Verica Ilievska, Director Channel DACH bei Bitdefender, betont die Bedeutung von Fachkompetenz und Netzwerken für Frauen in der IT. Gleichwohl fordert sie eine aktive Förderung von Diversität und Chancengerechtigkeit in Unternehmen. Dies wird unterstützt von Expertinnen wie Kathrin Redlich und Dr. Julia Freudenberg, die sich für die Sichtbarkeit von Frauen in Führungsrollen und die Förderung von Mädchen in der IT starkmachen. Ihre Ansätze sind entscheidend, um die strukturellen Hürden für Frauen in der digitalen Welt abzubauen und stereotype Rollenbilder zu überwinden.
Als Fazit lässt sich sagen, dass der Austausch mit Google und ETH Zürich nicht nur ein Schritt in die richtige Richtung ist, sondern auch die Notwendigkeit verdeutlicht, weitere Initiativen zur Schließung der Geschlechterkluft in der Cybersecurity-Branche zu ergreifen. Ein gerechterer Zugang zu Ausbildung und Karrierechancen ist essenziell, um das volle Potenzial der Cybersecurity-Forschung zu nutzen.
