Göttingen erhält Millionen für Forschungsdaten: Zukunft der Wissenschaft gesichert!
Die Gemeinsame Wissenschaftskonferenz (GWK) gab am 10. Juli 2026 bekannt, dass die Forschungsdateninfrastruktur „Text+“ für weitere zwei Jahre gefördert wird. Die Förderung beträgt insgesamt rund sechs Millionen Euro. Antragstellerin ist die Niedersächsische Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen (SUB Göttingen), die für die Weiterentwicklung des Vorhabens verantwortlich zeichnet. Ziel ist die Stärkung des NFDI-Standortes Göttingen, der nun 17 NFDI-Konsortien umfasst, und die Implementierung dieser Infrastruktur in die wissenschaftliche Praxis.
Die zweite Förderphase von Text+ beginnt im Oktober 2026 und umfasst wichtige Schwerpunkte: den Betrieb einer stabilen und leistungsfähigen Infrastruktur, die Konsolidierung und Weiterentwicklung zentraler Dienste für das Forschungsdatenmanagement sowie die langfristige Sicherung und Bereitstellung von Daten. Damit reagiert Text+ auf die Bedürfnisse der wissenschaftlichen Communitys und soll die Zusammenarbeit mit Partnern intensivieren.
FAIR-Datenprinzipien und NFDI-Ziele
Ein zentrales Element des Projektes sind die FAIR-Datenprinzipien, die eine offene Nachnutzbarkeit von Forschungsdaten fördern. Die Nationale Forschungsdateninfrastruktur (NFDI) verfolgt bereits seit 2019 das Ziel, verlässliche Strukturen für den Umgang mit Forschungsdaten aufzubauen. Es soll gewährleistet werden, dass diese Daten langfristig zugänglich, interoperabel und nachnutzbar sind. Die Konsortien der NFDI decken vielfältige Wissenschaftsdisziplinen ab, darunter Kultur-, Sozial-, Geistes-, Ingenieur-, Lebens- und Naturwissenschaften.
Mit einer gemeinsamen Initiative haben Bund und Länder im Juli 2026 die Grundlage für eine langfristige Fortführung der NFDI über 2028 hinaus beschlossen. Die Vision der NFDI ist es, Daten als gemeinsames Gut für exzellente Forschung in Deutschland zu etablieren. Ziel ist es, die Nutzungsmöglichkeiten von Daten sowohl für die Wissenschaft als auch für die Gesellschaft zu verbessern und Rahmenbedingungen für nachhaltige Dateninfrastrukturen zu schaffen, die rechtskonform, interoperabel und zugänglich sind.
Die Rolle der NFDI und zukünftige Perspektiven
Die NFDI soll Standards im Datenmanagement setzen und als digitaler, regional verteilter Wissensspeicher fungieren. Ihre Ziele beinhalten unter anderem den verbesserten Zugang zu Forschungsdaten, die Erschließung von Datenbeständen sowie den Aufbau einer Gesamtstruktur verknüpfter Konsortien. Nutzer und Anbieter von Forschungsdaten gestalten die NFDI in verschiedenen Konsortien, die bestehende Datensammlungen zusammenführen und neue Lösungen für das Forschungsdatenmanagement entwickeln.
Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) beaufsichtigt das Verfahren zur Aufnahme von Konsortien in die NFDI, während die GWK die endgültige Entscheidung basierend auf den DFG-Begutachtungen trifft. Die NFDI schafft damit nicht nur Voraussetzungen für neue wissenschaftliche Erkenntnisse und Innovationen, sondern stellt auch die Anschlussfähigkeit an internationale Entwicklungen wie die Europäische Forschungscloud (EOSC) sicher.
Für die Jahre 2019 bis 2028 haben Bund und Länder bis zu 90 Millionen Euro jährlich für die NFDI bereitgestellt. Die Initiativen der NFDI bieten somit eine solide Grundlage für eine systematische und nachhaltige Erschließung digitaler Datenbestände, die für wissenschaftliche Erkenntnisse und Innovationen unverzichtbar sind. Laut der NFDI sind die Entwicklungen zukunftsweisend und stärken die deutsche Forschung.
Für die weitere Entwicklungsarbeit wird es entscheidend sein, die Kompetenzen im Umgang mit Daten zu fördern und neue Berufswege im Bereich Datenmanagement zu eröffnen. Die Bildung Forschung Digital hebt hervor, dass der systematische Zugang zu digitalisierten Datenbeständen ein wesentlicher Schlüssel zu zukünftigen wissenschaftlichen Innovationen ist.
Die Förderung von Text+ und die Initiativen der NFDI sind somit nicht nur bedeutende Schritte für die Universität Göttingen, sondern haben weitreichende Auswirkungen auf die gesamte Forschungslandschaft in Deutschland.
